Logistikimmobilien: Systemrelevant mit Wachstumspotenzial

Die aktuelle Studie "Logistik in der Kommune" des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) steht jetzt zum kostenlosen Download bereit.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) führte zusammen mit der Logix Initiative Ende 2020 eine Umfrage unter Kommunen in ganz Deutschland zu Logistikansiedlungen durch: Nun liegen die Ergebnisse im Berichtsband „Logistik in der Kommune“ vor. (Symbolbild; Foto: Jamo Images/AdobeStock)
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) führte zusammen mit der Logix Initiative Ende 2020 eine Umfrage unter Kommunen in ganz Deutschland zu Logistikansiedlungen durch: Nun liegen die Ergebnisse im Berichtsband „Logistik in der Kommune“ vor. (Symbolbild; Foto: Jamo Images/AdobeStock)
Matthias Pieringer

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat die detaillierten Ergebnisse einer gemeinsam mit der Initiative Logistikimmobilien (Logix) in der zweiten Jahreshälfte 2020 durchgeführten Studie präsentiert. Der nun vorliegende Berichtsband unter dem Titel „Logistik in der Kommune“ schlüssele die Perspektive der Städte und Gemeinden zu Logistikansiedlungen auf, heißt es in einer Mitteilung vom 18. Februar. Ein wichtiges Ergebnis sei, dass sich Kommunen der systemrelevanten Versorgungsfunktion der Logistik gerade in Pandemiezeiten bewusst sind. „Die derzeitige Situation macht sehr deutlich, welche entscheidende Rolle die Logistik für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger spielt“, so Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des DStGB.  

Wahrnehmung grundsätzlich positiv

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Logistik grundsätzlich positiv von Kommunalvertretern wahrgenommen wird: Neun von zehn Kommunen schätzen Logistik demnach als systemrelevant ein. Dabei könnten der sich abzeichnende Strukturwandel etwa im stationären Einzelhandel sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie als wichtiger Treiber dieser Einschätzung gelten, hieß es.

Konzipiert wurde die Studie inhaltlich von Prof. Dr. Christian Kille, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt FHWS. Sie verfolgte das Ziel, das Meinungsbild einer Logistikansiedlung bei den Kommunen zu erfassen. Die Umfrage richtete sich an insgesamt rund 11.000 Kommunen deutschlandweit. Kommunalvertreter wurden dabei zu Logistik, Logistikimmobilien und -ansiedlungsvorhaben sowie die Logistik begleitende Themen wie die Bedeutung des E-Commerce für den lokalen Handel, Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität befragt. Darüber hinaus wurde eine ähnliche Umfrage unter Wirtschaftsvertretern der Logistikimmobilienbranche für eine parallele Studie durchgeführt. Dies sollte den direkten Vergleich der Blickwinkel und Einschätzungen ermöglichen. 

 Inhaltliche Schwerpunkte der Studie waren

  • Wahrnehmung des Wirtschaftsbereichs Logistik im Allgemeinen sowie Logistikimmobilien im Besonderen
  • Einflussfaktoren auf den Entscheidungsprozess im Rahmen eines Ansiedlungsvorhabens
  • Erfolgsfaktoren eines gelungenen Logistikansiedlungsvorhabens aus kommunaler Perspektive
  • Aktuelle wirtschaftliche sowie gesellschaftspolitische Entwicklungen und ihre Auswirkungen mit Blick auf Logistikprojekte. 

Aufeinander zugehen

Für konkrete Ansiedlungsvorhaben sind trotz der günstigen Ausgangslage weitere Erfolgsfaktoren von Bedeutung. So legt die Studie dar, dass Kommunen sich vor allem aufgrund der ausgeprägten Diversität des Wirtschaftsbereichs Logistik eine stärkere Beteiligung im Ansiedlungsprozess wünschen: „Die Ergebnisse zeigen, dass gerade im Logistik-Bereich noch viel Unsicherheit seitens der Kommunen im Spiel ist, weswegen die Potenziale einer Logistikansiedlung oft in den Hintergrund treten. Die Akteure im Ansiedlungsprozess sollten aufeinander zugehen und auf Transparenz und Dialog setzen, um gemeinsam erfolgreich und nachhaltig diese Potenziale zu heben“, erklärte der Studien-Konzeptverantwortliche Professor Kille

Knackpunkt Verkehr

Ein weiterer Erfolgsfaktor sei darüber hinaus, wie es hieß, die Realisierung konkreter Konzepte in den Bereichen Verkehr und Nachhaltigkeit. Während die Steuerung von Verkehren aufgrund der unmittelbaren Auswirkungen auf die Lebensqualität eine zentrale Rolle spiele, würden die Themen Klimaschutz und CO2-Reduktion beziehungsweise -Neutralität vor allem aufgrund ihrer aktuellen politischen Relevanz an Bedeutung gewinnen.

 „Gegenwärtig fordern die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie viele Kommunen enorm heraus. Im Rahmen ihrer Krisenbewältigung müssen neue wirtschaftliche Felder erschlossen und die Ansiedlung von zukunftssicherem Gewerbe vorangetrieben werden. Gerade die Logistik als ein wirtschaftsstarker, wachsender Bereich in Deutschland ist auch für Kommunen sehr spannend. Mit transparenter Kommunikation und ausreichender Kompromissbereitschaft sind innovative Projekte möglich, die eine ‚Win-Win-Situation‘ entstehen lassen“, so DStGB-Hauptgeschäftsführer Landsberg.

Dr. Malte-Maria Münchow, Sprecher der Logix Initiative sowie Leiter An- und- Verkauf Spezialimmobilien, Deka Immobilien Investment GmbH, hob hervor: „Die positive Entwicklung des Logistikimmobilienmarkts und die kontinuierlich zunehmende Nachfrage nach Lager- und Logistikimmobilie zeigen, dass Logistik von zentraler Relevanz für die Wirtschaft und die Versorgung von Produktion, Handel und Bevölkerung ist. Zur erfolgreichen Bewältigung der Flächennachfrage rückt das Verhältnis zu den Kommunen und den Bürger*innen immer stärker in den Vordergrund. Die Ergebnisse der Umfrage stellen damit quasi einen Leitfaden für zukünftige Ansiedlungsvorhaben dar. Dies ist nicht nur im Sinne des Logix, der den Dialog zwischen Wirtschaft und Kommunen weiter vertiefen möchte. Sie helfen allen Beteiligten, die benötigte Logistik-Infrastruktur zu schaffen und den Erfordernissen anzupassen.“

Studie zum kostenlosen Download

Die vollständige Studie steht auf den Webseiten von DStGB und Logix unter www.dstgb.de  und www.logix-award.de/forschung zum kostenfreien Download bereit. 

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