Logistikimmobilien: Rhenus Weserport Bremen realisiert vollautomatische Bahnumschlaganlage für Nabaltec

Rhenus Weserport Bremen errichtet eine Bahnumschlaganlage im Seehafen für den Anbieter von flammhemmenden Füllstoffen und Spezialoxiden Nabaltec.

Offizielle Vertragsunterzeichnung für die Errichtung einer Bahnumschlaganlage in Bremen: (v.l.) Johannes Heckmann, CEO der Nabaltec AG, Martina Kroneder, Abteilungsleiterin Einkauf der Nabaltec AG, Rudolf Egbert, Geschäftsführer Rhenus Weserport GmbH, und Niels Gayk, Vertriebsleiter Rhenus Weserport GmbH. (Bild: Rhenus Gruppe)
Offizielle Vertragsunterzeichnung für die Errichtung einer Bahnumschlaganlage in Bremen: (v.l.) Johannes Heckmann, CEO der Nabaltec AG, Martina Kroneder, Abteilungsleiterin Einkauf der Nabaltec AG, Rudolf Egbert, Geschäftsführer Rhenus Weserport GmbH, und Niels Gayk, Vertriebsleiter Rhenus Weserport GmbH. (Bild: Rhenus Gruppe)
Gunnar Knüpffer

Rhenus Weserport Bremen baut für seine jüngste Zusammenarbeit mit der Nabaltec AG seine bestehende Bahnanbindung in großem Stil aus. Die Bahnumschlaganlage im südlichsten Seehafen Deutschlands wird der Verladung von Aluminiumhydroxid und Aluminiumoxid aus Verhüttungen im Ausland dienen, kommunizierte Rhenus Weserport Bremen am 11. Januar gegenüber der Öffentlichkeit.

Als Anbieter von umweltfreundlichen, flammhemmenden Füllstoffen und Spezialoxiden bedient die Nabaltec AG Wachstumsmärkte in der ganzen Welt. Aufgrund der hohen Energiekosten und der damit zu erwartenden Deindustrialisierung in Deutschland erweitert das Unternehmen bei den für das Produktportfolio wichtigen Basisrohstoffen Aluminiumhydroxid und Aluminiumoxid seine Bezugsmöglichkeiten auf Verhüttungen in ganz Europa, Brasilien und – je nach Kosten- und Qualitätssituation – weltweit. Die Rohstoffe gelangen über den Seeweg nach Deutschland, wo der Umschlag für Nabaltec im Vergleich zu niederländischen und belgischen Seehäfen Kosten spart und durch die Lagerhaltung in Bremen Versorgungssicherheit gewährt. 

„Die Entscheidung für die Abwicklung des Aluminiumhydroxids und Aluminiumoxids über Rhenus Weserport fiel aufgrund der vorhandenen Gleisanbindung, die sich hervorragend für eine auftragsbezogene Erweiterung eignet“, sagte Johannes Heckmann, Vorstandsvorsitzender der Nabaltec AG. Weitere entscheidende Faktoren waren die direkte Anbindung an die Hochseeverkehre und die vorhandenen Umschlags- und Lagermöglichkeiten. Von Bremen aus gelangt der Rohstoff direkt per Bahn zu uns nach Bayern. Wir erwarten hier Kostenvorteile aufgrund der Ausdehnung unseres Lieferantenportfolios, so dass wir weiter wettbewerbsfähig unsere Produkte anbieten können.“

Aluminiumhydroxid ist ein wichtiger flammhemmender Bestandteil von Kunststoffkabeln und anderen metallischen Leitern. Aluminiumoxid wird bei der Produktion von technischer Keramik sowie in der Feuerfest- und Poliermittelindustrie eingesetzt.

Rhenus Weserport hat die Güterabwicklung für Nabaltec bereits aufgenommen. Mit der Erweiterung der Umschlagmöglichkeiten auf Gleisanlagen will sich der Hafendienstleister zukunftssicher aufstellen.

„Das neue Geschäftsfeld ist für uns eine wichtige Entwicklung. Mit der ersten Bahnverladeanlage erschließen wir uns neue Märkte und Kooperationsmöglichkeiten“, erläuterte Rudolf Egbert, Geschäftsführer von Rhenus Weserport. „Gerade in Zeiten der Deindustrialisierung in Deutschland eröffnen sich für uns damit neue Chancen.“

Bis die neue vollautomatische Bahnumschlaganlage am Terminal 4 fertig ist, nutzt Nabaltec bereits vorübergehend das Terminal 2 im Bremer Industriehafen für den Umschlag von Aluminiumhydroxid. Die Genehmigungs- und Bauverfahren für den Umbau des Terminals 4 sind im Gange. Geplant ist die Inbetriebnahme der neuen Anlage für Ende 2024. Der Ausbau und die automatische Bahnverladeanlage sollen Nabaltec den angestrebten Umschlag von 70.000 bis 140.000 Tonnen Aluminiumhydroxid und Aluminiumoxid pro Jahr ermöglichen.

Der Vertrag zwischen Rhenus Weserport und Nabaltec wurde über einen Zeitraum von zehn Jahren geschlossen, mit Option zur Verlängerung.