Mobilität: KIT entwickelt autonome Cargo-Systeme für Werksverkehr

Das Forschungsprojekt „FLOOW“ soll vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 1.8 Millionen für die kommenden drei Jahre gefördert werden.

Wie autonome FTS nicht nur im Lager, sondern auch im Werksverkehr eingesetzt werden können, untersucht derzeit das KIT. (Foto: phonlamaiphoto / Adobe Stock)
Wie autonome FTS nicht nur im Lager, sondern auch im Werksverkehr eingesetzt werden können, untersucht derzeit das KIT. (Foto: phonlamaiphoto / Adobe Stock)
Therese Meitinger

Das Forschungsprojekt „Flexibles Mobilitäts- und Cargo-System für den Werksverkehr“ (FLOOW) hat laut einer Pressemitteilung vom 29. Juli auf dem Campus des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) den Testbetrieb aufgenommen. Statt Studenten und Mitarbeiter verkehrten vor allem kleine Fahrzeuge auf dem KIT Campus Ost und dem Schaeffler Hub on Campus hin und her, heißt es. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) liefern in diesem Szenario etwa in genormten Kisten benötigte Bauteile zu ihrem Bedarfsort, elektrische Lastenräder stellen die Betriebspost zu und werden spontan von Mitarbeiter für eine kurze Fahrt genutzt. Allen Fahrzeugen dieser nicht allzu fernen Zukunftsvision gemein ist nach KIT-Angaben die eigenständige, autonome Navigation, die im Rahmen des Projekts entwickelt werden sollen.

Das Forschungsprojekt FLOOW startete laut der Mitteilung offiziell am 2. März mit der Übergabe der Förderurkunde an das Projektkonsortium. Als Konsortialpartner nehme das FZI Forschungszentrum Informatik die zentrale Rolle bei der Entwicklung der Manöverplanung mithilfe Künstlichen Intelligenz ein, um neue Lösungen für Mobilität von Menschen und Transportgütern zu schaffen.

„Kreative Lösungen sind für die Herausforderungen gefragt, die Low-Risk-Verhicles mit sich bringen“, so Projektleiter Dr.-Ing. Stefan Schwab vom FZI. „Unsere Erfahrung mit autonomen Pkw und Bussen sind sehr nützlich, müssen für diese Anwendung allerdings stark angepasst werden.“

Autonome FTS fordern hohe Rechenleistung auf engstem Bauraum

Die Anforderungen an die Hard- und Software für eine hochgenaue und robuste Manöverplanung für Innen- und Außenbereiche stellt nach Erfahrung des KIT dabei deutlich andere Anforderungen als zum Beispiel bei autonomen Pkw: eine hohe Rechenleistung müsse auf engsten Bauraum mit geringen Energieverbrauch und Kosten entwickelt werden. Die Wissenschaftler am FZI verfolgen nach Eigenangaben einen konsequenten Software-Hardware-Codedesign Ansatz: die Software des neuronalen Netzwerks der Künstlichen Intelligenz wird auf eine ebenfalls eigens entwickelte Hardware abgestimmt.

Der Konsortialführer des Projekts, der Münchener Software-Anbieter Anavs, ist auch hochgenaue Lokalisierungssysteme spezialisiert. Das Unternehmen widmet sich in dem Projekt laut der Mitteilung der Umfelderfassung und Lokalisierung der Fahrzeuge. Eine besondere Herausforderung stelle dabei der Übergang von Gebäuden in den Außenbereich dar, da die unterschiedlichen Gegebenheiten sehr verschiedene Lösungen erforderten, heißt es.

Weitere Partner im Konsortium sind laut KIT Schaeffler, das die genutzten Fahrzeugplattformen in das Projekt einbringt, und das Institut für Fahrzeugsystemtechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), das die Backend Funktion mit Routing und Flottenmanagement zur Verfügung stellt.

Das Projekt wird für drei Jahre vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 1.8 Millionen Euro gefördert. Für den Sommer 2022 sind erste Testfahrten auf dem Gelände des KIT rund um den Schaeffler Hub on Campus geplant.

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