Logistikimmobilien: Neubauvolumen wächst 2021 auf rund 5,4 Millionen Quadratmeter

Der deutsche Markt für Logistikimmobilien hat 2021 das hohe Niveau von 2020 noch übertroffen  Logistikregion Rhein/Main als Spitzenreiter beim Neubauvolumen.

Das Logistikimmobilien-Beratungsunternehmen Logivest hat das Neubauvolumen für 2021 im deutschen Markt ermittelt. Dabei legte Logivest den Zeitpunkt des Baustarts zugrunde. (Symbolbild; Foto: view7/AdobeStock)
Das Logistikimmobilien-Beratungsunternehmen Logivest hat das Neubauvolumen für 2021 im deutschen Markt ermittelt. Dabei legte Logivest den Zeitpunkt des Baustarts zugrunde. (Symbolbild; Foto: view7/AdobeStock)
Matthias Pieringer

Der deutsche Logistikimmobilienmarkt hat 2021 weiter an Fahrt aufgenommen. Im zweiten Jahr der Coronapandemie wurde das hohe Niveau von 2020 noch gesteigert – von 5,3 auf gut 5,4 Millionen Quadratmeter Neubaufläche. Zu diesem Ergebnis kommt das Logistikimmobilien-Beratungsunternehmen Logivest, das die eigenen Researchdaten für das Neubauvolumen 2021 ausgewertet hat.


„Der Logistikimmobilienmarkt ist im Umbruch – Pandemie und Klimawandel verändern den Markt und schaffen dabei auch neue Möglichkeiten“, sagte Kuno Neumeier, CEO der Logivest Gruppe. „Nach wie vor ist der E-Commerce-Boom ein wichtiger Treiber, aber auch Themen wie beispielsweise die E-Mobilität zeigen erste Auswirkungen."

Logistikregion Rhein/Main top beim Neubauvolumen

Der Logistikimmobilienmarkt zeigt sich Logivest zufolge 2021 in seiner Gesamtheit sehr agil. 15 der 24 deutschen Top-Logistikregionen übertrafen demnach ihren Vorjahreswert– die top zehn Logistikregionen liegen sogar jeweils bei einem Neubauvolumen von mehr als 200.000 Quadratmetern. Logivest legt bei den Erhebungen stets den Zeitpunkt des Baustarts zugrunde.

Magdeburg unter den ersten drei Logistikregionen

Als dynamischste Region unter den Top 24 Logistikregionen sicherte sich 2021 die Region Rhein/Main den ersten Platz und verzeichnete mit rund 370.000 Quadratmetern das höchste Neubauvolumen. Nur knapp dahinter liegt Duisburg/Niederrhein mit circa 365.000 Quadratmeter auf Rang zwei liegt. Zu den klaren Gewinnern zählt laut Logivest insbesondere die Region Magdeburg, die sich mit rund 330.000 Quadratmetern Neubauvolumen erstmals auf dem dritten Platz positionierte.

So schafften es 2021 nach Angaben des Logistikimmobilien-Beratungsunternehmens auch gleich zwei Entwicklungen der Logistikregion Magdeburg unter die Top Ten. In Sülzetal entwickelt VGP den VGP Park Magdeburg mit rund 160.000 Quadratmeter weiter und auch Garbe hat das Gebiet für sich entdeckt – rund 85.000 Quadratmeter entstehen im Logistikzentrum Osterweddingen ebenfalls in Sülzetal.

Saarland als „spektakulärer Aufsteiger“

Nicht ganz in die Top Ten geschafft hat es die Logistikregion Saarland, die jedoch mit einem Sprung vom letzten Platz im Jahr 2020 auf Platz elf in 2021 „mit Sicherheit den spektakulärsten Aufstieg aufweisen kann“, wie Logivest mitteilte. Über Jahre hinweg habe die Neubauvolumenquote der Logistikregion unter 25.000 Quadratmeter gelegen. Mit einer Steigerung um rund 800 Prozent wuchs das Volumen 2021 laut Logivest auf rund 180.000 Quadratmeter – mehr als 60.000 Quadratmeter baut die Dietz AG in Völklingen, in St. Ingbert siedeln sich Lidl sowie der Fahrradhersteller Kettler neu an.


Neue Logistikregion Dresden/Chemnitz

Aufgrund der Entwicklungen in den vergangenen Jahren hat das Fraunhofer IIS, an dessen Logistikregionen sich die Logivest-Erhebungen orientieren, entschieden, 2021 mit der Region Dresden/Chemnitz erstmalig eine 24. Logistikregion aufzunehmen. „Grund dafür ist vor allem die in den letzten Jahren stark angestiegene Neubaudynamik und damit Logistikintensität in einzelnen Mikrolagen nördlich von Dresden (unter anderem Ottendorf-Okrilla) und Zwickau (Meerane). Neben dem logistisch zu ver- und entsorgenden Ballungsraum Dresden hat insbesondere das entstehende Elektromobilitäts-Cluster für eine erhöhte Nachfrage nach Logistikflächen in der Region gesorgt“, so Uwe Veres-Homm, Geschäftsfeldkoordinator Logistik, Transport & Mobilität bei Fraunhofer IIS.

Bei den Erhebungen von Logivest zum Neubauvolumen 2021 steigt Dresden/Chemnitz mit rund 45.000 Quadratmetern auf dem 23. Platz ein und überholt damit die Region Koblenz mit 35.000 Quadratmetern.

Mehrstöckigkeit im Trend

Während sie in den letzten Jahren dem Beratungsunternehmen zufolge noch Ausnahmeerscheinungen waren, fallen, was 2021 betrifft, immer öfter mehrstöckige Logistikimmobilien ins Auge: So handele es sich bereits bei zwei der drei größten Projektentwicklungen um mehrstöckige Immobilien. In Großenkneten in der Region Bremen baut GLP für Amazon eine knapp 140.000 Quadratmeter große Lagerhalle über mehrere Etagen, und auch die 105.000 Quadratmeter umfassende Immobilie von XXXLutz in Uffenheim in der Region Würzburg erstreckt sich über mehrere Stockwerke. 


„Der Logistikimmobilienmarkt setzt sich immer mehr mit den Themen Flächenfraß und Flächenmangel auseinander und begegnet ihnen mit innovativen Immobilienlösungen, wie beispielsweise der Mehrstöckigkeit“, so Logivest-CEO Neumeier. „Jetzt muss sich zeigen, wie sich diese neuen Typen langfristig auf dem Markt etablieren können und wie sich der Fokus beispielsweise auf Themen wie Automatisierung verändert.“ Für das Jahr 2022 ist Neumeier optimistisch, dass der Logistikimmobilienmarkt mit seiner Flexibilität und Agilität das hohe Niveau weiter halten kann.

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