LogTech Festival: BVL stellt in Hamburg Innovationsmanagement in den Fokus

Die Veranstaltung sollte Start-ups mit etablierten Unternehmen vernetzen.

Wollte für Durchblick und Vernetzung sorgen: Dr. Martin Schwemmer, Geschäftsführer der BVL und Organisator des ersten LogTech Festivals in Hamburg. (Foto: Bublitz/BVL)
Wollte für Durchblick und Vernetzung sorgen: Dr. Martin Schwemmer, Geschäftsführer der BVL und Organisator des ersten LogTech Festivals in Hamburg. (Foto: Bublitz/BVL)
Sandra Lehmann

Innovationen fördern und Vernetzung ermöglichen – die beiden Dinge standen beim ersten LogTech Festival der Bundesvereinigung Logistik (BVL) im Fokus, das am 29. Juni 2023 mit 328 Teilnehmern im Edelfettwerk in Hamburg über die Bühne ging.

„LogTech bedeutet aus unserer Sicht, technologische Innovation und neue zukunftsweisende Geschäftsmodelle für die Logistik zu entwickeln. Dieses Thema geht alle an. In diesem Sinne wollen wir von der BVL heute vor allem eines: Unternehmen und Start-ups miteinander vernetzen sowie die digitale Welt mit der physischen verknüpfen“, sagte Dr. Martin Schwemmer, Geschäftsführer der BVL, in seiner Begrüßungsrede.

Eine Einordnung zum Status quo der globalen Logistik-Start-up-Landschaft gab anschließend Alexander Doll, Mitglied des Beirats beim KI-Plattformanbieter Dataiku, privater Investor sowie Mitglied des BVL-Vorstands. Dazu stieg der Ex-Manager der Deutschen Bahn und Start-up-Experte mit einer steilen These ein: Nur ein Prozent der Jungunternehmen können sich mit ihren Geschäftsmodellen am Markt behaupten, der Rest scheitert. Gleichwohl sind Start-ups bedingt durch ihre Kultur und Beschaffenheit für den Logistikmarkt von größter Wichtigkeit:

„Jungunternehmen bringen von Haus aus eine Innovationsstärke mit, die etablierten Unternehmen häufig fehlt. Zudem sind Start-ups in der Regel agiler und können schneller Ideen umsetzen als das etwa in Konzernen möglich ist. Dort gibt es oft lange Entscheidungswege, die Veränderungen ausbremsen“, erläuterte Doll im Rahmen des LogTech Festivals.

Im Anschluss an die Eröffnung drehte sich auf den beiden Bühnen des Edelfettwerks alles um Fragen der Kooperation zwischen Start-ups und Corporates, die Hürden digitaler Geschäftsmodelle sowie die Möglichkeiten, die etablierte Unternehmen haben, im eigenen Haus Innovation zu fördern. Um Neuentwicklungen überhaupt erst zu entfesseln und das eigene Haus zukunftsfit zu machen, müssen Firmen Innovationen als Kernkompetenz verankern, erläuterte Alexander Nowroth von der Lebenswerk Consulting Group. Zudem, so der Experte, kann Neues nur dort entstehen, wo eine entsprechende Struktur vorhanden ist. Unternehmen müssten dazu vor allem Bürokratiemauern einreißen und mehr Raum für selbstbestimmte Entscheidungen ihrer Mitarbeiter schaffen. Das verkürze Wege und führe zu einer schnelleren Einführung von innovativen Produkten und Services, so Nowroth. Dr. Frank Albers, Managing Director Sales & Marketing bei der Krone GmbH, lässt sich für mehr Innovationsfreude gern von außen inspirieren.

„Wir können gar nicht alles aus uns selbst heraus, wir müssen mit anderen zusammenarbeiten und kooperieren. Anders entsteht keine Innovation“, sagte Albers in Hamburg.

Dafür hat der Trailerhersteller unter anderem eine Denkfabrik initiiert, in der Vertreter aller Verkehrsträger zusammenkommen und gemeinsam überlegen, wie man Herausforderungen begegnet.

„Es geht uns darum, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Deshalb arbeiten wir außerdem auch gern mit Start-ups zusammen. Nicht, weil wir deren Geschäftsmodelle oder sie selbst übernehmen möchten. Vielmehr wollen wir dazulernen“, so Albers weiter.

Abseits von Diskussionspanels und Impulsvorträgen konnten sich die Teilnehmer des LogTech Festivals im Rahmen eines Messebereichs mit 28 Ausstellern sowie live davon überzeugen, was die deutsche Logistik-Startup-Szene zu bieten hat. In insgesamt vier Pitch-Runden, die sich jeweils mit unterschiedlichen Bereichen der Logistik beschäftigten, stellten Gründer ihre Konzepte kurz und knapp dem Publikum vor. Aus jeder Runde wurde jeweils ein Sieger gekürt. Am Ende des Festivals gingen Felix Volz von Filics, Gerrit Koch to Krax von Menlo79, Jan-Peter Richter von Jokati sowie Stefanie Müller von Cloud4Log als Gewinner von der Bühne.

Mehr über das LogTech Festival lesen Sie in der LOGISTIK HEUTE-Ausgabe 7-8/2023, die am 14. Juli erscheint.