Luftfracht: Die Post stellt Nachtflüge zur Briefbeförderung ein

(dpa) Derzeit sind für die Post noch drei Flieger an fünf Werktagen pro Woche im Einsatz.

 Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Frau wirft einen Brief in einen Briefkasten. (Foto: Marijan Murat/dpa)
Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Frau wirft einen Brief in einen Briefkasten. (Foto: Marijan Murat/dpa)
Therese Meitinger

(dpa)-Bei der Beförderung von Briefen verzichtet die Deutsche Post schon bald auf Flugzeuge und damit auf eine jahrzehntelange, unter Klimaschutz-Aspekten fragwürdige Praxis. Man habe entschieden, die bisherigen Brief-Nachttransporte in der Luft in Deutschland Ende März einzustellen, teilte das Unternehmen am 6. März auf Anfrage gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit. Derzeit sind für die Post noch drei Flieger an fünf Werktagen pro Woche im Einsatz, und zwar zwischen Stuttgart und Berlin, Hannover und München sowie Hannover und Stuttgart – pro Nacht hin und zurück, also 30 Nachtflüge zur Briefbeförderung pro Woche.

Grund für den bisherigen Einsatz der Nachtflieger ist eine staatliche Auflage, der zufolge 80 Prozent der heute eingeworfenen Briefe am nächsten Werktag beim Empfänger sein müssen. Um diese Vorschrift einzuhalten und einen Teil der Briefe möglichst schnell zu befördern, griff die Post jahrzehntelang auf besagte Nachtflieger zurück. Derzeit arbeitet die Bundespolitik allerdings an einer Novelle des veralteten Postgesetzes, diese soll am Ende des Frühjahrs abgeschlossen sein. In der Reform soll der für die Post geltende Zeitdruck beim Brieftransport wesentlich abgeschwächt werden.

Dies wiederum nimmt die Post zum Anlass, besagte Nachtflieger zu streichen und auf der Langdistanz stattdessen komplett auf Lastwagen und Güterzüge zu setzen. Dass der Bonner Logistiker die Einstellung der Nachtflüge noch vor Abschluss der Reform entscheidet, liegt nach Auskunft eines Post-Sprechers auch daran, dass sich die Verträge mit den Airlines Eurowings und Tui fly sonst für einen gewissen Zeitraum verlängert hätten. In der Politik ist es inzwischen weitgehend Konsens, besagten gesetzlichen Zeitdruck, den die Post bei der Briefbeförderung hat, angesichts der veränderten Nachfrage im Digitalzeitalter aufzuweichen.