Logistikimmobilien: Trends und Anforderungen für 2022

Welche Herausforderungen die Logistikimmobilien-Entwicklung für 2022 mit sich bringt.

Panattoni ist Entwickler von Logistik- und Industrieimmobilien. Der Entwickler gibt Einblick in vier Trends und Anforderungen, auf die er für 2022 baut. (Bild: Panattoni)
Panattoni ist Entwickler von Logistik- und Industrieimmobilien. Der Entwickler gibt Einblick in vier Trends und Anforderungen, auf die er für 2022 baut. (Bild: Panattoni)
Matthias Pieringer

In der Logistikimmobilienentwicklung bringt auch das neue Jahr 2022 eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich. Auf diese vier Trends und Anforderungen setzt Panattoni, Projektentwickler für Industrie- und Logistikimmobilien in Europa.

  • 1. Brownfield

    „Logistik, Gewerbe und Industrie benötigen allesamt Flächen, auf denen Waren und Produkte hergestellt, verarbeitet oder distribuiert werden können. Dennoch sind die dafür benötigten Grundstücke – allem voran in den Ballungszentren und Metropolen – begrenzt. Hinzu kommen die Bestimmungen des Gesetzgebers, die Flächenversieglung bis 2030 auf unter 30 Hektar am Tag zu reduzieren, bis zum Jahr 2050 soll die Zahl der neu versiegelten Flächen bei null Hektar liegen. Dabei ist der Flächenmangel schon jetzt einer der wesentlichen Hemmschuhe für Ansiedlungsmöglichkeiten und unternehmerisches Wachstum. Bei Panattoni setzen wir deshalb auf die Revitalisierung von Brachflächen (Brownfields), um auf bereits versiegelten Flächen moderne Immobilienlösungen zu entwickeln. Seit unserem europäischen Markteintritt 2015 haben wir 80 Prozent unserer Projekte auf Brownfields realisiert. Erst in 2021 konnten wir eines der umfangreichsten Brownfield-Vorhaben in der Rhein-Neckar-Region im baden-württembergischen Ladenburg erfolgreich umsetzen. Dafür wurden erstmalig ganze Teile des Bestandsgebäudes vollständig in die neue Immobilie integriert.“

 

  • 2. Kommunen

    „Gemeinden, kommunale Entscheidungsträger:innen und Bevölkerung gehören zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren für das Gelingen von Ansiedlungsvorhaben. Angesichts zunehmender Widerstände seitens der Bürger:innen gegenüber Logistikprojekten sowie Bürgerinitiativen ist die gesamte Branche gefragt, die kommunalen Anliegen mehr in den Fokus der Projektentwicklung zu rücken. Auch und gerade die Entwickler sind hier in einer Schlüsselposition. Ein erster Schritt besteht darin, mehr Transparenz und Gesprächsbereitschaft zu wagen.“ Zu diesem Schluss kommt, wie Panattoni weiter mitteilt, auch die vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) veröffentlichte Studie „Logistik in der Kommune“. Hierzu hat der DStGB mit der Initiative Logistikimmobilien (Logix) eine Umfrage unter Kommunen deutschlandweit durchgeführt. „Die Studienergebnisse zeigen, dass sich die Gemeinden mehr Dialog mit Wirtschaftsvertreter:innen wünschen. Darüber hinaus zählen Innovation und ganzheitliche Ansätze, mit denen Mehrwerte für Gemeinden und Bevölkerung aufgezeigt werden können. In Kirchheim bei München zum Beispiel entwickelt Panattoni einen Gewerbe Park nach dem Konzept ‚City Dock‘ und setzt damit in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde sowie mit der örtlichen Wirtschaftsförderung neue städtebauliche Ansätze.“ 

     
  • 3. Nachhaltigkeit

    „Die Klimakrise gewinnt immer weiter an Dringlichkeit. Die Logistikimmobilien-Wirtschaft ist wie jeder andere Sektor gefragt, einen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele zu leisten, die durch nationale wie internationale Vorgaben und Abkommen vereinbart worden sind.“ Für Entwickler von Logistikimmobilien stehen aus Sicht von Panattoni eine Vielzahl an Nachhaltigkeitsmaßnahmen zur Verfügung, um mit Immobilien einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. „Mit Revitalisierungen kann die Bodenversiegelung reduziert werden, hinzu kommen eine emissionsarme Energieversorgung, zum Beispiel durch Fotovoltaikanlagen, sowie Dach- und Fassadenbegrünung zur Wärmedämmung sowie der Bindung von Klimagasen. All dies wird auch von Panattoni im Rahmen der Einhaltung der international anerkannten ESG-Kriterien umgesetzt, die die drei Nachhaltigkeitsbereiche Environmental (Umwelt und Klima), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) umfassen. Die ESG-Kriterien werden sich zukünftig als Schlüsselfaktor im kommunalen Dialog erweisen, indem sie eine nachvollziehbare und eindeutige Evaluationsgrundlage für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen bereitstellen.“
  • 4. Citylogistik

    „Der E-Commerce (Onlinehandel) wächst nach wie vor und gewinnt zunehmend neue Zielgruppen. Damit steigt nicht nur die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen, sondern auch nach Gewerbe- und Logistikimmobilien in Innenstadt beziehungsweise stadtnaher Lage. Denn die Abwicklungen komplexer logistischer Services wie Same-Day- oder Same-Hour-Delivery-Angeboten ist nur mit hervorragend angebundenen Flächen mit direkter Nähe zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern möglich. Dies gilt gerade für wirtschaftlich bedeutende Metropolen wie Berlin oder München. Mit den Business Parks nach dem Konzept ‚City Docks‘ stellen wir bei Panattoni urbane Gewerbeflächen zur Verfügung, die aufgrund ihrer Lage auch für Logistikdienstleister zur Bearbeitung der letzten Meile attraktiv sind.“ In Berlin Marzahn habe man, wie das Unternehmen weiter mitteilt, darüber hinaus ein Mischkonzept geschaffen, bei dem die beiden Immobilienformen Business und Logistik erstmals miteinander vereint werden.

Fred-Markus Bohne, Managing Partner bei Panattoni, sagt: „Trotz eines stabilen Markts für Logistikimmobilien sowie einer anhaltend hohen Nachfrage nach Logistikfläche gehen die Aufgaben zukunftsfähiger Projektentwicklungen weit über das Verbauen einer bestimmten Menge Beton hinaus. Der Mut zu Innovation und Nachhaltigkeit sowie die Auseinandersetzung mit Kommunen auf Augenhöhe verlangen ein hohes Maß an Kompetenz, Erfahrung, aber auch ‚weicher‘ Faktoren wie die Fähigkeit zuzuhören und kommunale Belange ernst zu nehmen.“

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