Möbellogistik: TH Rosenheim will Leerkilometer sparen

Das von der Hochschule entwickelte Konzept soll nun im Rahmen einer Pilotphase in der Praxis erprobt werden.

Student Christian Schaal gemeinsam mit seiner Betreuerin Prof. Dr. Holly Ott. Das Möbellogistik-Konzept der TH Rosenheim geht auf Schaals Bachelorarbeit zurück. (Foto: TH Rosenheim)
Student Christian Schaal gemeinsam mit seiner Betreuerin Prof. Dr. Holly Ott. Das Möbellogistik-Konzept der TH Rosenheim geht auf Schaals Bachelorarbeit zurück. (Foto: TH Rosenheim)
Therese Meitinger

In Zusammenarbeit mit Unternehmen der Möbellogistik hat die Fakultät für Holztechnik und Bau der Technischen Hochschule Rosenheim ein Maßnahmenpaket entworfen, wodurch Leerkilometer eingespart und die Zahl der Direktlieferungen erhöht werden kann. Das besagt eine Pressemitteilung vom 25. März. Im Ergebnis würden die Kosten, die Zahl der Reklamationen und die Fahrzeugemissionen gesenkt, so die Hochschule. Das entwickelte Konzept soll nun im Rahmen einer Pilotphase in der Praxis erprobt werden.

Eine optimierte Auslieferlogistik spiele im Mittelstand der deutschen Möbelindustrie bisher eine untergeordnete Rolle, heißt es in der Mitteilung. Die Fakultät für Holztechnik und Bau der Technischen Hochschule Rosenheim arbeitet mit sechs Unternehmen der Möbellogistik aktuell an der Umsetzung eines vielversprechenden Konzepts, bei dem Leerkilometer stark reduziert und bisher nicht genutzter Laderaum verfügbar gemacht werden kann. Wichtiger Teil hiervon sind nach Hochschulangaben Rundläufe, also die Beladung des Transportfahrzeugs auf dem Hin- und Rückweg. Das Konzept sieht unter anderem vor, Umzugsunternehmen einzubeziehen.

Reklamationsquote senken, Fahrzeugemissionen senken

Im Mai 2020 wurden laut der Mitteilung im Rahmen eines Studierenden-Projekts, Unternehmen aus der Möbelbranche zu Problemen der Möbellogistik befragt. Aus den gesammelten Informationen wurden demnach Optimierungspotenziale herausgestellt und aufgenommen. Im vergangenen halben Jahr sei nun ein Maßnahmenpaket entwickelt worden, wodurch Leerkilometer eingespart und die Zahl der Direktlieferungen erhöht werden könne heißt es. Neben den Kostensenkungen werde eine niedrigere Reklamationsquote und die Verringerung von Fahrzeugemissionen erwartet. Das entwickelte Konzept soll nun von Partnern aus der Industrie in einem Pilotprojekt in der Praxis erprobt werden.

Durch die Kooperationen zwischen Spediteuren und Herstellern können der Hochschule zufolge Frachten früher und gezielter vermittelt werden. In der Auslieferregion kann demnach von einem Partner eine Rückladung abgeholt werden, die wiederum für Kunden in der Heimatregion bestimmt ist. Gleichzeitig können durch die Einbindung von Umzugsplattformen und Paketdiensten besonders kleine Kommissionen kostengünstiger versendet werden. Es können somit Abladestellen, die Tourdauer oder gesamte Touren reduziert werden.