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Netzstabilität: Containertransportfahrzeuge als mobile Stromspeicher

Ein Projekt am Container Terminal Altenwerder soll das Potenzial von AGV für die Stromversorgung ermitteln.

Autonom fahrende AGV auf dem HHLA-Terminal Altenwerder sollen künftig als Energiespeicher fungieren. (Foto: HHLA)
Autonom fahrende AGV auf dem HHLA-Terminal Altenwerder sollen künftig als Energiespeicher fungieren. (Foto: HHLA)
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Therese Meitinger

Seit Januar 2019 forscht die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) mit Kooperationspartnern an dem Ziel, die am Container Terminal Altenwerder (CTA) eingesetzten automatischen Containertransportfahrzeuge (AGV) als flexible Energiespeicher in der Stromversorgung zu nutzen. Im Rahmen des Förderprojekts des Bundeswirtschaftsministeriums „Flexibilitätsmanagement und Regelenergiebereitstellung von Schwerlastzügen im Hafen“ (FRESH) soll eruiert werden, wie sich diese Speicher in das deutsche Energienetz einbinden lassen, um zur Netzstabilität beizutragen.

Mittlerweile liegt der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommarkt bei über 40 Prozent. Doch wetterabhängige Energiequellen wie Wind oder Sonne sind nicht immer vorhanden. Das führt zu Schwankungen, die es abzufedern gilt, um eine gleichbleibende Versorgungssicherheit und stabile Frequenz von 50 Hertz im Stromnetz zu gewährleisten. Virtuelle Kraftwerke sollen die Schwankungen ausgleichen. Sie vernetzen digital unterschiedliche Stromproduzenten sowie Stromverbraucher und bündeln die Leistungen sowie Bedarfe der Teilnehmer.

Bis zu vier Megawatt für den deutschen Strommarkt

Nun gab die HHLA bekannt, gemeinsam mit dem virtuellen Kraftwerksbetreiber Next Kraftwerke GmbH zu ermitteln, inwieweit sich industriell genutzte, mobile Batteriekapazitäten an das deutsche Stromnetz anschließen lassen, um unter wirtschaftlichen Bedingungen Primärreserven für die Netzstabilität zu erbringen. Der Terminalbetrieb soll dabei nicht beeinträchtigt werden.

Bis zum Jahr 2022 will das Unternehmen die etwa 100 AGV, die auf dem Terminal Altenwerder für den Transport von Containern verwendet werden, vollständig auf schnellladefähige Lithium-Ionen-Batterien umstellen. Rein rechnerisch könnten sie laut Eigenaussage an den dann 18 Stromtankstellen auf dem CTA eine Leistung von vier Megawatt dem Strommarkt zur Verfügung stellen.

Gemeinsam mit dem Kölner Unternehmen Next Kraftwerke, dem Informatikinstitut OFFIS in Oldenburg und der Universität Göttingen will die HHLA im Rahmen des dreijährigen FRESH-Projekts eine Prozess- und Softwarelösung für den Strommarktzugang entwickeln. Sie soll die Anforderungen von virtuellem Kraftwerk und störungsfreiem Terminalbetrieb digital steuern.

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