Nachhaltigkeit: Delta plant landesweit erstes C2C-Logistikzentrum für Levi Strauss & Co.

In Dorsten soll ein neuer Maßstab für nachhaltige Logistik entstehen.

So soll das „New European Distribution Center“ im Industriepark „Große Heide Wulfen“ aussehen. (Visualisierung: Delta Development Group)
So soll das „New European Distribution Center“ im Industriepark „Große Heide Wulfen“ aussehen. (Visualisierung: Delta Development Group)
Melanie Endres

Auf dem Grundstück des Industrieparks „Große Heide Wulfen“ in Dorsten lässt die Delta Development Group derzeit laut eigenen Angaben das grünste Logistikzentrum Deutschlands entstehen: Mit der Logistikimmobilie holt der niederländische Projektentwickler dabei nicht nur die Modemarke Levi Strauss in die Region, sondern realisiert gleichzeitig die deutschlandweit erste Logistikfläche, die dem Nachhaltigkeitsanspruch „Cradle-to-Cradle“ entspricht – so heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Mit Drees & Sommer im General Construction Management mit der Nachhaltigkeitskonzeption, Bremer Bau als Generalunternehmer, dem Architektenteam von Quadrant4 und dem spezialisierten Investment- und Vermögensverwalter ELREP will Delta laut Pressemitteilung so ein Zeichen für zukunftsorientiertes Bauen setzen.

Cradle-to-Cradle goes Logistik

Circa 70.000 Quadratmeter wird die neue Logistikimmobilie auf dem revitalisierten Bergbaustandort umfassen, die der Modemarke Levi Strauss ab 2023 für eine Mietdauer von 20 Jahren als Distributionszentrum dienen soll. Dabei zeichnet sich das Fullfillment Center vor allem durch den innovativen Cradle-to-Cradle(C2C)-Ansatz aus, so die Delta-Angaben. Der Ansatz beschreibe eine zirkuläre Bauweise, die auf den Prinzipien der Wiederverwertung, Ressourcenschonung und Abfallreduktion basiert und das Ziel verfolgt, den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Bei der Übertragung ihres Nachhaltigkeitsanspruchs in die Logistikpraxis des „Positive Footprint Wearhouse“ konnte Delta laut Pressemitteilung auf die Expertise des Architektenbüros Quadrant4 zurückgreifen, das diesen auf allen Lager-, Büro- und Gemeinschaftsflächen kompromisslos umsetzte.

Architektur mit grünem Faden

Ganz im Sinne des C2C-Ansatzes seien jegliche Baumaterialien des neuen Zentrums auf Wiederverwertung ausgelegt und werden in einer Material-Datenbank erfasst. Am Ende der Nutzungsperiode ermögliche eine spezielle architektonische Verwendung die problemlose Trennung nach Materialtyp. Um die Luftqualität der Innenräume konstant hoch zu halten, werden Delta zufolge zudem ausschließlich schadstoffarme Materialien verwendet.

Nicht nur beim Thema Gesundheit rückt die Immobilie den Menschen in den Mittelpunkt: Auf Grundlage des „Human Centered Designs“ sei das Zentrum auf sozialen Austausch und Inspiration ausgelegt und mit zahlreichen Gemeinschafts- und Grünflächen ausgestattet. Grün ist der Firmenstandort dabei sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne: Neben den Grünflächen im Außenbereich verfüge die Immobilie über einen Dachgarten, der sowohl zur Aufrechterhaltung der Biodiversität als auch als Sammelstelle und Kläranlage des gebäudeinternen Wasserkreislaufs eingesetzt wird. Durch den Einsatz erneuerbarer Energiequellen könne das Zentrum einen Großteil seines Energiebedarfs selbst zu decken. „LEED“- und „WELL“-Zertifizierungen untermauern den Nachhaltigkeitscharakter des Gebäudes zusätzlich.

Der nächste wichtige Schritt

„Bereits seit 2003 folgen wir bei Delta fast ausschließlich dem C2C-Leitbild und rücken so konsequent die Zukunft des Planeten in den Fokus unserer Projekte. Nachhaltigkeit, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit stellen dabei stets eine untrennbare Einheit dar“, erklärt Edwin Meijerink von Delta Development den innovativen Ansatz.

Mit dem Einzug der Modemarke Levi Strauss werde der Nachhaltigkeitsgedanke der C2C-Immobilie in die unternehmerische Praxis übertragen. Eine geteilte Wertehaltung war laut Delta hierfür unerlässlich.

In den Niederlanden hat Delta laut eigener Aussage mit Immobilien wie dem „ABC Square“ oder dem „Fokker Logistics Park“ in Schiphol bereits zahlreiche nachhaltige Logistik-Großprojekte realisiert – in Deutschland steht der Projektentwickler noch am Anfang. Mit dem Logistikzentrum in Dorsten wolle das Unternehmen die Expansion nun weiter vorantreiben:

„Nachhaltigkeit besitzt eine universale Relevanz. Wir freuen uns deswegen sehr, dass unsere ganzheitliche Herangehensweise im Bereich Logistik nun auch in Deutschland Anwendung findet. Die Immobilie in Dorsten verstehen wir als wichtigen nächsten Schritt, auf den wir in Zukunft noch viele weitere folgen lassen wollen“, so die Mitteilung.

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