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Mietpreiskarte: Logistik-Neubauten besonders gefragt

Realogis rechnet mit einer verringerten Ausschreibungsquote und einem Preiswachstum für Bestandsimmobilien.

Oliver Stenzel, Geschäftsführer der Realogis Corporate Solutions GmbH. (Foto: Realogis)
Oliver Stenzel, Geschäftsführer der Realogis Corporate Solutions GmbH. (Foto: Realogis)
Therese Meitinger

Das auf Industrie- und Logistikimmobilien sowie Gewerbeparks spezialisierte Beratungsunternehmen Realogis hat am 24. April seine Mietpreiskarte für Logistikimmobilien im ersten Quartal 2020 veröffentlicht. Damit will der Münchener Immobilienberater Unternehmen in den Bereichen Handel, E-Commerce, Gewerbe und Produktion sowie Investoren über die aktuellen Mietpreise für Neubauten und Bestandsimmobilien an insgesamt 32 Logistik-Standorten informieren.

Allein zwischen 2018 bis 2019 sind die Mieten für Neubaulogistikimmobilien in Deutschland Realogis zufolge an den größten Ballungszentren um über acht Prozent gestiegen und damit deutlich höher als im Vorjahresvergleich (2,5 Prozent). Diesem Trend liegt nach Unternehmensangaben eine immer eingeschränktere Verfügbarkeit von bebaubaren Grundstücken bei gleichzeitig verringerter Ausschreibungsquote durch Produktions-, Handels- und Logistikunternehmen zugrunde. Schließlich seien viele Grundstücke entweder reserviert oder gekauft worden und ein Neubauprojekt könne nur von einem Projektentwickler realisiert werden, so Realogis.

„Aktuell haben wir im ersten Quartal 2020 mindestens das gleiche Mietpreisniveau wie Ende 2019“, kommentiert Oliver Stenzel, Geschäftsführer der Realogis Corporate Solutions GmbH. „Die Mieten werden 2020 jedoch weiter steigen, da weniger Neubauten dem Markt zugeführt werden als im vergangenen Jahr.“

Bedarf an Lager- und Logistikimmobilien steigt

In den letzten Jahren seien immer mehr in die Jahre gekommene Bestandsflächen – unter anderem aufgrund von Zentralisierung und Digitalisierung der Logistikprozesse – gegen Neubauimmobilien ausgetauscht worden, argumentiert der Berater. Da aktuell immer noch ein deutlicher Nachfrageüberhang für Neubauten bestehe, diese aber nicht in dem Masse verfügbar seien, wachse der Bedarf für ältere Immobilien und in der Folge auch die Mieten, so Realogis weieter.

Gleichzeitig steigt dem Unternehmen zufolge der Bedarf an Lager- und Logistikimmobilien insbesondere in den Hersteller- beziehungsweise Exportnationen in Europa – und hier allen voran in Deutschland und Frankreich. Da jedoch nach Ansicht von Realogis viel zu wenige Industrie- und Logistikgrundstücke in Deutschland ausgewiesen werden, die in den gefragten Ballungszentren bebaut werden können, rechnet das Unternehmen in den kommenden Jahren mit einer weiteren Verteuerung der Mieten für das Neubausegment.

„Unser dringender Appell richtet sich an die Gemeinden, die bisher keine großen Produktions- und Logistikzentren ansiedeln wollten“, sagt Oliver Stenzel. „Im Logistikimmobilien-Bereich gibt es, im Vergleich mit allen anderen Gewerbeimmobilien-Assetklassen, die geringste Volatilität bei den Kaufpreisen und Mieten“, so Oliver Stenzel.

Dadurch hätten Gemeinden langfristig gesehen auch verhältnismäßig stabile Einnahmen aus der Gewerbesteuer und könnten zudem Arbeitsplätze sichern.

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