Nachhaltigkeit: Röhlig und Lufthansa Cargo sparen gemeinsam CO2

Die beiden Unternehmen bieten im Rahmen einer Partnerschaft CO2-neutrale Frachttransporte auf ausgewählten Strecken an.

Lufthansa Cargo und Röhlig Logistics wollen im Rahmen einer Partnerschaft gemeinsam den CO2-Ausstoß in der Luftfracht kompensieren. (Foto: Lufthansa)
Lufthansa Cargo und Röhlig Logistics wollen im Rahmen einer Partnerschaft gemeinsam den CO2-Ausstoß in der Luftfracht kompensieren. (Foto: Lufthansa)
Sandra Lehmann

Lufthansa Cargo und das inhabergeführte Logistikunternehmen Röhlig Logistics schließen sich für den Klimaschutz partnerschaftlich zusammen und bieten Kunden ab sofort ein nachhaltiges Transportangebot auf ausgewählten Strecken an. Das gab Lufthansa Cargo Ende Februar in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach setzt Röhlig Logistics dabei auf Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte, um wirksam CO2-Emissionen zu kompensieren, die beim Transport der Luftfracht entstehen. Der Dienstleister engagiere sich zunächst auf insgesamt vier ausgewählten Frachtrouten für die Dekarbonisierung der Luftfracht. Dadurch würden voraussichtlich rund 1.000 Tonnen CO2-Emissionen kompensiert. Philip W. Herwig, Managing Partner bei Röhlig Logistics, erläutert:

„Röhlig ist bestrebt, Nachhaltigkeit in allen seinen Geschäftsaktivitäten und Entscheidungsprozessen zu fördern. Daher freuen wir uns besonders, Partner von Lufthansa Cargo zu sein und mit dem Engagement einen messbaren Schritt in unserem Nachhaltigkeitsbestreben zu tun. Ab sofort bieten wir unseren Kunden CO2-neutrale Frachttransporte auf ausgewählten Strecken an. Dabei werden 100 Prozent der CO2-Emissionen durch die Förderung von Projekten der internationalen und gemeinnützigen Klimaschutzorganisation Myclimate kompensiert.“

„Wir freuen uns, dass wir mit Röhlig Logistics einen weiteren Partner an unserer Seite haben, der aktiv daran mitarbeitet, Luftfrachttransporte nachhaltiger zu gestalten. Unser Ziel bei Lufthansa Cargo ist es, die umweltfreundlichste Luftfrachtairline zu werden. Daher investieren wir in eine moderne Flotte, Innovationen wie AeroShark, das den Luftwiderstand reduziert, und leichtere Ladehilfsmittel der neuesten Generation. Diese Investitionen helfen, unsere CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Unseren Kunden bieten wir nachhaltige Transportlösungen an, die den verbleibenden CO2-Fußabdruck reduzieren. Dazu zählt neben Sustainable Aviation Fuel auch die Kompensation von CO2-Emissionen durch Investitionen in hochwertige Klimaschutzprojekte“, erklärt Dorothea von Boxberg, CEO bei Lufthansa Cargo.

Auf folgenden Strecken werden alle CO2-Emissionen der Frachtstücke, die im Auftrag von Röhlig Logistics befördert werden, zu 100 Prozent kompensiert:

  • von Frankfurt am Main (FRA) nach Atlanta (ATL)
  • von Frankfurt am Main (FRA) nach Mexiko-Stadt (MEX)
  • von Frankfurt am Main (FRA) nach Shanghai (PVG)
  • von Hong Kong (HKG) nach Frankfurt am Main (FRA)

Bereits emittierte CO2-Emissionen können Lufthansa Cargo zufolge mittels hochwertiger Kompensationsprojekte ausgeglichen werden. Dies funktioniere deshalb, weil es für das Klima nicht entscheidend sei, wo Treibhausgase ausgestoßen und wo sie eingespart werden. So würden in den Projekten beispielsweise fossile Energiequellen durch erneuerbare Energie oder energieeffiziente Technologien ersetzt und auf diese Weise der CO2-Ausstoß reduziert, wie zum Beispiel bei der Verwendung von Solarkochern anstelle von Feuerholz. Eine andere Möglichkeit sei der Schutz bedrohter Wälder, deren Bäume über ihre Lebenszeit hinweg CO2 aus der Atmosphäre entnehmen, umwandeln und als Kohlenstoff speichern. Die Menge der eingesparten Emissionen aus den Projekten werden dem Luftfrachtdienstleister zufolge berechnet und können an Unternehmen als Emissionsminderungsgutschriften – sogenannten Zertifikaten – in bedarfsgerechter Menge weitergegeben werden. Auf Basis der zertifizierten CO2-Einsparung oder -Reduzierung bestehe die Möglichkeit CO2-Emissionen, die beispielsweise im Rahmen von Frachttransporten entstehen, auszugleichen.

Lokal profitieren

Ein weiterer Vorteil aus Sicht der beiden Partner: Der Kompensationsmechanismus über hochwertige Projekte beziehe nicht nur Klimaschutzmaßnahmen ein, bei denen nachweislich CO2 eingespart wird, sondern die Projekte brächten immer auch lokal Vorteile für die Bevölkerung und die Umwelt. So würden Arbeitsplätze geschaffen, Infrastrukturen verbessert oder Gesundheitsrisiken vermindert, die Artenvielfalt geschützt oder Bildungschancen verbessert. Röhlig Logistics setzt nach Eigenangaben bei den Kompensationsprojekten auf eine von der Lufthansa Group kuratierte Auswahl von zehn Klimaschutzprojekten der gemeinnützigen Organisation Myclimate, die bei der Auswahl und Gestaltung der Klimaschutzprojekte nur die strengsten, unabhängigen Qualitätsstandards wie Gold Standard und Plan Vivo anwendet. Abgewickelt wird die Kompensation über Compensaid, eine digitale Plattform für CO2-neutrales Fliegen der Lufthansa Group.

Folgende Projekte werden im Rahmen der Kompensation gefördert:

  • Brasilien: Holz-Biomasse statt Gasboiler in Brasilien • Brasilien: Strom aus FSC-Holzabfall im Amazonas
  • Burundi: Effiziente Kocher für Rückkehrende in Burundi
  • Indien: Biogasanlagen für 9000 Familien in Indien
  • Kenia: Spargemeinschaften ermöglichen Frauen effiziente Kocher in Kenia
  • Madagaskar: Mit Energiespar- und Solarkochern zurück zur grünen Insel auf Madagaskar
  • Nicaragua: Kommunales Wiederaufforsten in Nicaragua • Nigeria: Effiziente Kocher reduzieren Emissionen in Nigeria
  • Ruanda: Effiziente Kocher retten Lebensraum für letzte Berggorillas in Ruanda
  • Tansania: Schutz tansanischer Wälder für Indigene, Wildtiere und das Klima
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