Logistikzentrum: DHL eCommerce, Post & Paket Deutschland und DHL Freight eröffnen Drehscheibe bei Posen

Mit einem neuen Logistikzentrum im polnischen Robakowo will die DHL Group ihr wachsendes E-Commerce-Geschäft bewältigen. Dort bearbeitet der Logistikdienstleister auch Sendungen nach Deutschland sowie Retourensendungen aus Deutschland.

Eröffneten das neue Logistikzentrum der DHL in der Nähe von Posen: Agnieszka Swierszcz, CEO DHL eCommerce Poland, Uwe Brinks, CEO DHL Freight, Dr. Tobias Meyer, CEO DHL Group, Pablo Ciano, CEO DHL eCommerce, Nikola Hagleitner, CEO Post + Parcel Germany. (Bild: DHL Group)
Eröffneten das neue Logistikzentrum der DHL in der Nähe von Posen: Agnieszka Swierszcz, CEO DHL eCommerce Poland, Uwe Brinks, CEO DHL Freight, Dr. Tobias Meyer, CEO DHL Group, Pablo Ciano, CEO DHL eCommerce, Nikola Hagleitner, CEO Post + Parcel Germany. (Bild: DHL Group)
Gunnar Knüpffer

Die DHL Group hat im polnischen Robakowo in der Nähe von Posen ein neues internationales Logistikzentrum eröffnet. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von DHL eCommerce, Post & Paket Deutschland und DHL Freight, hieß es am 1. März in einer Pressemitteilung des global tätigen Logistikdienstleisters.

Die Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 180 Millionen Euro erstreckt sich über eine Fläche von rund 32.000 Quadratmeter, was in etwa fünf Fußballfeldern entspricht. Sie verfügt über 3.000 Meter Förderbänder und eine Sortierkapazität von 45.000 Paketen pro Stunde. Zusätzlich betreibt DHL Freight vor Ort ein Terminal für die Bearbeitung von palettierten Sendungen und Stückgutsendungen für seine polnischen und europäischen Kunden. Der kombinierte Standort mit rund 500 Mitarbeitenden macht die Anlage laut Dienstleister zu einem der größten und modernsten Zentren für Paketsortierung und Logistik in Europa.

Die Wahl des Standorts Posen ist für DHL von strategischer Bedeutung. Viele internationale Einzelhändler und E-Commerce-Händler nutzen Polen als Drehscheibe für ihre E-Commerce-Sendungen von und nach Europa, insbesondere nach Deutschland. Große Einzelhandelsmarken und E-Tailer haben ihre Fulfillment-Zentren und Lager in Westpolen eingerichtet, was die Region nach Angaben von DHL zu einem immer wichtigeren E-Commerce-Standort für Sendungen nach Europa macht. Darüber hinaus sei der inländische Paketmarkt in Polen in den letzten fünf Jahren mit fast 120 Prozent stark gewachsen, in erster Linie bedingt durch den Anstieg des E-Commerce-Handels.

Neben internationalen E-Commerce-Sendungen und Paketsendungen innerhalb Polens werden in der neuen Anlage auch Sendungen nach Deutschland sowie Retourensendungen aus Deutschland bearbeitet. Das Drehkreuz in Poznan verfügt über direkte Linehaul-Verbindungen zu allen Paketdrehkreuzen in Deutschland, Polen und vielen anderen europäischen Ländern und gewährleistet so eine nahtlose Anbindung. Die Zusammenarbeit zwischen DHL eCommerce und Post & Paket Deutschland bietet nach Unternehmensangaben das Potenzial, in Spitzenzeiten ein kombiniertes Volumen von einer Million Paketsendungen pro Tag abzuwickeln.

„Mit dem neuen internationalen Logistikzentrum erweitern wir unsere Kapazitäten und Leistungsfähigkeit, um dem wachsenden Versandvolumen im E-Commerce gerecht zu werden“, sagte Tobias Meyer, CEO von DHL Group.

Diese mit modernster Technologie ausgestattete Anlage werde die Servicequalität verbessern und ihr europäisches Netzwerk entscheidend ergänzen. Es werde die Transitzeiten in viele europäische Märkte, insbesondere zwischen Deutschland und Polen, verkürzen und unterstreiche damit ihr Engagement, Kunden schnelle und zuverlässige grenzüberschreitende Transportdienstleistungen anzubieten.

DHL Freight betreibt im neuen internationalen Logistikzentrum ein Terminal, das 4.170 Quadratmeter mit 50 Cross-Docks und 1.360 Quadratmeter Bürofläche umfasst. Mit einem Team von rund 100 Mitarbeitern dient das Terminal als Ersatz für das Terminal in Koninko und bietet Importverbindungen aus Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Dänemark sowie Exportverbindungen in umgekehrter Richtung. Mit täglichen Straßengüterverkehrsverbindungen, Zwischenlagerung und Konsolidierung von Stückgutsendungen spielt das Terminal laut DHL Group eine wichtige Rolle im europäischen Netzwerk von DHL Freight und bedient verschiedene Branchen, darunter die Automobil-, Einzelhandels-/Konsumgüter- und Technologiebranche.

Eine Fotovoltaikanlage deckt einen Drittel des Energiebedarfs der Anlage. Der Rest wird durch zugekauften Ökostrom gedeckt, was den Einsatz fossiler Energie minimiert. Für den Transport von Anhängern und Containern werden Elektrofahrzeuge eingesetzt, die Abgase und Motorenlärm vermeiden. Darüber hinaus verfügt das Zentrum über etwa 40 Ladestationen für Elektroautos, Lieferwagen und Lastwagen. Ein automatisiertes Verkehrsmanagementsystem an den Ein- und Ausfahrten soll die Wartezeiten für Fahrzeuge reduzieren und Lärm und Emissionen verringern. Die Anlage wurde bereits mit einem „Gold Innovation Award“ ausgezeichnet, der den Fokus auf Nachhaltigkeit unterstreiche.