Luftfracht: Kritik an Flugverboten

Forscher haben kaum kritische Aschekonzentrationen ermittelt.
Thilo Jörgl

Nachdem wegen der isländischen Aschewolke seit 23. Mai rund 1.000 Flüge ausfallen mussten und Passagiere sowie Luftfracht am Boden blieben, mehren sich Stimmen, die das Flugverbot kritisieren. Forscher haben Ergebnisse präsentiert, die den Schluss nahe legen, dass Einschränkungen des Luftverkehrs über Europa zu keiner Zeit notwendig waren. Höchstwahrscheinlich wurde die für Düsenjets als problematisch angesehene Konzentration von 2.000 Mikrogramm Ascheteilchen pro Kubikmeter Luft nicht überschritten.

Das Leipziger Institut für Troposphärenforschung (Ift) ermittelte in Stockholm am 25. Mai lediglich Werte zwischen 300 und 500 Mikrogramm. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Forschungszentrum Jülich. Die Werte seien deutlich kleiner als beim Vulkanausbruch 2010 gewesen, so die Wissenschaftler. Gegenüber Journalisten erklärte der verkehrspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Uwe Beckmeyer, dass aus den Erfahrungen des Flugasche Chaos 2010 nichts gelernt wurde. Das Bundesverkehrsministerium verteidigte aber den Krisenplan. Sicherheit gehe vor, hieß es aus Berlin. Lediglich die Abstimmung innerhalb Europas müsse verbessert werden.

2010 hatte die weltweite Wirtschaft aufgrund einer isländischen Aschewolke nach Berechnung von Luftfahrtexperten einen Schaden von 3,5 Mrd. Euro erlitten. Mehrere Unternehmen mussten ihre Produktion wegen logistischer Probleme einstellen.

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