Logistikimmobilien: Rendite für Spitzenobjekte gesunken

Bodenbildung bei sechs Prozent erwartet.
(Grafik: Realogis Real Estate)
(Grafik: Realogis Real Estate)
Sandra Lehmann

Die Rendite bei Investitionen in Logistikimmobilien ist in den letzten 18 Monaten gefallen. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Realogis Real Estate GmbH, München, hervor.

Demnach sei die Rendite für deutsche Neubau-Logistikimmobilien an Top-Standorten mit langfristigem Mietvertrag zwischen Anfang 2014 und Mitte 2015 auf 6,15 Prozent gesunken (siehe Grafik). Dies liegt nach Angaben von Realogis Real Estate Geschäftsführer Bodo Hollung an der großen Nachfrage durch deutsche institutionelle Anleger sowie durch ausländische Investoren. „Logistikimmobilien gelten nach wie vor als ausgezeichnete Geldanlage, da sie im Gegensatz zu Büro- und Gewerbeflächen mehr Ertrag versprechen. Das Problem bei Spitzenobjekten ist allerdings, dass derzeit sehr viel Kapital auf dem Markt ist und es zu wenige Neubauimmobilien dieser Kategorie gibt, um der Nachfrage gerecht zu werden. Das treibt die Verkaufspreise in die Höhe und lässt die Renditen in diesem Segment schrumpfen“, so Hollung gegenüber LOGISTIK HEUTE.

Bodenbildung bei sechs Prozent

Gleichzeitig findet ein gestiegener Wettbewerb unter den Projektentwicklern um potentielle Mieter statt. Große, internationale Entwickler unterbieten sich im Kampf um potenzielle Mieter häufig gegenseitig. Das führe zu der kuriosen Situation, dass teilweise Mieten in höherwertigen Neubauten günstiger sind als in Bestandsimmobilien.

Derartige Angebote an die Mieter seien aber für große Projektentwickler wirtschaftlich nur vertretbar, wenn Verkaufspreise für Neubau-Objekte an Top-Logistikstandorten mit Renditen um sechs Prozent erzielt werden können. Damit wäre dann laut Hollung das Ende eines längeren Renditerückgangs, das heißt eine sogenannte Bodenbildung, erreicht.

Ausnahmen trotzdem möglich

Ausnahmen sieht Hollung, aufgrund des Anlagedrucks von meist ausländischen Investoren, bei großen Immobilienpaket-Verkäufen ab einem Wert von mehr als 100 Millionen Euro sowie bei Einzeltransaktionen an den Top-5 Standorten mit langfristigen Mietverträgen von 10 bis 15 Jahren. Hier seien auch Renditen unter sechs Prozent möglich.

Lukrative Anlagemöglichkeiten

Für den Großteil des Logistikimmobilienmarktes sieht Hollung jedoch Potenzial für lukrativere Anlagemöglichkeiten. In den insgesamt 20 etablierten deutschen Logistikregionen sei die Renditekompression, also der Rückgang des Ertrages, deutlich geringer ausgefallen. Bei Investments sowohl in neuwertige Objekte als auch in ältere Bestandsimmobilien an langfristig attraktiven Standorten sind aus Sicht Hollungs Renditen von 6,75 bis 8,5 Prozent durchaus realistisch.

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