Neue Seidenstraße: CFR Rinkens mit Autozug von China gen Westen

Die Reise des Ganzzugs wurde angesichts der kritischen Infrastruktur der Logistikhubs und angesichts unterschiedlicher Corona-Restriktionen laut CFR Rinkens zur Herausforderung.

100 SUVs des Herstellers Dongfeng gelangten per Zug auf der Neuen Seidenstraße nach Bremerhaven. (Foto: CFR Rinkens)
100 SUVs des Herstellers Dongfeng gelangten per Zug auf der Neuen Seidenstraße nach Bremerhaven. (Foto: CFR Rinkens)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Radosveta Angelova)

Der internationale Transportlogistikdienstleister CFR Rinkens hat nach eigenen Angaben erstmals einen westgehenden Ganzzug via Seidenstraße von China nach Deutschland für die Autobeförderung genutzt. 36 Bahncontainer mit 100 SUVs des chinesischen Herstellers Dongfeng bewältigten demnach in drei Wochen die 10.000 Kilometer lange Reise vom westchinesischen Chongqing nach Bremerhaven. Dies sei eine besondere Herausforderung wegen der kritischen Infrastruktur der Logistikhubs und weiteren Restriktionen zu Zeiten von Corona gewesen, so der Anbieter.

Der Betrieb CFR Rinkens hat seine beiden Hauptsitze in Los Angeles und Bremerhaven. Als Autotransporteur und internationale Reederei sieht sich das Unternehmen verpflichtet, sein Geschäft auch angesichts der Pandemie weiterzuführen. CFR-CEO Christoph Seitz erklärt:

„Wir haben bewiesen, dass der westwärts gehende Autotransport via Bahncontainer selbst unter erschwerten Bedingungen eine Alternative zum langen Seeweg ist. Die Lieferkette von Ausgang Fabrik bis Auslieferung an Händler ist mit erheblichen Unterbrechungen konfrontiert, etwa Ungleichgewichte im Fahrzeugbestand sowie Reduzierung und Neuausrichtung der Transportkapazitäten. Container bieten eine höhere Flexibilität als traditionelle Transportmittel wie RoRo-Schiffe und mehrstöckige Eisenbahnwaggons. Rund um den Globus zeichnen sich zahlreiche Möglichkeiten ab.“

Bremerhaven und Chongqing als Drehscheibe

Der Transport der 100 SUV "Fengon Glory" erfolgte nach Firmenangaben unter Anwendung des CFR-Spezialequipments, bei dem nur Reifen festgezurrt werden. Auf Holzpaletten werde verzichtet, so das Unternehmen. Dongfeng-Importeur Indimo transportierte CFR zufolge die Fahrzeuge nach Schwallungen in Thüringen zur Pre-Delivery Inspection. Bremerhaven und Chongqing positionierten sich somit als primäre Drehscheiben für den Containertransport von Fahrzeugen via Seidenstraße, so der Logsitikdienstleister. Der chinesische Bahnbetreiber Yuxinou Logistics will Bahncontainer möglichst nach Eigenangaben in beide Richtungen auslasten, darum hat der Betrieb in beiden Städten Niederlassungen eingerichtet.

Vonseiten des Unternehmens heißt es:

„Die Feuertaufe ist gelungen. Dongfeng will künftig einen Ganzzug pro Monat mit je drei SUVs pro 40-Fuß-High-Cube-Container verladen. Der Gesamttransit ab Westchina über Kasachstan, Russland, Weißrussland, Polen bis Norddeutschland dauert rund 18 Tage. 30 bis 35 Tage sind für den Seeweg mit RoRo-Schiffen zu veranschlagen.“

Das Ergebnis: Drei Wochen Zeitersparnis, weniger Kapitalbindung und die Fracht lasse sich deutlich früher vermarkten, gibt der Anbieter an. Malte Waldow, Geschäftsführer der Rinkens-Tochter CFR Carshippers in Bremerhaven, betont:

„Wir konnten belegen, dass Zugverladung im Vergleich zu RoRo keine höhere Schadensquote aufweist.“

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