Nachhaltigkeit: Menge an Verpackungsmüll 2018 erneut gestiegen

Umweltbundesamt geht davon aus, dass Müllaufkommen durch Corona weiter wachsen wird.

Das Aufkommen an Verpackungsmüll ist 2018 erneut gestiegen, wie das Umweltbundesamt kürzlich mitteilte. (Symbolbild: 279photo/Fotolia)
Das Aufkommen an Verpackungsmüll ist 2018 erneut gestiegen, wie das Umweltbundesamt kürzlich mitteilte. (Symbolbild: 279photo/Fotolia)
Sandra Lehmann

In Deutschland fielen 2018 insgesamt 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an. Das sind 0,7 Prozent mehr als noch 2017. Pro Kopf entspricht dies durchschnittlich 227,5 kg Verpackungsabfall. Das zeigt der aktuelle Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungen in Deutschland, der Ende Oktober 2020 veröffentlicht wurde. Demnach ist der Verpackungsverbrauch seit 2010 damit um 17,9 Prozent gestiegen. Private Endverbraucher verursachen laut UAB von der Gesamtmenge 47 Prozent, also mehr als 8,9 Millionen Tonnen oder 107,7 kg pro Kopf. Das sind 1,0 Prozent mehr als im Vorjahr und 20,6 Prozent mehr als 2010.

Beim Recycling Luft nach oben

Und auch beim Recycling von Verpackungen gäbe es Nachholbedarf wie das UAB in einer Pressemeldung mitteilt. Vom gesamten Verpackungsabfallaufkommen wurden 69 Prozent dem Recycling zugeführt, der Rest wurde größtenteils energetisch verwertet. Die erreichte Recyclingquote variiere bei den unterschiedlichen Materialien. Vergleichsweise hoch ist sie bei Glas (83,0 Prozent), Papier/Karton (87,7 Prozent), Stahl (91,9 Prozent) und Aluminium (90,1 Prozent). Bei Kunststoffen (47,1 Prozent) und Holz (25,3 Prozent) sei jedoch noch viel Recyclingpotential vorhanden.

„Für angefallene Verpackungsabfälle ist das Recycling in der Regel die beste Verwertung. Deshalb sind auch die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und der Rezyklateinsatz entscheidende Aspekte einer Kreislaufwirtschaft. Wir müssen wieder zu steigenden Recyclingraten kommen“, so Dirk Messner, Präsident des UAB.

Seit 2019 greife das neue Verpackungsgesetz, das unter anderem von den dualen Systemen höhere Recyclingquoten verlange. Seit dem vergangenen liege die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen bei 58,5 Prozent, 2022 soll sie auf 63 Prozent steigen. Außerdem müssen die dualen Systeme per Gesetz nun bei ihren Beteiligungsentgelten die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und den Rezyklateinsatz berücksichtigen.

Corona könnte Menge an Verpackungsmüll erhöhen

Die Ursachen für den hohen Verpackungsverbrauch sind laut UAB vielfältig. Ein wesentlicher Treiber sei das bis 2019 anhaltende Wirtschaftswachstum, denn mehr Produkte führten auch zu mehr Verpackungen. Wie sich der Verpackungsverbrauch während der Corona-Pandemie entwickelt hat, sei noch unklar. Aufgrund der geschlossenen Geschäfte und Restaurants ist aus Sicht des UAB allerdings abzusehen, dass vor allem mehr Serviceverpackungen für Essen und Getränke verbraucht worden sind. Auch der durch die Pandemie weiter wachsende Onlinehandel sei ein starker Indikator für mehr Verpackungsmüll.

Verpackungen optimieren

Für Hersteller von Verpackungen, die als Abfall typischerweise bei privaten Endverbrauchern anfallen, biete ein von der Zentralen Stelle Verpackungsregister und dem UBA veröffentlichter Mindeststandard für die Bemessung der Recyclingfähigkeit eine wichtige Orientierung, wie Verpackungen umweltschonend gestaltet werden können. Auf dieser Grundlage können Hersteller dem UAB zufolge die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen ermitteln und optimieren.

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