Nachhaltigkeit: Österreichische Post setzt auf Mehrwegverpackungen

Gemeinsam mit der FH Oberösterreich und weiteren Projektpartnern schickt der Logistikdienstleister vier nachhaltige Verpackungslösungen für den E-Commerce in einen Testlauf.

Peter Umundum (li.), Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG, und Prof. Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums an der FH Oberösterreich stellten gemeinsam nachhaltige Mehrwegverpackungen für den Versand vor. (Foto: Österreichische Post)
Peter Umundum (li.), Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG, und Prof. Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums an der FH Oberösterreich stellten gemeinsam nachhaltige Mehrwegverpackungen für den Versand vor. (Foto: Österreichische Post)
Sandra Lehmann

Die Österreichische Post forscht seit 2020 gemeinsam mit dem Logistikum an der FH Oberösterreich an nachhaltigen und wiederverwendbaren Verpackungslösungen für den Paketversand. Die Fortschritte des gemeinsamen Projektes „Grüne Verpackung“ stellten die beiden Partner am 3. November zusammen mit den fünf kooperierenden Handelspartnern Tchibo, Interspar-Onlineshop, Thalia, Intersport sowie dm im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz vor. In die engere Auswahl genommen haben die Projektpartner vier Mehrwegverpackungen für den Onlinehandel, die ab Februar 2022 in einem österreichweiten Pilotprojekt auf ihre Tauglichkeit für Versandprozesse sowie die Akzeptanz bei den Kunden getestet werden sollen. Verschickt werden dabei ausgewählte Produktgruppen.

„Wir arbeiten schon seit über zehn Jahren sehr ernsthaft am Thema Nachhaltigkeit. Beginnend mit der CO2-neutralen Zustellung 2011 bis hin zu unserem Ziel der CO2-freien Zustellung 2030. Mit der grünen Mehrwegverpackung für den Paketversand schauen wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern über den Tellerrand der Aufgaben als Transportdienstleisterin hinaus, versuchen auch die vorgelagerten Prozessschritte einzubinden und mögliche Lösungen zu testen“, sagte DI Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG.

In einer Vorstudie der FH Oberösterreich wurden mehr als 40 nachhaltige Verpackungslösungen detailliert betrachtet und analysiert. Die Erkenntnisse der Studie zeigten, dass durch den Aufbau eines Mehrwegzyklus die größten Emissionseinsparungen möglich sind. In Zusammenarbeit mit den Verpackungsanbietern sowie den fünf Partnerunternehmen wurden vier Verpackungen für den Test ausgewählt:

Re-Zip Boxen:

  • Lebensdauer: fünf bis zehn Zyklen
  • Material: Karton
  • Sehr niedrige Umwelteinflüsse, in Dänemark bereits erprobt

Re-Zip Bags:

  • Lebensdauer: zehn bis 30 Zyklen
  • Material: beschichteter Holzfaserstoff
  • Optimal für Textilien, ermöglicht Vermeidung von Plastik (Polybags)

Packoorang Bags:

  • Lebensdauer: 50 bis 100 Zyklen
  • Material: recyceltes PET
  • Sehr hohe Lebensdauer, durch Polsterung auch für zerbrechliche Güter geeignet

Returnity Weinboxen:

  • Lebensdauer: 100 bis 125 Zyklen
  • Material: recyceltes PET

„Wir haben Kunden und Handelsunternehmen befragt und 40 verschiedene Verpackungslösungen evaluiert. Aktuell arbeiten wir im Innovationszentrum Logistikum.Retail gemeinsam mit unseren Projektpartnern am operativen Set-up, das heißt: Der Beschaffungsprozess für die ausgewählten Verpackungen für den Pilottest läuft, die Schulung der Mitarbeiter in der Kommissionierung wird konzipiert und auch interne Prozesse werden adaptiert“, beschreibt Prof. (FH). DI Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums an der FH Oberösterreich, den Status quo im Forschungsprojekt. „Danach werden wir gemeinsam mit den Handelsunternehmen dm, Interspar-Onlineshop weinwelt.at, Intersport, Tchibo und Thalia vier nachhaltige Mehrwegverpackungen testen.“

Und so funktioniert die „Grüne Verpackung“: Die teilnehmenden Handelsunternehmen wickeln Onlinebestellungen wie gewohnt ab und verschicken die Waren in wiederverwendbaren Verpackungen mit der Post. Die Empfänger entnehmen die Produkte und falten die Verpackungen – einfache Anleitungen sind aufgedruckt oder beigelegt – zusammen und retournieren diese über Briefkästen, Post-Geschäftsstellen, SB-Zonen oder Zusteller an die Handelsunternehmen. Dort werden die Verpackungen gereinigt und gehen erneut in den Versand.

Das gesamte Projekt werde durch die FH Oberösterreich nach dem Testlauf einer ökologischen Bilanzierung unterzogen. Da die Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen oder recyceltem PET bestehen, wird laut den Projektpartnern bereits nach wenigen Zyklen der ökologische Break-even-Point im Vergleich zum herkömmlichen Einwegkarton erreicht.

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