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Logistikimmobilien: Investoren greifen im ersten Halbjahr 2020 gerne zu

Fachleute ermitteln ein gestiegenes Transaktionsvolumen im deutschen Markt.

(Symbolbild; Foto: alzay/AdobeStock)
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Matthias Pieringer

Experten ziehen in Sachen deutscher Investmentmarkt für Logistik- und Industrieimmobilien nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 eine positive Bilanz. So ermittelte JLL Germany mit einem Transaktionsvolumen von 3,83 Milliarden Euro (plus 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) im ersten Halbjahr 2020 auf dem deutschen Investmentmarkt ein „außerordentlich gutes Ergebnis“. Die Analyse von BNP Paribas Real Estate ergab mit einem Transaktionsvolumen von 3,74 Milliarden Euro das „zweitbeste Halbjahresergebnis aller Zeiten“. Und Colliers International errechnete einen Wert von rund drei Milliarden Euro, was einen Zuwachs von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau bedeute.

E-Commerce als Treiber

Industrie- und Logistikimmobilien haben sich in den vergangenen Monaten als robuste und krisenfeste Assetklasse gezeigt“, kommentierte Peter Kunz, Head of Industrial & Logistics EMEA bei Colliers International. Aufgrund der bisherigen Marktentwicklungen, die Logistikimmobilien tendenziell begünstigten, erwartet Colliers International nach eigenen Angaben eine weiterwachsende Nachfrage nach Logistikassets und demnach einen Fortlauf der Rendite-Kompression in den kommenden zwölf Monaten. Insbesondere der wachsende E-Commerce werde einen wesentlichen Einfluss auf die Nachfrage auf dem Investmentmarkt ausüben, hieß es. „Bereits seit einiger Zeit sind vor allem Verteilzentren und Umschlagimmobilien stark bei Anlegern nachgefragt und versprechen aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Onlinehandels Wertzuwächse und Sicherheit“, teilten die Immobilienberater von Colliers International Deutschland mit.

Aktives Marktgeschehen

„Für den weiteren Jahresverlauf gehen wir weiterhin von einem sehr aktiven Marktgeschehen aus“, sagte Nick Jones, Head of Industrial Investment JLL Germany. „Das hohe Investoreninteresse am deutschen Logistik- und Industrieinvestmentmarkt ist ungebrochen und wird sich unserer Einschätzung nach im zweiten Halbjahr auch bei den Transaktionsvolumina wieder stärker niederschlagen. Gerade in der Krise zeigt sich ein funktionierender Logistikbereich an der Nahtstelle sowohl von ‚business to business‘ als auch von ‚business to client‘ robust und widerstandsfähig und damit für Anleger aus dem In- und Ausland attraktiv.“

Eintrübung möglich

„Logistik-Investments konnten während der Corona-Krise bei den Anlegern mit Stabilität punkten, weshalb die Nachfrage ungebrochen hoch bleibt. Nichtsdestotrotz kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich mit einiger zeitlicher Verzögerung doch noch eine kleinere Eintrübung im Umsatz bemerkbar macht“, sagte Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Industrial Services & Investment der BNP Paribas Real Estate GmbH. „So wurden zu den Hochzeiten des Lockdowns einige Ankaufsprozesse on hold gesetzt, die erst mit Verzögerung auf die Zielgerade einbiegen werden. Ob am Ende des Jahres die sieben Milliarden-Euro-Marke ein viertes Mal in Folge geknackt wird, bleibt abzuwarten, erscheint aber derzeit als nicht unwahrscheinlich“, fasste Raabe die weiteren Aussichten zusammen.

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