Maut: Ab sofort müssen auch 7,5-Tonner für Straßennutzung bezahlen

Ab 1. Oktober weitet sich die Mautpflicht aus - und das ist noch nicht das Ende.
Neue Schilder braucht das Land: Seit 1. Oktober gilt die Lkw-Maut bereits ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht - nicht wie bislang erst ab zwölf Tonnen. (Archivbild: Toll Collect)
Neue Schilder braucht das Land: Seit 1. Oktober gilt die Lkw-Maut bereits ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht - nicht wie bislang erst ab zwölf Tonnen. (Archivbild: Toll Collect)
Nadine Bradl

Ab dem heutigen 1. Oktober 2015 sind auch Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in das Lkw-Maut-System mit einbezogen. Bislang galt die Maut erst ab einem Gewicht von zwölf Tonnen. Die Mauteinnahmen - im Jahr 2014 immerhin rund 4,5 Milliarden Euro - sollen in den Erhalt und Ausbau der Straßen fließen.

Geld für die Straßeninfrastruktur

Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sagt: "Die Ausweitung der Nutzerfinanzierung ist ein wichtiges Element meines Investitionshochlaufs zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur. Die Einnahmen aus der Lkw-Maut fließen dauerhaft und zweckgebunden in unsere Straßeninfrastruktur."

Mehreinnahmen: 380 Millionen Euro im Jahr

Die angesprochenen Investitionen in die Infrastruktur steigen demnach um mehr als 30 Prozent, von rund 10,5 Milliarden Euro auf rund 14 Milliarden Euro im Jahr 2018.‎ Durch die Mauterweiterungen (Gewicht und Streckennetz) rechne man mit Mehreinnahmen von rund 380 Millionen pro Jahr. Bereits zum 1. Juli 2015 war die Maut auf weitere rund 1.100 Kilometer autobahnähnliche Bundesstraßen ausgeweitet worden. Inzwischen sind circa 2.3000 Kilometer mautpflichtig.

BGL kritisiert Maut

Für den Bundesverband Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) ein untragbarer Zustand. Der BGL schreibt in einer Pressemitteilung: "Die von der Politik beschlossene und seitens des BGL vielfach kritisierte aktuelle Mautänderung führt je nach betroffenen Fahrzeugen im Fuhrpark zu sehr unterschiedlichen Auswirkungen auf die Kostensituation der meist klein- und mittelständischen Transportlogistikunternehmen." Grundsätzlich ergebe sich daraus ein aus Sicht des BGL "unnötig hoher Anpassungsaufwand in den Betrieben".

Ab 2018: Maut auf allen Bundesstraßen

Dennoch plant die Politik bereits den nächsten Schritt: Ab Mitte 2018 soll die Maut auf allen Bundesstraßen erhoben werden. Hier werden Mehreinnahmen von etwa zwei Milliarden Euro erwartet.

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