Online-Kongress: Startschuss für 56. BME-Symposium DIGITAL

Die virtuelle Veranstaltung widmet sich erneut angespannten Lieferketten. Motto ist in diesem Jahr #newhorizons.

Die 56. Ausgabe des BME-Symposiums findet in diesem Jahr im virtuellen Konferenzzentrum statt. (Foto: BME)
Die 56. Ausgabe des BME-Symposiums findet in diesem Jahr im virtuellen Konferenzzentrum statt. (Foto: BME)
Therese Meitinger

Szenarien für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft nach Ende der Covid-19-Pandemie und Wege zur nachhaltigen Stärkung der unter Materialmangel leidenden Lieferketten waren am 8. November zentrale Themen des Eröffnungsplenums „Navigating the Next Normal“ auf dem „56. BME-Symposium Einkauf und Logistik DIGITAL“. Der Kongress findet wie bereits im letzten Jahr im Netz statt. Unter dem Motto „#newhorizons“ hat sich die größte Netzwerkveranstaltung des BME auf die Fahnen geschrieben, den 900 Teilnehmern bis 10. November eine virtuelle Plattform für die Diskussion gegenwärtiger und künftiger Beschaffungsstrategien zu bieten.

„Wir alle haben anstrengende und aufreibende Corona-Krisen-Monate hinter uns. Die Pandemie stellt für unsere Unternehmen nicht nur eine ökonomische Herausforderung dar, sondern sie verlangt den Menschen vor allem psychisch und physisch alles ab“, betonte Gundula Ullah, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in ihrer Begrüßungsrede.

Die Unternehmen müssten sich angesichts der Vielzahl komplexer und herausfordernder Megatrends neu erfinden, so Ullah weiter. Altbewährte Geschäftsabläufe seien plötzlich obsolet, überholt, taugten vielleicht nicht mehr, um die gesteckten Umsatz- und Gewinnziele auch in diesen 20er-Jahren realisieren zu können. Den Blick auf Next Normal zu richten, bedeute ihrer Ansicht nach auch, bereits heute die richtigen Weichen für die erfolgreiche geschäftliche Zukunft der eigenen Firma zu stellen.

Unsicherheit und Komplexität werden bleiben

Die BME-Bundesvorstandsvorsitzende äußerte sich auch zu den Auswirkungen der Coronakrise auf Einkauf, Logistik und Supply Management. So gebe es in der Wirtschaft viele Befürchtungen, dass die Covid-19-Pandemie trotz erster Erfolge bei der Bekämpfung des Virus noch längst nicht überwunden sein könnte. Zur aktuellen Versorgungslage im 4. Quartal sagte Ullah, dass die deutsche Industrie – und das quer durch alle Branchen – unter dem gravierenden Mangel an Rohstoffen und Produktionsmaterialien sehr zu leiden habe. Angesichts des sich eintrübenden Geschäftsausblicks im Verarbeitenden Gewerbe ist zu befürchten, dass die Lieferengpässe bis weit ins nächste Jahr andauern könnten.

Unter dem Titel „Ver-rückte Welt?“ beschrieb Prof. Henning Vöpel, Direktor des Centrums für Europäische Politik, „Szenarien einer Post-Pandemie-Weltwirtschaft“ im Plenum des diesjährigen Symposiums Einkauf und Logistik vor. Die internationale Gemeinschaft erlebe gegenwärtig eine Zeitenwende. Die Welt nach Corona werde seiner Ansicht nach durch mindestens vier große Phänomene gekennzeichnet sein. Das seien im Einzelnen De/Re-Globalisierung, Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografi

Die Covid-19-Pandemie habe unmittelbare und strukturelle Folgen für die Weltwirtschaft. So werde sich die konjunkturelle Erholung wegen der Lieferengpässe und fragilen Lieferketten verzögern. Als Stichworte nannte der frühere Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) die Rohstoff- und Energiekrise sowie den Mangel an Halbleitern und anderen Vorleistungen. Vöpel wagte abschließend noch einen Blick in die Zukunft. Danach würden Unsicherheit und Komplexität die nächsten Jahre bestimmen. Der einzige Weg, die Unsicherheit über die Zukunft zu reduzieren, bestehe darin, sie zu gestalten.

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