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Nachhaltigkeit: Verbraucher bezahlt ungern dafür

Diskussionen über Ethik in der Supply Chain auf der EXCHAiNGE-Konferenz
Diskutierten mit Dr. Michael Arretz, mia, (rechts) über Ethik in der Supply Chain (v.l.): Dr. Johannes Merck, Otto Group, Lars Purkarthofer, UPS, Dietlind Freiberg, McDonald´s Deutschland, sowie Prof. Dr. Uwe Clausen, Fraunhofer IML. Foto: Baschlakow
Diskutierten mit Dr. Michael Arretz, mia, (rechts) über Ethik in der Supply Chain (v.l.): Dr. Johannes Merck, Otto Group, Lars Purkarthofer, UPS, Dietlind Freiberg, McDonald´s Deutschland, sowie Prof. Dr. Uwe Clausen, Fraunhofer IML. Foto: Baschlakow
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Thilo Jörgl

Unternehmen könnten in puncto Nachhaltigkeit noch besser sein, aber viele Verbraucher sind nicht dazu bereit, mehr Geld für „grüne“ Produkte auszugeben. Das war eine der Kernthesen, die auf der Podiumsdiskussion „Ethik in der Supply Chain“ auf der Konferenz EXCHAiNGE am 26. Juni in Frankfurt am Main diskutiert wurden.

Verschiedene Ansichten herrschten bei der von Dr. Michael Arretz geleiteten Sequenz darüber, wie viel die Wirtschaft in den vergangenen 25 Jahren in Sachen Sustainability geleistet hat. Prof. Dr. Uwe Clausen vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik betonte, dass bereits zahlreiche Maßnahmen zur Kohlendioxid-Reduzierung in der Logistik umgesetzt worden seien. Dr. Johannes Merck, Director Corporate Responsibility bei der Otto Group, vertrat indes die Meinung, dass das Thema immer noch ein Nischendasein in den Firmen friste. Ein Grund dafür sei, dass Kunden selten bereit wären, für nachhaltige Produkte oder Services Geld auf den Tisch zu legen.

Konzern als Treiber

Auch Lars Purkarthofer, Manager Public Affairs beim KEP-Spezialisten UPS, berichtete, dass Otto Normalverbraucher für ein „grünes Paket“ ungern mehr ausgibt. „Von Geschäftskunden ist die Nachfrage etwas besser, aber viele von ihnen wollen keinen finanziellen Aufschlag bezahlen“, so Purkarthofer. Der größte Treiber in puncto Nachhaltigkeit sei daher der Konzern selbst. UPS setze beispielsweise eine Reihe von elektrisch betriebenen Zustellfahrzeugen ein. Dietlind Freiberg, Senior Director Corporate Social Responsibility & Environment bei McDonald´s Deutschland, sagte, dass der Spagat zwischen Zahlungsbereitschaft und Ansprüchen der verschiedenen Stakeholder für den bekannten Burgerbrater schwierig sei. Große Einzelhändler hätten es leichter, weil sie neben Premiumprodukten auch Billigware anbieten könnten und so eine Mischkalkulation hätten.

Potenzial bei Beleuchtung

Moderator Arretz wollte zudem wissen, ob die Firmen schon genug in Sachen Nachhaltigkeit tun? Wissenschaftler Clausen war der Meinung, dass Unternehmen in der Logistik noch mehr Energieeinsparungen in der Logistik erzielen könnten, etwa bei optimaler Beleuchtungsregelung in Lagern. Auch zu langfristigen Zielen äußerten sich die Diskussionsteilnehmer: UPS will laut Purkarthofer bis 2017 eine Milliarde Meilen mit alternativen Antrieben zurückgelegt haben. Und die Otto Group arbeitet Merck zufolge bis 2020 daran, alle Artikel aus Baumwolle auf „nachhaltig“ umzustellen. Wissenschaftler Clausen sagte, dass unter anderem die Einführung einer Kreislaufwirtschaft dringend nötig sei. „Wenn wir so weiter machen wie bis jetzt, schaut es sonst mit dem Klimaschutz schlecht aus.“ jö

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