Nachhaltigkeit: EU plant neue CO2-Standards für Lkw und Busse

Die EU-Gesetzgeber einigten sich unter anderem auf das Ziel zur Senkung von CO2-Emissionen für schwere Nutzfahrzeuge von 45 Prozent für 2030 bis 2034.

Für schwere Nutzfahrzeuge wie Lkw sollen bald neue CO2-Werte gelten. (Symbolbild: Kurt Kleemann / Fotolia)
Für schwere Nutzfahrzeuge wie Lkw sollen bald neue CO2-Werte gelten. (Symbolbild: Kurt Kleemann / Fotolia)
Therese Meitinger

Das Europäische Parlament und die EU-Staaten haben sich auf verschärfte CO2-Vorgaben für neue schwere Nutzfahrzeuge geeinigt, die ab 2030 auf den EU-Markt kommen. Das berichtet eine Pressemitteilung vom 19. Januar. Ziele für die Verringerung der CO2-Emissionen bis 2030, 2035 und 2040 sollen demnach sicherstellen, dass dieses Segment des Verkehrssektors zum Übergang zu emissionsfreier Mobilität und zu den Klimazielen der EU beiträgt.

Der EU-Kommissar für Klimapolitik, Wopke Hoekstra, begrüßte die Einigung:

„Die Emissionen aus dem Straßenverkehr steigen, und wir müssen diesen Trend umkehren. Diese Einigung wird Lkw und Busse weniger umweltschädlich machen, die Emissionen senken und die Luftqualität in der gesamten EU verbessern. Wenn wir mehr emissionsfreie Fahrzeuge auf unsere Straßen stellen, kommt es uns allen zugute.“

Die Reduktionswerte im Einzelnen

Die EU-Gesetzgeber einigten sich der Mitteilung zufolge auf Ziele zur Senkung von CO2-Emissionen für schwere Nutzfahrzeuge von 45 Prozent für 2030 bis 2034, 65 Prozent für 2035 bis 2039 und 90 Prozent ab 2040 gegenüber 2019. Der Anwendungsbereich der Verordnung soll erweitert werden, und diese Normen gelten nun für fast alle Lastkraftwagen (einschließlich Arbeitsfahrzeuge wie Müllwagen oder Betonmischer ab 2035), Stadtbusse, Fernbusse und Anhänger. Spezifische Emissionsreduktionsziele sollen ab 2030 auch für Anhänger (7,5 Prozent) und Sattelanhänger (zehn Prozent) festgelegt werden.

Um den Übergang zu einem emissionsfreien öffentlichen Verkehr in ganz Europa zu beschleunigen, müssen neue Stadtbusse nach EU-Angaben die Emissionen ab 2030 um 90 Prozent senken. Alle neuen Stadtbusse müssen bis 2035 emissionsfrei sein.

Weitere Maßnahmen in der Überprüfung

Gemäß der vorläufigen Einigung will die Kommission die Wirksamkeit und die Auswirkungen der Verordnung bis 2027 überprüfen. Sie plant dabei auch Folgendes zu prüfen:

  • eine Ausweitung des Anwendungsbereichs auf kleine Lastkraftwagen,
  • eine Methode zur Registrierung schwerer Nutzfahrzeuge, die ausschließlich mit CO2-neutralen Kraftstoffen betrieben werden, im Einklang mit dem EU-Recht und den Zielen der Klimaneutralität,
  • die Rolle eines CO2-Korrekturfaktors beim Übergang zu emissionsfreien schweren Nutzfahrzeugen und
  • eine Methode zur Bestimmung der CO2-Emissionen neuer schwerer Nutzfahrzeuge über den gesamten Lebenszyklus.

Das Europäische Parlament und der Rat müssen die vorläufige Einigung noch formell beschließen. Danach werden die neuen Rechtsvorschriften im Amtsblatt der Union veröffentlicht und treten in Kraft.