Luftfracht: DHL Express sichert sich 800 Millionen Liter SAF

Eine entsprechende Kooperation zum Einsatz der nachhaltigen Flugkraftstoffe ging das Unternehmen mit BP und Neste ein.

Der SAF-Deal soll auf die Nachhaltigkeitsziele von DHL Express einzahlen. (Foto: DPDHL)
Der SAF-Deal soll auf die Nachhaltigkeitsziele von DHL Express einzahlen. (Foto: DPDHL)
Therese Meitinger

Der Bonner Logistikdienstleister DHL Express hat am 21. März strategische Partnerschaften mit BP und Neste angekündigt: Die beiden Unternehmen sollen DHL Express in den kommenden fünf Jahren mit mehr als 800 Millionen Litern nachhaltigen Flugkraftstoffs (SAF) beliefern, wie eine Pressemitteilung besagt. Die Vereinbarung stelle eines der bislang größten SAF-Geschäfte in der Geschichte der Luftfahrt dar, heißt es dort. In Kombination mit der bereits angekündigten Einführung des neuen Kraftstoffs im DHL-Netzwerk an den Flughäfen San Francisco (SFO), East Midlands (EMA) und Amsterdam (AMS) sollen damit 50 Prozent des Ziels von DHL Express erreicht werden, bis 2026 zehn Prozent des Treibstoffbedarfs in der Luftfracht durch nachhaltige Kraftstoffe zu decken.

SAF als Nachhaltigkeitshebel in der Luftfracht

Der Logistikdienstleister erwartet, dass sich mit der strategischen Kooperation über den gesamten Lebenszyklus des Flugkraftstoffs hinweg circa zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen einsparen lassen – dies entspreche dem jährlichen Kohlendioxidausstoß von rund 400.000 Pkw, so das Unternehmen. DHL Express befördert in seinem globalen Netzwerk, das 220 Länder und Territorien umfasst, nach Eigenangaben mehr als 480 Millionen eilige Dokumente und Sendungen pro Jahr.

„Wir haben uns als weltweit führender Logistikdienstleister dazu verpflichtet, unseren Kunden umweltfreundliche und nachhaltige Lösungen anzubieten. Die wegweisenden SAF-Vereinbarungen mit BP und Neste sind ein bedeutender Schritt für die Luftfahrtbranche und unterstreichen einmal mehr die Ziele unseres Nachhaltigkeitsfahrplans“, sagt Frank Appel, CEO Deutsche Post DHL Group.

Die Verwendung nachhaltiger Flugkraftstoffe sei derzeit einer der wichtigsten Hebel in der Luftfahrt, um die CO2-Emissionen mit den aktuell verfügbaren Flugzeugtypen über den gesamten Lebenszyklus zu reduzieren, so Appel weiter.

In ihrem Nachhaltigkeitsfahrplan hat sich Deutsche Post DHL Group dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 in ihrem Luftfrachtgeschäft über 30 Prozent SAF-Beimischungen einzusetzen. Sowohl BP als auch Neste lieferten aus Altspeiseöl hergestellte nachhaltige Flugturbinenkraftstoffe, so die Mitteilung. Mit der Nutzung von aus Abfallprodukten und Reststoffen gewonnenen SAF könnten die Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus hinweg im Vergleich zu fossilem Kerosin um bis zu 80 Prozent reduziert und so der CO2-Fußabdruck von DHL verringert werden. Dabei werde die Verwendung von Rohstoffen vermieden, die mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren oder indirekt die Landnutzung verändern.

„Mit jedem SAF-Geschäft wird uns zunehmend bewusster, welche enormen Aufgaben noch vor uns liegen, um unsere Kunden mit nachhaltigen Lösungen zu unterstützen. Praktisch täglich fragen Kunden bei uns CO2-neutrale Logistiklösungen und Unterstützung bei der gemeinsamen Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft an“, so John Pearson, CEO DHL Express.

DHL Express will seine Partnerschaften mit Lieferanten nachhaltiger Flugkraftstoffe künftig weiter ausbauen und den SAF-Anteil im Luftfrachttransport kontinuierlich erhöhen.

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