Nach Teilverkauf: Siemens Logistics konzentriert sich auf die Flughafenlogistik

Nachdem Siemens Logistics sein Paket- und Briefgeschäft an den Körber-Konzern veräußert hat, setzt die 100-prozentige Siemens-Tochtergesellschaft vor allem auf Lösungen für die Gepäck- und Frachtbeförderung an Flughäfen.

Siemens Logistics will davon profitieren, dass das Fluggeschäft wieder anzieht. (Bild: Siemens Logistics)
Siemens Logistics will davon profitieren, dass das Fluggeschäft wieder anzieht. (Bild: Siemens Logistics)
Gunnar Knüpffer

Nach dem Verkauf seines Paket- und Briefgeschäfts an den Körber-Konzern konzentriert sich Siemens Logistics künftig auf flexible Produkte und Lösungen für die Gepäck- und Frachtbeförderung im Flughafenbereich mit Schwerpunkt auf Automatisierung und Digitalisierung. Das kommunizierte die 100-prozentige Tochtergesellschaft der Siemens AG am 1. Juli.

Dass Körber das Paket- und Briefgeschäft von Siemens Logistics erwirbt, hatte LOGISTIK HEUTE bereits am 10. Februar dieses Jahres gemeldet. Wie Körber jetzt mitteilte soll dieses Business künftig einer der Kernbereiche des Konzerns sein.  Es soll Körbers Angebot als globaler Partner der Supply-Chain- und E-Commerce-Industrie erweitern. Der Hauptsitz von Körber Supply Chain wird deshalb von Bad Nauheim nach Konstanz verlegt.

Thomas Amend, CEO des Post- und Paketgeschäfts von Siemens Logistics, sagte: „Es ist toll, ein starker Teil des Supply-Chain-Geschäfts von Körber zu werden. Die Expertise und das Lösungsportfolio der beiden Unternehmen sowie die regionalen Strukturen passen perfekt zusammen.” 

Er sei sich sicher, dass sie einen wesentlichen Beitrag dazu leisten könnten, die Position von Körber auf dem Weg zu einem weltweit führenden Anbieter für End-to-End Supply Chain Technologie zu stärken.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Paketgeschäft – und vor allem auch unsere ehemaligen Mitarbeitenden von Siemens Parcel Logistics – ein nachhaltiges, neues Zuhause bei Körber gefunden haben“, sagte Michael Reichle, CEO von Siemens Logistics und ehemaliger CEO von Siemens Parcel Logistics.  

Die komplementären Technologien von Körber und Siemens Parcel Logistics sowie die regionalen Aufstellungen würden sich ideal ergänzen und eine solide unternehmerische Basis für die Zukunft bilden.

Das Geschäft mit Flughafenlogistiklösungen bleibt bei der Siemens AG und wird weiterhin als eigenständiges Tochterunternehmen unter dem Dach des Konzerns geführt. „Die Nachfrage nach Flugreisen zieht wieder merklich an“, sagte Reichle.  Nach den vergangenen zwei Jahren würden nun verstärkt Lösungen nachgefragt, die die Effizienz des Flughafenbetriebs als Ganzes steigern und gleichzeitig schnell und flexibel implementierbar sind. Hier seien sie mit ihrem Portfolio aus leistungsstarker Hardware und intelligenter, cloud-basierter Software sowie ihrer internationalen Präsenz optimal aufgestellt.

Siemens Logistics ist nach eigenen Angaben ein führenden Anbieter auf dem Gebiet der Flughafenlogistik für die Gepäck- und Frachtabfertigung sowie ganzheitlicher Flughafen-Digitalisierungslösungen. Zum Portfolio zählen Neuheiten wie der Gurtförderer VarioBelt TilterPlus, der automatisierte ULD-Entleerer VarioTip und die Airport Operations Software Baggage 360. Diese Applikation ermöglicht es, Prognosen des Gepäckflusses in Echtzeit zu treffen und so die vorhandenen Ressourcen besser zu planen und einzusetzen. Flughäfen weltweit, vom internationalen Drehkreuz bis zum regionalen Passagierflughafen, zählen zu den Kunden von Siemens Logistics.

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