Luftfracht: Lufthansa Cargo etabliert CO2-neutrale Frachtverbindung

Zu den ersten Kunden der wöchentlichen Frachtverbindung von Frankfurt nach Shanghai gehören Mercedes-Benz, ZF und Merck.

Betankung eines Frachtfliegers mit Sustainable Aviation Fuels. (Foto: Lufthansa Cargo)
Betankung eines Frachtfliegers mit Sustainable Aviation Fuels. (Foto: Lufthansa Cargo)
Therese Meitinger

DB Schenker und Lufthansa Cargo haben am 1. April die nach Firmenangaben erste regelmäßige CO2-neutrale Frachtflugverbindung aufgenommen. Die Unternehmen machten mit dem Start einer Boeing 777F um 9.14 Uhr den Auftakt zu wöchentlichen Flügen zwischen Frankfurt am Main und Shanghai Pudong, deren Treibstoffbedarf einer Pressemitteilung zufolge komplett durch Sustainable Aviation Fuel (SAF) abgedeckt wird. Jede Woche sollen damit rund 174 Tonnen herkömmliches Kerosin eingespart werden. Zu den ersten Kunden des Programms zählen Mercedes-Benz, ZF und Merck.

„CO2-neutrale Lieferketten sind jetzt auch mit der Luftfracht möglich“, sagt Jochen Thewes, Vorstandsvorsitzender von DB Schenker. „Unsere wöchentlichen Flüge zwischen Frankfurt und Shanghai sind der Anfang. Wir sind stolz, schon jetzt so viele Kunden von diesem zukunftsweisenden Produkt überzeugt zu haben.“

Nun müssten Wirtschaft und Politik an einem Strang ziehen, um mehr Kapazitäten für regenerative Kraftstoffe und sauberes Fliegen zu schaffen, so Thewes weiter.

Fliegen ohne fossile Emissionen

Dorothea von Boxberg, Vorstandsvorsitzende von Lufthansa Cargo, unterstreicht, dass man mit dem ersten nachhaltigen Frachtflug der Welt bereits im Herbst gemeinsam mit DB Schenker gezeigt habe, dass Fliegen ohne fossile Emissionen schon heute möglich sei.

„Jetzt rufen wir gemeinsam die erste regelmäßige nachhaltige Frachtflugverbindung der Welt ins Leben“, so von Boxberg weiter. „Damit ist der Weg für viele weitere Verbindungen dieser Art bereitet.“

Sustainable Aviation Fuel wird Lufthansa Cargo zufolge vorwiegend aus Biomasseabfällen hergestellt, beispielsweise aus gebrauchten Pflanzen- und Speiseölen. Bei der Verbrennung im Triebwerk wird demnach ausschließlich CO2 freigesetzt, welches der Atmosphäre zuvor beim Wachstum der Pflanzen entzogen wurde.

Darüber hinaus würden die bei der Herstellung und dem Transport des Kraftstoffs entstandenen Treibhausgase vollständig mit Ausgleichsprojekten kompensiert, gibt Lufthansa Cargo an. Das ermögliche es, die vollständige Treibhausgasneutralität der Flüge zu realisieren. DB Schenker und Lufthansa Cargo geben an, wöchentlich SAF zu beschaffen, die 174 Tonnen Kerosin entspricht, was dem Bedarf für die Verbindung nach Shanghai und zurück gleichkommt. Allerdings können Flugzeuge bislang technisch und rechtlich noch nicht vollständig mit SAF betankt werden. Daher wird das SAF nach Unternehmensangaben über das Tanksystem des Flughafens dem herkömmlichen Kerosin beigemischt und anteilig von allen anschließend betankten Maschinen verbraucht.

Insgesamt will die Frachtfluglinie während ihres Sommerflugplans eine Treibhausgasneutralität in Höhe von 20.250 Tonnen erzielen. Davon werden laut Firmenangaben rund 16.200 Tonnen bei der unmittelbaren Verbrennung im Triebwerk vermieden – diese können sich die Kunden des Programms anteilig in ihrer Klimabilanz gutschreiben.

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