Logistikstandorte: Lausitz soll vom Braunkohle- zum Logistikrevier werden

Start des mFUND-Projektes DiSTILL: Stärken und Chancen der Lausitz für ein ganzheitliches Logistiknetzwerk nutzbar machen.

Vertreter des Projektkonsortiums sowie von assoziierten Partnern beim Kick-Off-Termin des DiSTILL-Projektes. (Foto: Stella Scheibenzuber)
Vertreter des Projektkonsortiums sowie von assoziierten Partnern beim Kick-Off-Termin des DiSTILL-Projektes. (Foto: Stella Scheibenzuber)
Matthias Pieringer

Das mFUND-Projekt „DiSTILL“ hat am 9. Oktober in Cottbus seinen offiziellen Startschuss gefeiert. DiSTILL steht für „Digitales Simulations-Tool zur Weiterentwicklung des Lausitzer Reviers zur Internationalen Logistikdrehscheibe Lausitz“. Das Projektteam möchte die logistische Infrastruktur der brandenburgisch-sächsischen Lausitz transparent abbilden. Mit der Entwicklung von logistischen Dienstleistungen rund um die Schiene soll die regionale Logistik- und Verkehrsbranche gestärkt werden. Das geplante Simulations-Tool soll es dem Nutzer ermöglichen die Logistikleistungsfähigkeit sichtbar und bewertbar zu machen.

Jahrzehntelang waren der DiSTILL-Presseinformation zufolge die Wirtschaft und Kultur des Lausitzer Reviers von der Braunkohleindustrie geprägt. Jetzt gebe es den Wandel zu einer innovativen Energie-, Industrie- und Tourismusregion. Dank ihrer günstigen geografischen Lage habe die Region das Potenzial, aktiv am europäischen nachhaltigen Wertschöpfungsnetzwerk teilzuhaben und eine bedeutende Rolle zu spielen, hieß es weiter.

Projektleitung durch Fachgebiet Logistik der TU Berlin

Das DiSTILL-Projekt wurde demnach ins Leben gerufen, um diese Entwicklung gezielt zu unterstützen. Das Verbundprojekt wird durch das Fachgebiet Logistik der Technischen Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Straube koordiniert. Weitere Projektpartner sind die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, die IPG Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Software-Entwicklungsunternehmen i-ways, das Logistikunternehmen Lion Group, die Transport- und Speditionsgesellschaft Schwarze Pumpe (TSS) mbH sowie die PR-Agentur Medienbüro am Reichstag.

„Logistik ist eine Schlüsselfunktion in der nachhaltigen Entwicklung einer Region. Wir sind glücklich, als Forschungsinstitution an dieser Entwicklung in der Lausitz teilhaben zu dürfen“, sagte Prof. Dr. Frank Straube, Leiter des Fachgebiets Logistik an der TU Berlin, zum Projektstart über die Bedeutung von DiSTILL. Jens Krause, Sprecher des Wirtschaftsverkehrsnetzwerks Lausitz und Generalmanager Strukturwandel/Infrastruktur und Verkehr bei der IHK Cottbus sagte: „Die Lausitz ist bisher noch ein weißer Fleck auf internationalen Logistik-Landkarten, dabei wird nachhaltige Mobilität hier immer stärker umgesetzt. Daher braucht es unbedingt mehr Sichtbarkeit für die Akteure der Logistik- und Verkehrsbranche und die Dienstleistungen in der Region. Wir freuen uns darauf, das Projekt erfolgreich mit umzusetzen.“

Datenbank mit Logistikinfrastrukturprojekten

Das Projektteam wird den Angaben zufolge die zuvor definierten Arbeitspakete bis Anfang 2026 bearbeiten und realisieren. Als Ergebnis soll eine Analyse der aktuellen und zukünftigen logistischen Anforderungen an das Lausitzer Revier entstehen, sowie eine Datenbank mit aktuellen und geplanten Logistikinfrastrukturprojekten. Aufbauend auf diesen Ergebnissen soll ein digitales Simulations-Tools entwickelt werden, das auf frei verfügbaren Daten basieren soll. Das Tool soll dabei unterstützen, logistische Anforderungen effizient zu bewältigen, ein belastbares regionales Netzwerk zu fördern, nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke voranzutreiben und bestehende Unternehmen bei der Optimierung ihrer logistischen Prozesse zu unterstützen. Darüber hinaus soll die Lausitz-Region sowohl regional, national als auch international bekannter gemacht werden.

Das Projekt DiSTILL wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit rund zwei Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.