Nachhaltigkeit: Optimierung der Verpackung als relevant betrachtet

In einer EHI-Studie sehen die Befragten das größte Potenzial für umweltfreundlichen Versand in der Verbesserung der Verpackungen.

Die Verbesserung von Versandverpackungen stellt laut einer Studie des EHI für viele Händler die beste Möglichkeit dar nachhaltiger zu agieren. (Symbolbild: Malp/AdobeStock)
Die Verbesserung von Versandverpackungen stellt laut einer Studie des EHI für viele Händler die beste Möglichkeit dar nachhaltiger zu agieren. (Symbolbild: Malp/AdobeStock)
Sandra Lehmann

Nachhaltigkeit gewinnt auch im Versand- und Retourenmanagement immer mehr an Relevanz. So sehen Onlinehändler die größten Optimierungsmöglichkeiten bei nachhaltigeren Versandverpackungen. Das geht aus der Studie „Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce 2021“ des EHI Retail Institutes hervor, für die von Mai bis Juli dieses Jahres 72 namhafte Onlinehändler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu deren Anforderungen und Trends im Versand- und Retourenmanagement befragt wurden.

Mit 24 Prozent geben die meisten Befragten dort an, dass die Nachhaltigkeit der Verpackungen die dringendste Optimierungsmaßnahme darstellt.

„Dennoch spielen für Onlinehändler ökologische Kriterien wie Nachhaltigkeit generell oder die Wiederverwendbarkeit von Retouren noch nicht die Rolle, die man vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen erwarten könnte“, erklärt Thomas Kempcke, Leiter Forschungsbereich Logistik und Autor der Studie.

Neben dem generellen Fokus auf Nachhaltigkeit legen die Befragten bei Verpackungen Wert auf ein optimales Größenverhältnis (20 Prozent), einen verbesserten Materialeinsatz (17 Prozent) sowie der Vermeidung von Füllmaterial (15 Prozent). Die Wiederverwendbarkeit von Verpackungen beziehungsweise der Einsatz von Mehrwegverpackungen erachten nur zehn Prozent der Onlinehändler als aktuelle Optimierungsmaßnahme.

Für besonders schnelle, von den Standardzeiten abweichende Lieferzeiten nehmen die Händler teilweise einen Aufpreis. Vorwiegend verlangen sie diesen ab einer schnellstmöglichen Belieferung innerhalb von 24 Stunden oder kürzer (kumulierter Anteil von 25 Prozent). Von den acht Prozent der Unternehmen, die eine Lieferung am selben Tag der Bestellung ermöglichen, fordern sechs Prozent einen Aufpreis, heißt es in der Studie. Je länger die Lieferzeit, desto seltener wird ein Aufpreis verlangt. Häufig bieten die Händler unterschiedliche Optionen an: einen schnelleren Versand, für den Versandkosten berechnet werden sowie einen langsameren Standardversand mit Gratisauslieferung.

Retournierte Artikel bleiben häufig A-Ware

Gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) ist laut EHI in der Lage, mindestens zwei Drittel der retournierten Artikel wieder als A-Ware zu verkaufen. Besonders hoch ist der Anteil bei Händlern aus den mengenmäßig stark von Retouren geprägten Bereichen Fashion und Accessoires sowie Sport und Freizeit. Wenn ein gewisser Anteil der Retouren nicht als A-Ware wieder verkauft werden kann, hat dies unterschiedliche Gründe. Für fast zwei Drittel der befragten Onlinehändler (62 Prozent) besteht die Ursache darin, dass die jeweiligen Artikel in der Qualität so sehr beeinträchtigt sind, dass die Aufbereitung nicht möglich oder zu aufwändig ist. Alle weiteren Gründe wie Gebrauchsspuren (24 Prozent), begrenzte Haltbarkeiten oder Hygieneanforderungen (je 18 Prozent) spielen nach Studienangaben eine geringere Rolle.

Printer Friendly, PDF & Email