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Mobilfunk: Bosch beantragt 5G-Lizenzen für lokale Netze

Pilotprojekte sind der Forschungscampus in Renningen und das Industrie-4.0-Leitwerk in Stuttgart-Feuerbach.  

Der Mobilfunkstandard 5G soll autonomen Transportfahrzeugen ermöglichen, sich problemlos in der Produktion zu bewegen. Die Eigenentwicklung "Active Shuttle" will Bosch nun auf den Markt bringen. (Foto: Bosch)
Der Mobilfunkstandard 5G soll autonomen Transportfahrzeugen ermöglichen, sich problemlos in der Produktion zu bewegen. Die Eigenentwicklung "Active Shuttle" will Bosch nun auf den Markt bringen. (Foto: Bosch)
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Therese Meitinger

Bosch hat Lizenzen für lokale 5G-Netze für ausgewählte deutsche Standorte bei der Bundesnetzagentur beantragt, wie es am 21. November bekannt gab. Dies wurde durch ein am 20. November in Kraft getretenes Vergabeverfahren der Behörde möglich, mit dem Unternehmen erstmals zum Lizenznehmer für eigene lokale Frequenzen werden können. Nach der Lizenzierung durch die Bundesnetzagentur will Bosch nach eigenen Angaben gemeinsam mit Unternehmenspartnern die lokalen 5G-Netze im Laufe des nächsten Jahres aufbauen, um die Potenziale von Industrie 4.0 besser auszuschöpfen.

In den kommenden Monaten plant die Firma 5G in eigenen Werken sowie am Forschungscampus zu testen und so den operativen Einsatz vorzubereiten. Zunächst hat Bosch nach eigenen Angaben für das Industrie-4.0-Leitwerk in Stuttgart-Feuerbach sowie den Forschungscampus in Renningen 5G-Lizenzen beantragt. „Die ausgewählten Standorte leisten Pionierarbeit, die dem gesamten Bosch-Verbund aus rund 280 Werken weltweit zugutekommt“, sagt Dr. Michael Bolle, Bosch-Geschäftsführer und CDO/CTO der Bosch-Gruppe.

5G als Baustein für Fabrik der Zukunft 

„In unserer Vision der Fabrik der Zukunft sind nur noch Boden, Wände und Decke statisch und fest. Alles andere ist flexibel, mobil und ordnet sich immer wieder neu“, erklärt Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork.

Dies umfasst dem Unternehmen zufolge mobile Roboter, autonome Transportfahrzeuge und neue Assistenzsysteme wie Datenbrillen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sei eine hochleistungsfähige drahtlose Infrastruktur, die eine effiziente Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Anlagen ermögliche, so Bosch.

„Es geht um eine zuverlässige, sichere und schnelle Datenübertragung mit kurzen Reaktionszeiten – all das lässt sich mit 5G realisieren“, sagt Andreas Müller, Bosch-Forscher und Vorsitzender der internationalen Initiative 5G-ACIA (5G Alliance for Connected Industries and Automation).

Dabei sorgt 5G laut Bosch nicht nur für eine effiziente Vernetzung mobiler Endgeräte und drahtloser Sensoren, sondern stellt gleichzeitig die Grundlage für komplett neue Systemkonzepte dar. So könne etwa mittels 5G die Steuerung eines mobilen Roboters in Echtzeit aus einer lokalen Fertigungscloud heraus erfolgen.

Vergabeverfahren für lokale 5G-Netze

Mit Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G besteht für Unternehmen in Deutschland erstmalig die Möglichkeit, lokale Netze aufzubauen und zu betreiben. Die Bundesnetzagentur stellt dafür Frequenzen im Bereich von 3.700 bis 3.800 Megahertz bereit. Diese können entsprechend der angemeldeten Bedarfe, insbesondere für Industrie 4.0 oder die Land- und Forstwirtschaft, eingesetzt werden. Die Bundesnetzagentur teilt die Frequenzen zunächst für bis zu zehn Jahre befristet zu. Die Gebühr je Lizenz errechnet sich aus einem Sockelbetrag von 1.000 Euro, der zugeteilten Bandbreite (mindestens zehn bis maximal 100 Megahertz), der Laufzeit der Zuteilung in Jahren sowie aus der Fläche des Zuteilungsgebietes in Quadratkilometern, unterschieden nach Siedlungs- und Verkehrsflächen und anderen Flächen. 

Die vier Industrieverbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI äußerten sich am 20. November in einer gemeinsamen Erklärung positiv zu den inkraft getretenen Vergabebedingungen. Sie seien mittelstandsfreundlich und auch für kleinere und mittlere Unternehmen attraktiv. Ab jetzt könne mit Planung, Installation und Konfiguration privater 5G-Netze begonnen werden. Deutschland habe die Chance, zum Leitmarkt und Leitanbieter für industrielle Mobilfunkanbindungen zu werden.  

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