Neubau: Aschheim wird größter Paket-Standort Deutschlands

In dem neuen Logistikzentrum sollen in Anbindung an das bestehende Paketzentrum 72.000 Pakete pro Stunde bearbeitet werden.

So soll das fertige DHL-Paketzentrum in Aschheim einmal aussehen. (Visualisierung: Deutsche Post DHL)
So soll das fertige DHL-Paketzentrum in Aschheim einmal aussehen. (Visualisierung: Deutsche Post DHL)
Melanie Wack

DHL erweitert das Paketzentrum Aschheim zum größten Paket-Standort Deutschlands, das hat das Unternehmen am 28. April auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Den Spatenstich für das neue Paketzentrum setzten der Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Dr. Markus Söder, und Dr. Tobias Meyer, Konzernvorstand Post & Paket Deutschland der Deutsche Post DHL Group, im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Gemeinde Aschheim, Thomas Glashauser. Das neue Paketzentrum werde angrenzend an das bereits bestehende Aschheimer DHL-Paketzentrum gebaut. Durch die Verbindung beider Standorte über einen Tunnel für Lkw entsteht damit der größte Paket-Standort in Deutschland. Hier können DHL zufolge ab 2022 bis zu 72.000 Pakete pro Stunde sortiert werden. Für das neue Paketzentrum investiert Deutsche Post DHL laut eigenen Angaben insgesamt einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

„Mit dem neuen Paketzentrum schaffen wir in einem weiterhin stark wachsenden Paketmarkt dringend benötigte zusätzliche Sortierkapazitäten für die Versorgung der Menschen im Großraum München sowie in weiten Teilen Oberbayerns. Wir setzen dabei nicht nur auf modernste Sortiertechnik, sondern auch auf ein durchweg nachhaltiges Baukonzept“, erklärt Tobias Meyer.

Zudem schaffe das Unternehmen rund 500 neue tarifgebundene und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für die Region. Die neuen Jobs entstehen laut DHL schrittweise ab der Inbetriebnahme des neuen Paketzentrums im Jahr 2022.

Grünes Bauvorhaben

Im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie der Deutsche Post DHL Group sei das Paketzentrum nach modernen baulichen Standards und in nachhaltiger Weise konzipiert. Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach soll dazu beitragen, dass sich das Paketzentrum mit grünem Strom zum Teil selbst versorgen kann. Die Wärmeversorgung des Paketzentrums werde dabei über klimafreundliche Fernwärme erfolgen, die durch einen regionalen Energieversorger zur Verfügung gestellt wird. Das Energieversorgungunternehmen produziert laut DHL die Wärmeenergie größtenteils aus Geothermie. In dem Nachhaltigkeitskonzept sei zudem eine partielle Dachbegrünung vorgesehen. Diese wirke zusätzlich als Wärmedämmung und spare somit Energie im Winter und diene im Sommer als Hitzeschild. Zusätzlich wirkt diese Begrünung DHL zufolge schallabsorbierend.

Auf 67.000 Quadratmetern

Das neue Gebäude entsteht auf einem 67.000 Quadratmeter großen Areal. Die Sortierkapazität des neuen Paketzentrums umfasst den Angaben zufolge 40.000 Pakete pro Stunde. Die Anbindung an das bestehende Paketzentrum, in dem bis zu 32.000 Sendungen pro Stunde sortiert werden können, erfolgt durch einen Tunnel unter der Klausnerstraße mit gemeinsam genutzter Einfahrt und Parkfläche. Eine derartige Kombination zweier Paketzentren sei in Deutschland bislang einzigartig. Die größten DHL-Paketzentren stehen laut Unternehmensangaben derzeit in Obertshausen bei Frankfurt und in Bochum. Sie können DHL zufolge jeweils maximal 50.000 Sendungen pro Stunde sortieren. Ein weiteres Paketzentrum derselben Größenordnung entstehe derzeit in Ludwigsfelde bei Berlin. Insgesamt betreibt Deutsche Post DHL Group aktuell 36 Paketzentren in Deutschland.

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