Luftfracht: Keine 100-Prozent-Kontrolle

US-Zollbehörden wollen nur noch riskante Frachtstücke scannen.
Redaktion (allg.)

Die US-amerikanische Behörde für Transportsicherheit TSA (Transportation Security Administration) im „U.S. Department of Homeland Security“ will ihre geplanten Auflagen für Luftfrachtimporte lockern. Das sagte der TSA-Vertreter John Pistole auf der „Air Cargo 2012 Spring Conference“, die Ende März in Miami stattfand.

Statt, wie ursprünglich geplant, 100 Prozent der Fracht an Bord von Flugzeugen zu scannen, setzen die Behörden künftig auf eine elektronische Vorabübermittlung einzelner Sendungsdaten im Rahmen des neuen Pilotprogramms „Air Cargo Advance Screening“ (ACAS). Der US-Zoll (Customs and Border Protection) soll verdächtige Frachtstücke dann herausfiltern und vorab kontrollieren lassen, bevor sie für ihren Flug in Richtung USA konsolidiert werden. Das neue System soll auf „Vertrauen basieren“, Kontrollen seien dennoch nötig.

Zunächst wurde das neue System im Bereich der Expressluftfracht getestet, weil dieses Segment sehr große Sendungsmengen abwickelt und bereits über detaillierte Sendungsdaten verfügt. Die ersten Ergebnisse seien positiv, so Pistole. Demnach wurden bereits mehr als 14 Mio. Sendungen ohne Ladestopp geprüft. Nur eine sehr kleine Zahl von Sendungen überschreite die Risikoschwelle und erfülle die Anforderungen für ein gesondertes Screening.

Es sei nun geplant, ACAS sowohl auf Passagier- als auch auf reine Frachtairlines sowie Logistikdienstleister auszuweiten. Das Ziel seien solide risikobasierte Analysen nicht nur aller Versender, sondern auch jeder einzelnen Luftfrachtsendung mit Ziel Vereinigte Staaten – unabhängig vom Transporteur.

In Zusammenarbeit mit anderen Regierungsorganisationen und der World Customs Organization (WCO) will die TSA außerdem global einheitliche Standards für sichere Lieferketten rund um den Globus etablieren, betonte Pistole. Möglich sei auch eine internationale Analyseplattform für alle Beteiligten weltweit. Ein wichtiger Partner sei die EU. Denn fast die Hälfte der in den USA eingehenden Luftfracht stamme von europäischen Flughäfen.

(akw)
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