Nachhaltigkeit: Continental nutzt wiedergewonnenen Industrieruß für neue Reifen

Mit der Maßnahme möchte der Reifenspezialist den Einsatz fossiler Rohstoffe und CO2-Emissionen reduzieren.

Continental setzt für die Produktion von Vollreifen - etwa für Gabelstapler - wiedergewonnenen Industrieruß ein. Damit sollen fossile Rohstoffe gespart werden. (Foto: Continental)
Continental setzt für die Produktion von Vollreifen - etwa für Gabelstapler - wiedergewonnenen Industrieruß ein. Damit sollen fossile Rohstoffe gespart werden. (Foto: Continental)
Sandra Lehmann

Continental baut seine Aktivitäten im Bereich des zirkulären Wirtschaftens weiter aus. Wie das Unternehmen am 12. September mitteilte, erhalten im Continental-Reifenwerk in Korbach, Hessen, seit Kurzem neu produzierte Super Elastic Vollreifen rückgewonnenen Industrieruß (rCB). Das spare den Einsatz fossiler Rohstoffe und reduziere CO2-Emissionen. Bis spätestens 2050 will Continental nach Eigenangaben 100 Prozent nachhaltige Materialien in seinen Reifenprodukten einsetzen.

Rohstoffe aus Altreifen recyceln

Der rückgewonnene Industrieruß stammt von Pyrum Innovations, einem Partnerunternehmen des Reifenherstellers. Pyrum zersetzt Altreifen in Industrieöfen durch ein spezielles Pyrolyseverfahren in ihre einzelnen Bestandteile. Auf diesem Weg könnten wertvolle Rohstoffe, die in Altreifen enthalten sind, extrahiert und recycelt werden. Vollreifen kommen vorwiegend im Material Handling bei Gabelstaplern, Flughafenfahrzeugen, Schwertransportfahrzeugen, Seitenstaplern, Plattformwagen und anderen Industriefahrzeugen zum Einsatz.

„Im Spezialreifenbereich spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Unsere Super Elastic Vollgummireifen vereinen geringen Rollwiderstand, hohe Lebensdauer und einen vergleichsweise hohen Anteil an nachhaltigen Materialien“, sagt Matthias-Stephan Müller, Produktmanager für Material Handling Reifen im Spezialreifenbereich von Continental.

Die meisten Gabelstapler in der Intralogistik werden bereits elektrisch angetrieben. Wichtig sei daher Reichweite und Ladezeit der eingesetzten Batterie. Reifen mit geringem Rollwiderstand können laut Continental helfen, den Energieverbrauch von elektrisch angetriebenen Gabelstaplern gering zu halten und so zu mehr Reichweite des Fahrzeugs beitragen. Müller:

„Unsere Kunden sind daran interessiert, ihre Betriebsprozesse noch umweltfreundlicher, ressourcenschoneneder und effizienter zu gestalten. So sollen beispielsweise Gabelstapler mehr Arbeit in kürzerer Zeit erledigen. Das heißt, höhere Lasten bewegen und weitere Entfernungen mit höherer Geschwindigkeit zurücklegen. Dabei unterstützen wir von Continental mit unseren maßgeschneiderten Reifenlösungen.“

Industrieruß sei dabei eine wichtige Ressource, die sowohl in der Reifenproduktion als auch in der Herstellung anderer industrieller Gummiprodukte als Füllstoff eingesetzt wird. Der gezielte Einsatz von Ruß in Gummimischungen erhöhe die Stabilität, Festigkeit und Haltbarkeit von Reifen.

„Mit Pyrum haben wir einen Partner gefunden, der ein besonders effizientes Pyrolyseverfahren entwickelt hat. Gemeinsam wollen wir das Verfahren für die Pyrolyse von Altreifen weiterentwickeln“, erläutert Matthias Haufe, Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung des Reifenbereichs von Continental.

Künftig soll der rückgewonnene Industrieruß auch bei weiteren Mischungen von Continental Anwendung finden. Gemeinsam arbeitet der Reifenhersteller mit Pyrum derzeit daran, das Recycling von Altreifen durch Pyrolyse weiter zu optimieren und auszubauen.

Kreislaufwirtschaft umsetzen

Die Verwendung von wiedergewonnenem Ruß aus Altreifen sei ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft in der Reifenproduktion von Continental. Das Unternehmen arbeite daran, innovative Technologien sowie nachhaltige Produkte und Dienstleistungen in seiner gesamten Wertschöpfungskette voranzutreiben – von der Beschaffung nachhaltiger Materialien bis hin zum Recycling von Altreifen.