Movianto: Logistikdienstleister verdreifacht Kapazität für Lagerung von Betäubungsmitteln

Der Logistikdienstleister installierte dabei 2.878 Solarmodule auf dem Dach des Logistikzentrums im saarländischen Neunkirchen, um dieses mit Strom zu versorgen und um seine Fahrzeugflotte aufzuladen.

Dicke Türen wie bei einem Tresor: Zahlreiche Schutzmaßnahmen sichern das erweiterte Betäubungsmittellager von Movianto in Neunkirchen gegen Diebe und Betrüger. (Bild: Movianto)
Dicke Türen wie bei einem Tresor: Zahlreiche Schutzmaßnahmen sichern das erweiterte Betäubungsmittellager von Movianto in Neunkirchen gegen Diebe und Betrüger. (Bild: Movianto)
Gunnar Knüpffer

Mit einer Investition von mehreren Millionen Euro hat der auf die Branchen Pharma und Healthcare spezialisierte Logistikdienstleister Movianto im saarländischen Neunkirchen seine Kapazität für die Lagerung und das Handling von Betäubungsmitteln (BTM) verdreifacht. Gleichzeitig baute er eine Solarstromproduktion auf: 2.878 installierte Solarmodule auf dem Dach des Logistikzentrums produzieren künftig so viel Strom, wie 400 Zwei-Personen-Haushalte durchschnittlich pro Jahr verbrauchen, verlautbarte Movianto am 28. September gegenüber der Öffentlichkeit.

„Die absoluten Mengen dieses Marktes sehen auf den ersten Blick nicht gewaltig aus, aber seine Bedeutung und sein Volumen wachsen stark, vor allem wegen medizinischer Cannabis-Produkte“, sagte Dennis Spamer, Geschäftsführer von Movianto Deutschland.

Außerdem sei es ein Markt mit hohen Ansprüchen.

„BTM erfordern ein hohes Maß an Fachwissen, Genauigkeit und Sicherheit sowie nicht zuletzt extreme bauliche Anforderungen“, meinte Spamer.

Ihre Erweiterung erinnere eher an einen Banktresor als an ein Lager.

So wurden bei der jetzigen Erweiterung des BTM-Lagers bis zu 26,5 Zentimeter dicke Stahlbetonwände zusätzlich zu den bestehenden Wänden eingebaut. Es entstanden teilweise Wandstärken von rund einem halben Meter. In die Wände wurden Erschütterungssensoren eingebaut. Die Sensoren lösen Alarm aus, etwa wenn jemand außerhalb der Betriebszeiten versuchen wollte, die Wände zu durchbohren. Weil es sich – genauso wie bei den Bewegungsmeldern im Lager selbst – um einen stillen Alarm handelt, bekommen Einbrecher nicht mit, dass Alarm ausgelöst und schon längst automatisch an die Polizei weitergeleitet wurde.

Die beiden Eingänge zum Lager sind mit dicken Tresortüren aus Stahl gesichert. Schon in den Vorraum des BTM-Lagers, der mit einem hohen Eisengitter vom restlichen Lager abgetrennt ist, kommen nur Mitarbeiter mit speziellen Zugangsberechtigungen. Diese Kommissionierfläche wurde im Rahmen der Erweiterung verdoppelt.

„Durch die größere Kommissionierfläche und weil wir jetzt zwei Zugänge, statt wie bisher einen zum BTM-Lager haben, können wir die Prozesse optimieren und den Durchsatz erhöhen“, erläuterte Spamer.

Über die eine Tresortür erfolgen jetzt ausschließlich Einlagerungen, über die andere Auslagerungen. „Dadurch haben wir einen klaren Warenfluss, was die Prozesse beschleunigt und sicherer macht“, meinte der Geschäftsführer.

Die ursprüngliche Fläche des BTM-Lagers betrug 270 Quadratmeter und bot Platz für rund 500 Paletten. Bei der Erweiterung wurde die Fläche auf 540 Quadratmeter verdoppelt. Gleichzeitig hat der Anbau eine Höhe von 13 Metern – vier Meter mehr als das bestehende Lager. Außerdem wurde durch den Einbau eines fahrbaren Regalsystems der Anteil der Lagerfläche an der Gesamtfläche erhöht. All das zusammengenommen hat den Effekt, dass auf verdoppelter Fläche eine dreifache Zahl von Paletten gelagert werden kann, insgesamt also circa 1.500. Das komplette Lager wird über eine eigene Lüftungs- und Klimaanlage im Temperaturbereich zwischen 15 und 25 Grad Celsius gehalten. Für die kühlkettenpflichtige Lagerung bestimmter Produkte bei zwei bis acht Grad Celsius stehen spezielle Kühlschränke zur Verfügung.

Die 2.878 Solarpanele haben eine Modulfläche von 5.700 Quadratmetern und eine Spitzenleistung von rund 1.200 Kilowatt. Damit liegt ihr voraussichtlicher jährlicher Stromertrag bei 1,2 Millionen Kilowattstunden (1.200 MWh). Neben der Versorgung des Logistikzentrums will Movianto den Solarstrom auch für seine eigene Fahrzeugflotte nutzen und für Kunden, die mit dem E-Auto anreisen. Dazu wurden 13 Ladesäulen auf dem Gelände installiert.