Luftfracht: DHL Express setzt auf SAF für Expressflüge

Ermöglicht wird der Service Go Green Plus durch die jüngst eingegangenen Kooperationen mit BP und Neste, die SAF an die DHL Express Hubs in der ganzen Welt liefern.

Speiseöl im Tank? DHL Express setzt auf nachhaltigen Flugkraftstoff. (Bild: DHL Express)
Speiseöl im Tank? DHL Express setzt auf nachhaltigen Flugkraftstoff. (Bild: DHL Express)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

DHL Express hat am 16. Februar die Einführung von Go Green Plus bekannt gegeben, einem neuen Service, der es Kunden erlauben soll, die mit ihrem Frachtaufkommen verbundenen CO2-Emissionen durch Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) zu reduzieren („Insetting“). Das sei ein Novum für globale Expressunternehmen, heißt es vonseiten des Anbieters. Die Einführung erfolgt DHL Express zufolge zunächst in Großbritannien, gefolgt von Italien, Dänemark, Schweden, Kanada, Australien, Südafrika und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Kunden können sich in diesen Ländern bei der Auswahl ihrer Versanddienstleistung über MyDHL+ für die Option Go Green Plus entscheiden, teilt DHL Express mit. In den nächsten Monaten soll Go Green Plus allen Kunden von DHL Express weltweit zur Verfügung stehen. Sie erhalten damit die Möglichkeit, die gewünschten CO2e-Reduktionen und SAF-Mengen an den eigenen Bedarf anzupassen. 

Kooperationen mit bp und Neste

Ermöglicht wird das neue Produkt Anbieterangaben zufolge durch die jüngst eingegangenen Kooperationen mit BP und Neste, die SAF an die DHL Express Hubs in der ganzen Welt liefern. Dabei wird der erneuerbare Anteil des innovativen Kraftstoffs aus Altspeiseölen gewonnen. Mit dem Einsatz von SAF aus Abfallprodukten und Reststoffen können die Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus hinweg im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin um bis zu 80 Prozent reduziert werden. 

Dazu John Pearson, CEO von DHL Express: „Wir wissen, dass sich unsere Kunden zur Minderung ihrer Umweltbelastungen verpflichtet haben, deshalb kommt es darauf an, ihnen dafür die entsprechenden Mittel in die Hand zu geben. Ich freue mich, dass die Kunden jetzt von unserer Investition in SAF vollumfänglich profitieren können und die Möglichkeit haben, die Emissionen ihrer Sendungen zu senken. SAF ist aktuell der wichtigste Weg zur Verringerung der CO2-Emissionen im Luftverkehr und bildet damit die wirksamste Möglichkeit, Kunden bei der nachhaltigen Umstellung ihrer Lieferketten zu unterstützen.“

Das Insetting durch Go Green Plus ermögliche den Kunden die Senkung ihrer Scope-3-Emissionen – die indirekten Treibhausgasemissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen, einschließlich nachgeordnetem Transport und Vertrieb. Im Gegensatz zu Offsetting-Initiativen reduziere Go Green Plus (Insetting) die Emissionen innerhalb des Logistiksektors und kann damit von DHL-Kunden für die freiwillige Emissionsberichterstattung genutzt werden. Es folgt der Philosophie der Science Based Target Initiative. 

Deutsche Post DHL Group hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen auf netto null zu reduzieren. Der Go Green Plus Service soll helfen, dieses Ziel zu erreichen. Er trägt zum Zwischenziel bei, wonach für den gesamten Lufttransport bis 2030 30 Prozent SAF eingesetzt werden soll. Im Einklang mit seiner Nachhaltigkeits-Roadmap wolle Deutsche Post DHL Group seinen Kunden umweltfreundliche Alternativen für alle Produkte und Dienstleistungen seiner Divisionen anbieten.