Markt: 2019 war ein solides Jahr für die deutsche Logistik

Laut der Studie „Top 100 der Logistik“ ist der Wirtschaftszweig 2019 um 2,5 Prozent gewachsen.

Der deutsche Logistikmarkt ist 2019 um 2,5 Prozent auf 285 Milliarden Euro gewachsen. Das geht aus der Studie "Top 100 der Logistik 2020/2021" hervor. (Symbolbild: Bizvector/Adobe Stock)
Der deutsche Logistikmarkt ist 2019 um 2,5 Prozent auf 285 Milliarden Euro gewachsen. Das geht aus der Studie "Top 100 der Logistik 2020/2021" hervor. (Symbolbild: Bizvector/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

2019, im Vorjahr der Coronakrise, ist die deutsche Logistikwirtschaft um rund 2,5 Prozent auf etwa 285 Milliarden Euro gewachsen. Das geht aus der Studie „Top 100 der Logistik 2020/2021“ hervor, die am 22. Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Diese Zahlen entsprechen den Autoren zufolge der Prognose aus der Studie zu den Jahren 2019/2020, die im vergangenen Herbst erschienen war. Die tatsächlich zu bewältigenden Mengen seien 2019 um knapp ein Prozent gewachsen, der größere Teil des Wachstums sei allerdings einem Preisauftrieb geschuldet, der insbesondere durch gestiegene Löhne für die Erwerbstätigen in der Logistik in Deutschland zustande kommt.

Geringeres Wachstum als 2018

Zwar hat sich nach Studienangaben zur zweiten Jahreshälfte 2019 die Wirtschaftslage etwas eingetrübt. In der Gesamtschau könne 2019 insgesamt jedoch noch als solides Logistikjahr betrachtet werden, auch wenn sich die zu bewältigende Gütergesamtmenge in Deutschland nur mehr um 0,7 Prozent erhöht hat. Mit rund 1,1 Prozent und 35.000 Köpfen ist laut den Autoren dagegen die Beschäftigung etwas stärker gewachsen. Allerdings habe es auch hier im Vergleich mit 2018 einen Rückgang gegeben – zum damaligen Zeitpunt gab es ein Beschäftigungswachstum von rund 3,7 Prozent im Wirtschaftszweig.

Weniger neue Mitarbeiter

Dies könnte nach Ansicht der Autoren hauptsächlich auf drei Gründe zurückzuführen sein: Zum einen scheint mit Blick auf den schon länger andauernden E-Commerce-Aufschwung plausibel, dass die Kapazitäten beispielsweise in den Lägern bereits in den zurückliegenden Jahren durch die Einstellung neuer Mitarbeiter aufgestockt wurden. Ebenso wahrscheinlich sei aber, dass der vieldiskutierte Fachkräftemangel sich nun auch messbar auf die Kennzahlen zur Beschäftigung niederschlägt. Auch ein vorsichtigeres Einstellungsverhalten aufgrund sich eintrübender Geschäftsaussichten macht diesen Verlauf nachvollziehbar, heißt es in einer Pressemeldung zur Studie.

Derzeit bestehe die Logistikwirtschaft in Deutschland aus rund 3,3 Millionen Erwerbstätigen, die dafür sorgten, dass rund 50 Tonnen Gütervolumen pro Kopf der Bevölkerung ihren Weg durch die Wertschöpfungsketten und in den Export oder Konsum machen. Im gesättigten Markt in Deutschland sind der Studie zufolge die Wachstumsimpulse der Logistik inzwischen seit mehreren Jahren weniger auf ein allgemein steigendes Güteraufkommen zurückzuführen. Vielmehr sei das E-Commerce-Wachstum einmal mehr Impulsgeber für die Logistik. Insbesondere dem Bereich der an Privatkunden gerichteten Sendungen nutze die Corona-Pandemie eher, als dass sie schade. Aktuell deute sich sogar ein weiteres Wachstum an. Nimmt man jedoch die gesamte Logistik in den Blick, so die Autoren, ergibt sich durch die ab 2020 wirkende Corona-Pandemie ein anderes Bild: es zeichnet sich ein deutlicher Einbruch des Logistikvolumens ab.

Neu Strukturiert

Die für die Ausgabe 2020/2021 neu strukturierte „TOP 100-Studie“ analysiert die Logistikwirtschaft anhand von zehn Logistiksegmenten – unter anderem Paketdienste, Ladungsverkehre, Kontraktlogistik oder globale Luft- und Seefrachtlogistik – sowie weiteren Untersegmenten im Detail. Und sie geht auf den Status quo sowie die aktuellen Entwicklungsaussichten vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie ein.

Die Studie „TOP 100 der Logistik 2020/2021“ wird gemeinsam von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services des Fraunhofer IIS, der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ) und der Bundesvereinigung Logistik e. V. herausgegeben.

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