Werbung
Werbung
Werbung

Nachhaltigkeit: Welche Trends erwarten die Logistik 2020?

Das Thema Klimaschutz spielt laut Infor auch 2020 eine Rolle im Supply Chain-Management.

Gesellschaft, Politik und Technologie gehen Infor zufolge nicht spurlos an der Logistik vorbei. (Symbolbild: Malp/Adobe Stock)
Gesellschaft, Politik und Technologie gehen Infor zufolge nicht spurlos an der Logistik vorbei. (Symbolbild: Malp/Adobe Stock)
Werbung
Werbung
Melanie Endres

Aus den derzeitigen gesellschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen in Bezug auf den Umweltschutz lassen sich einer Pressemitteilung von Infor zufolge sieben Trends für das Supply-Chain-Management im Jahr 2020 ableiten.

  • Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein: Ab dem 1. Januar 2020 tritt beispielsweise das „MARPOL-Übereinkommen IMO 2020“, eine Initiative zur Reduktion des Schwefelgehalts in Treibstoffen von Schiffen, in Kraft. Es stellt laut Infor die Schifffahrtsbranche im kommenden Jahr vor große Herausforderungen, da ganze Industrien dazu gezwungen sein werden, ihre Planung im Hinblick auf die Produktion und Lieferung von Gütern unter Einhaltung der Anforderungen neu zu strukturieren. Der ökologischere Treibstoff verlangsamt Infor zufolge außerdem die Fortbewegung der Schiffe und wird die bereits langen Fahrten um weitere Tage verlängern, so die Mitteilung.
  • Ungenutztes Potenzial leerer Meilen: Mit einem zunehmenden Fokus auf Nachhaltigkeit und Effizienz rückt auch das ungenutzte Potenzial leerer Lkw und Container immer weiter in den Vordergrund, heißt es in der Pressemeldung. Leere Container beispielsweise nehmen unnötigen Platz im Frachtbereich eines Schiffes ein. Durch das zusätzliche Eigengewicht der Container verbrauche das Schiff mehr Kraftstoff und emittiere damit auch mehr CO2. Leere Meilen, unprofitable Meilen oder Deadhead-Meilen belasten laut Infor neben der Umwelt auch die Industrie und Wirtschaft, denn die voraussichtlichen Leermeilen werden bereits bei der Preisgestaltung der Spediteure berücksichtigt und inkludiert.
  • Lokal statt global: Handelskonflikte und Zölle, wie aktuell zwischen den USA und China, erschwerten laut Infor bereits im vergangenen Jahr den Handel mit Produkten aus bestimmten Regionen. Folglich werden Unternehmen im Jahr 2020 zunehmend auf nationale und lokale Ressourcen sowie Handelspartner zurückgreifen, um die globalen Restriktionen für den Handel zu umgehen, heißt es in der Pressemitteilung.
  • Die digitale Mauer: Kristalina Georgiewa, die neue Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), erklärte in ihrer Antrittsrede, dass die derzeitigen Missstände zu Veränderungen führen, die eine ganze Generation andauern werden. Zu den negativen Entwicklungen zählt sie dabei unterbrochene Lieferketten, isolierte Handelssektoren und eine sogenannte digitale Mauer, die die Länder zur Wahl zwischen Technologiesystemen zwingt, so Infor. Die Metapher der digitalen Mauer betone die aufkommenden technologischen Barrieren und deren Auswirkungen auf den Handel. Das könne sogar soweit führen, dass ganze Gesellschaften oder Regionen abgeschottet werden.

„Die globale Agilität und Flexibilität sind für Unternehmen im Hinblick auf die zunehmende Globalisierung seit Jahren im Mittelpunkt essentiell. Dennoch führen derzeitige Entwicklungen jetzt zu einem Wendepunkt. Belastbarkeit und Flexibilität bleiben zwar nach wie vor wichtig, aber die neuen digitalen Barrieren erfordern immer stärker die Fähigkeit, alternative Lieferanten schnell zu integrieren. Ein Grund dafür ist, dass Rohstoffe und essentielle Betriebsmittel zukünftig bei traditionellen Beschaffungsquellen nicht länger verfügbar oder besonders kostspielig sein könnten. Die Notwendigkeit, angesichts solcher Risiken zügig zu handeln, wird für den Wettbewerb künftig unerlässlich sein“, prognostiziert Infor in der Pressemeldung.

  • Umbruch der Industrienormen: Im November kündigte Maersk, die dänische Containerschiffsreederei, den strategischen Stopp von Investitionen in Seeschiffe an und erklärte, dass sich das Unternehmen im Hinblick auf die Wachstumsförderung zukünftig auf Landdienstleistungen konzentrieren wird. Unternehmen werden künftig laut Infor verstärkt nach neuen Wegen suchen, Kunden in dem angespannten Handelsumfeld zu bedienen. „Wir müssen stärker in den Erwerb von Grundstücken und Zollabfertigungsdiensten investieren“, sagte Søren Skou, Chief Executive bei Maersk. „Bereits rund eine Milliarde Dollar haben wir zuletzt in die landseitige Supply-Chain investiert und wollen im kommenden Jahr Hunderte von Millionen mehr investieren.“
  • Zunehmende Verflechtung von Politik und Wirtschaft: Es ist zu erwarten, dass die geopolitische Volatilität und die Beziehungen zwischen den Ländern zukünftig immer komplizierter und unberechenbarer werden, so Infor. Zölle und Handelsregelungen werden der Pressemeldung zufolge zu wichtigen Stützen für strategische Entscheidungen im Supply-Chain-Management. Das bedeutet, dass jeder – vom Chief Supply Chain Officer bis zum Logistikmanager – die Handelsentwicklungen im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit kontinuierlich im Auge behalten muss.
  • Menschliche Intelligenz formt künstliche Intelligenz: Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) werden laut Infor künftig auch für das Supply-Chain-Management eine sehr große Rolle spielen. Gestützt auf Algorithmen ermöglicht ML das Erkennen von Mustern in den Daten der Lieferkette, was Unternehmen der Meldung zufolge ermöglicht beispielsweise einen personalisierten Kundenservice zu bieten. Außerdem führe es zu geringeren Lagerbeständen und einer besseren Auslastung der Ressourcen. Während die Prozesse des Supply-Chain-Managements immer automatisierter laufen, werden Plattformen für Machine-Learning und KI weiter dazulernen, indem sie Menschen und Datensignale in verschiedenen Gesellschaften, Regionen und Lieferketten beobachten, das ist die Prognose von Infor. So könnten sie die Komplexität und Feinheiten des globalen Handels besser verstanden werden.
Printer Friendly, PDF & Email
Werbung