Luftfracht: Lufthansa Cargo stellt sich für Reshoring und Kreislaufwirtschaft auf

Die Frachtfluglinie will unter anderem mit besonders leichten Transportnetzen und –folien Gewicht im Transportprozess einsparen.

Dorothea von Boxberg ist CEO von Lufthansa Cargo. (Bild: Lufthansa Cargo
Dorothea von Boxberg ist CEO von Lufthansa Cargo. (Bild: Lufthansa Cargo
Therese Meitinger

Lufthansa Cargo stellt sich auf ein bewegtes Luftfrachtjahr 2023 ein. Wie CEO Dorothea von Boxberg im Rahmen des Jahrespressegesprächs am 3. März erläuterte, erwartet die Frachtfluglinie eine weitere Normalisierung des Marktes – bereits 2022 habe man nach den Spitzen der Coronajahre eine zurückgehende Nachfrage bei gleichzeitig erweitertem Angebot beobachten können. Die Entwicklung des Marktes 2023 wird von Boxberg zufolge entscheidend von der Neubewertung des Produktionsstandorts China durch unterschiedliche Unternehmen abhängen.

„Wir sehen, dass viele Unternehmen über eine China+1-Strategie nachdenken, also den Produktionsstandort China durch weitere Fertigungsstandorte in den ASEAN-Staaten ergänzen möchten. Gleichzeitig ist China ein bedeutender Luftfrachtstandort und wird dies wohl weiterhin bleiben“, so von Boxberg.

Lufthansa Cargo kündigte an, sein Streckennetz in den ASEAN-Staaten in den nächsten Monaten verstärkt ausbauen zu wollen.

Dekarbonisierung vorantreiben

Weiteres Fokus-Thema soll für die Frachtfluggesellschaft in diesem Jahr die Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung sein: Das SAF-Partnerprogramm will Lufthansa Cargo ausweiten, ebenso die Beschichtung von Freightern mit der aerodynamischen Beschichtung „AeroShark“, die bis zu ein Prozent Kerosin einsparen soll. Auch besonders leichte Frachtnetze beim Palettentransport sollen Gewicht einsparen helfen.

Hinzukommt von Boxberg zufolge perspektivisch der Einsatz einer besonders leichten Transportfolie, die aus recycleten Kunststoffen hergestellt ist – und mit Blick auf besonders hohe Recyclingfähigkeit entwickelt wurde. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Folie sogar kompostierbar werden.

„Für uns ist das ein erster Testballon in Richtung Kreislaufwirtschaft“, erklärte von Boxberg auf der Konferenz.

Ernst machen will Lufthansa Cargo auch, was den Data-Sharing-Standard „One Record“ der IATA angeht: Hier sollen Kunden an die Implementierung des Standards herangeführt werden.