Logistikimmobilien: Neuer Rekord beim Flächenumsatz erzielt

Im deutschen Logistikimmobilienmarkt ist im ersten Halbjahr 2021 mit einem Flächenumsatz von knapp 3,6 Millionen Quadratmetern ein neuer Rekord erreicht worden, wie eine Analyse von BNP Paribas Real Estate zeigt.

Boom beim Flächenumsatz: Der Immobiliendienstleister BNP Paribas Real Estate hat für den deutschen Logistikimmobilienmarkt im ersten Halbjahr 2021 ein neues Allzeithoch festgestellt. (Symbolbild; Foto: Kmatta/AdobeStock)
Boom beim Flächenumsatz: Der Immobiliendienstleister BNP Paribas Real Estate hat für den deutschen Logistikimmobilienmarkt im ersten Halbjahr 2021 ein neues Allzeithoch festgestellt. (Symbolbild; Foto: Kmatta/AdobeStock)
Matthias Pieringer

Eine sehr starke Flächennachfrage hat den Logistikimmobilienmarkt in Deutschland im ersten Halbjahr 2021 geprägt. Mit einem Flächenumsatz von knapp 3,6 Millionen Quadratmetern sei nicht nur der Vorjahreswert um knapp ein Drittel übertroffen, sondern auch ein neuer Rekordwert für das erste Halbjahr aufgestellt worden, teilte BNP Paribas Real Estate am 16. Juli in Frankfurt mit. Die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2011 sei dabei um rund sieben Prozent gesteigert worden, so die Expertenanalyse.

Wachsende Bedeutung des Onlinehandels

 „Mit diesem neuen Allzeithoch wird zum einen unterstrichen, dass die Logistikbranche die Coronakrise besser verkraftet hat als die meisten anderen Wirtschaftsbereiche, zum anderen auch langfristig von strukturellen Anpassungsprozessen profitieren wird“, sagte Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial der BNP Paribas Real Estate GmbH. Zu nennen seien hier insbesondere die weiter rasant wachsende Bedeutung des E-Commerce und der Citylogistik sowie neue Anforderungen an Produktionsunternehmen. „Die E-Mobilität, deren Ausbau ebenfalls zusätzliche Flächenbedarfe auslöst, ist nur ein prominentes Beispiel hierfür“, so Raabe.

Große Logistikregionen als Umsatztreiber

BNP Paribas Real Estate zufolge haben die großen Logistikregionen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Stuttgart) maßgeblich zum Umsatzsprung beitragen. Mit gut 1,58 Millionen Quadratmeter hätten auch sie eine Bestmarke aufgestellt und das Vorjahresergebnis um 58 Prozent übertroffen. Auch außerhalb der Top-Standorte habe, so die Analyse, der Umsatz zugelegt, wenn auch mit knapp 17 Prozent etwas moderater.

Laut dem Immobiliendienstleister fällt sowohl der Anteil der Neubauflächen (knapp 59 Prozent) als auch die Beteiligung von Eigennutzern am Flächenumsatz (27 Prozent) unterdurchschnittlich aus. „Ausschlaggebend für den im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunkenem Neubauanteil ist teilweise auch der Umstand, dass eine Reihe von Nutzern mit sehr kurzfristigen Flächenbedarfen gezwungenermaßen auf Bestandsflächen mit geringerer Qualität ausweichen musste“, um sich aktuell bietende Geschäftsaktivitäten wahrzunehmen.

Breite Nachfragebasis

Die Umsatzsteigerung fußt BNP Paribas Real Estate zufolge auf einer breiten Nachfragebasis. Dass die Konjunktur wieder spürbar angesprungen sei, zeige sich nicht zuletzt am Umsatzanteil der Logistikdienstleister, „die mit gut 35 Prozent in etwa auf ihrem langjährigen Niveau liegen und sich damit an die Spitze gesetzt haben. Nur hauchdünn geschlagen geben müssen sich Handelsunternehmen, die auf 34,5 Prozent kommen.“

In mehreren großen Logistikregionen haben die Spitzenmieten den Immobilienexperten zufolge in den letzten zwölf Monaten zugelegt. Den stärksten Anstieg verzeichnete demnach Köln mit knapp vier Prozent auf aktuell 5,80 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von München mit knapp drei Prozent auf 7,20 Euro pro Quadratmeter.

Ausblick für Gesamtjahr 2021

„Vor dem Hintergrund der sich zunehmend verbessernden Rahmenbedingungen, sowohl was den Pandemieverlauf als auch die Konjunkturerholung betrifft, ist auch für das zweite Halbjahr von einer starken und tendenziell eher noch steigenden Nachfrage auszugehen“, sagte Bastian Hafner, Head of Logistics & Industrial Advisory der BNP Paribas Real Estate GmbH, über die Aussichten. Als Zielmarke für den Gesamtjahresumsatz 2021 rücke daher die Schwelle von sieben Millionen Quadratmetern zunehmend in den Fokus. „Ob sie nach 2018 das zweite Mal überschritten werden kann, bleibt aber noch abzuwarten und wird nicht zuletzt auch von der weiteren Angebotsentwicklung mitbestimmt werden“, so Hafner.

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