Logistikimmobilien: Neubauvolumen 2020 übertrifft Vorjahres-Niveau

Logivest hat für 2020 im deutschen Logistikimmobilien-Markt ein Neubauvolumen von 4,8 Millionen Quadratmeter ermittelt – ein Zuwachs gegenüber 2019 um fast 4,5 Prozent.

(Symbolbild; Foto: ThomBal/AdobeStock)
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Matthias Pieringer

Der deutsche Logistikimmobilien-Markt hat 2020 mit einem Neubauvolumen von rund 4,8 Millionen Quadratmetern das Niveau von 2019 (4,6 Millionen Quadratmeter) um fast 4,5 Prozent überschritten. Zu diesem Ergebnis komme man nach Auswertung der bundesweiten Researchdaten für das Gesamtjahr (Datenerhebung bis 1. Dezember 2020), wie das auf Logistikimmobilien spezialisierte Beratungsunternehmen Logivest kürzlich mitteilte. Logivest zieht dabei stets den Zeitpunkt des Baustarts heran.


„Dieses Ergebnis ist ein sehr positives Signal für den Logistikmarkt und unterstreicht die Stabilität dieser Assetklasse. Die Flächennachfrage ist ungebrochen und wird auch durch den boomenden Onlinehandel noch weiter steigen“, sagte Kuno Neumeier, CEO von Logivest.

Logistikregion Leipzig/Halle auf Rang eins

Im Jahresverlauf zeigten sich die insgesamt 23 deutschen Top-Logistikregionen laut Logivest sehr dynamisch. Während neun Regionen ihren Vorjahreswert teilweise massiv übertreffen konnten, fielen die 14 weiteren Top-Logistikregionen hinter das Ergebnis von 2019 zurück. Den stärksten Aufstieg legte Logivest zufolge die Top-Logistikregion Leipzig/Halle an den Tag: von Platz 22 (2019) auf Platz eins (2020). Mit einem Neubauvolumen von 360.000 Quadratmetern wurde demnach der Vorjahreswert um mehr als das Dreifache übertroffen. Platz zwei erreichte mit 355.000 Quadratmetern die Region Berlin / Brandenburg (2019: Platz drei). In diese Erhebung fließt die neu errichtete Tesla-Gigafactory nach Logivest-Angaben nicht mit ein, da es sich um ein Werksgelände handele, bei dem sich Produktion und Logistik nicht voneinander abgrenzen ließen. Den dritten Platz sicherte sich die Region Hannover mit 320.000 Quadratmetern (2019: Platz vier).

„Auffallend viel Bewegung“ zeigte sich der Analyse zufolge 2020 außerhalb der Top-Logistikregionen. So verzeichnet das erste Quartal mit rund 43 Prozent der Neubauten außerhalb der Top-Lagen einen neuen Höchstwert. Aber auch im Gesamtjahr ist nach Angaben der Logistikimmobilien-Berater der Anteil mit 25 Prozent vergleichsweise hoch. „Die knapper werdenden Flächen in den Top-Lagen sowie die Fokussierung auf den Onlinehandel führen zum einen zu einer stärkeren Ausweitung in die Peripherie. Zum anderen hinterfragen Verlader und Logistikdienstleister ihre bisherigen Standortstrategien“, so Logivest-CEO Neumeier.

„Es ist davon auszugehen, dass sich der Logistikimmobilienmarkt auch 2021 stabil zeigt“, sagte Neumeier. „Auch wenn die Corona-Pandemie und der Brexit wenig Planungssicherheit geben, sind bereits große Vorhaben projektiert und die Flächennachfrage ist nach wie vor gegeben.“

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