Logistikstandort: UPS eröffnet in Gießen erstes deutsches Healthcare-Center

UPS hat seinen neuen Healthcare-Standort in Gießen eingeweiht. Dort will der KEP-Dienstleister Sendungsverfolgung und geeignete Umgebungsbedingungen noch präziser gewährleisten.

UPS Healthcare beging die Einweihung seines neuen Logistikzentrums mit dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (3. v.l.) und Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (4. v.l.). (Bild: Gunnar Knüpffer)
UPS Healthcare beging die Einweihung seines neuen Logistikzentrums mit dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (3. v.l.) und Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (4. v.l.). (Bild: Gunnar Knüpffer)
Gunnar Knüpffer

UPS hat am 24. März sein neues Logistikzentrum für Produkte des Gesundheitswesens in Gießen eröffnet. An der Eröffnungsfeier nahmen unter anderem der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al-Wazir, und Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher teil.

„Der Markt für pharmazeutische und biotechnische Produkte wächst und das gilt auch für die logistischen Anforderungen, die diese Produkte stellen. 80 Prozent der pharmazeutischen Produkte, die heute durch Europa transportiert werden, erfordern einen temperaturkontrollierten Transport“, sagte Anouk Hesen, Director UPS Healthcare Logistics and Distribution Operations West Europe. „Die Eröffnung unseres ersten dedizierten UPS Healthcare-Standorts in Deutschland wird Gesundheitsunternehmen mit technologiegestützten Logistiklösungen unterstützen wie beispielsweise einer lückenlosen Überwachung, einem schnellen Transport sowie einer qualitätssichernden Lagerhaltung.“

Al-Wazir hob dabei hervor, dass das Logistikzentrum mit dem Gold Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet ist.

„Die beste Energie ist diejenige, die man gar nicht benötigt“, meinte der Minister.

Zudem habe UPS die großen Dachflächen des Gebäudes genutzt, um Fotovoltaik zu installieren. Damit könne der Dienstleister mehr Strom erzeugen als er verbrauche. „Wenn das alle gemacht hätten, die große Hallen bauen, wären wir jetzt schon weiter“, meinte der Wirtschaftsminister. „Herzlichen Glückwunsch an UPS, dass sie das getan haben. Für die anderen kommt dann bald auf Bundesebene die Pflicht dies zu tun.“

Produkte können bei Temperaturen von bis zu -20°C gelagert werden

Der UPS Healthcare-Standort in Gießen ist die erste Niederlassung des Logistikdienstleisters in Deutschland, die auf Produkte aus dem Gesundheitsbereich spezialisiert ist. Damit reagiert das Unternehmen auf die Anforderungen des wachsenden Marktes für Medizinprodukte nach fortschrittlicher Logistik. Die neue Niederlassung bietet nach Angaben von UPS eine lückenlose Überwachung und Temperaturkontrolle, wie sie für die Lagerung und den Transport von Medikamenten, Biologika und Medizinprodukten notwendig ist.

Das UPS Healthcare-Logistikzentrum verfügt über eine GMP- und GDP-konform zertifizierte Fläche von 27.200 Quadratmetern. Das GDP-Zertifikat über gute Vertriebspraxis (Good Distribution Practice) bescheinigt UPS, alle EU-Standards für den Versand nicht kühlbedürftiger Gesundheitsprodukte für den menschlichen Gebrauch vollständig zu erfüllen. Der Standard GMP (Good Manufacturing Practice) verpflichtet zum Einhalten der Richtlinien, welche die Qualität des Produktionsprozesses und der Lagerung von Healthcare-Produkten gewährleisten. Pharmazeutische, biotechnische und medizinische Produkte werden bei Temperaturen von 2°C bis 8°C, 15°C bis 25°C und bis zu -20°C gelagert.
 

Der Standort in Gießen ist aus Sicht von UPS strategisch gut gelegen: In der Region sind viele Healthcare-Unternehmen angesiedelt. Und über die Autobahnen A5, A45 und A485 ist das Verteilerzentrum angebunden. Der nahe gelegene UPS Air Hub am Köln Bonn Airport ermöglicht zudem Expressversand auf dem Luftweg. In Gießen existiert auch ein UPS-Paketzentrum. Das Paket-Netzwerk von UPS ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch als GDP-konform zertifiziert.

Der neue Standort liegt nach Einschätzung von UPS nahe am europäischen UPS Healthcare Hub in Roermond sowie am Hub für Osteuropa in Budapest. Das UPS-Drehkreuz in Ostrava, dessen Kapazität UPS kürzlich verdoppelt hat, sei ebenso schnell erreichbar. Somit sei auch der tschechische Healthcare-Markt, der aufgrund von Nearshoring stark wächst, gut angebunden.