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Logistikimmobilien: Häfele investiert in weiteres Hochregallager

Am Standort in Nagold sollen 15.000 neue Palettenstellplätze entstehen.

Bis Anfang 2022 soll das neue Hochregallager die Logistik bei Häfele ergänzen. (Visualisierung: io-consultants)
Bis Anfang 2022 soll das neue Hochregallager die Logistik bei Häfele ergänzen. (Visualisierung: io-consultants)
Melanie Endres

Die Häfele GmbH & Co KG, international operierender Anbieter von Beschlagtechnik, elektronischen Schließsystemen sowie Licht in Möbeln und Räumen, baut am Stammsitz in Nagold das Versandzentrum weiter aus und stärkt laut eigenen Angaben damit den Standort im Nordschwarzwald. Gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut setzte das Unternehmen am 6. Oktober den Spatenstich für den Neubau des „Hochregallagers 4“ und den angrenzenden Wareneingang. Unternehmensleiterin Sibylle Thierer begründete die zweistellige Millioneninvestition in einer Pressemitteilung mit den steigenden Anforderungen der Häfele Kunden in aller Welt an Schnelligkeit, Flexibilität, Effizienz, Sortimente und Serviceangebote. Derzeit verlassen den Angaben zufolge täglich rund 6.000 Sendungen das Lager in Nagold. Das neue Hochregallager bietet laut Häfele Platz für über 15.000 weitere Europaletten und erweitert die Gesamtkapazität auf 65 000. Aus Nagold wird nicht nur der deutsche und europäische Markt bedient. Als Zentrallager erfolgt auch die Versorgung vieler regionaler Verteilzentren, so die Meldung. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2022 geplant. Für die Umsetzung der Planung des Baus konnte laut Häfele die Firma Leonard Weiss und für die Logistik die Firma Swisslog als Partner gefunden werden.

„Wir brauchen mehr Platz für neue Dienstleistungen und neue Sortimente und wir wollen unsere Lieferzeiten noch weiter reduzieren“, sagte Thierer. „Damit soll es uns gelingen, unsere Geschäftspartner in aller Welt jeden Tag aufs Neue für Technologie- und Logistik-Exzellenz zu begeistern“, sagt die Unternehmensleiterin.

io-consultants als Generalplaner

Unterstützung bekommt das Unternehmen dabei von io-consultants als Generalplaner. Der Neubau des Hochregallagers und die damit verbundene Werkserweiterung setzen den Start für die Erweiterung und Modernisierung der bestehenden Logistik. Ganz im Sinne des io-Leitmotivs „United to Perform“ unterstützen der Beratungs- und Planungsspezialist io-consultants und sein auf SAP Logistikberatung und -optimierung spezialisiertes Tochterunternehmen io-DigitalSolutions GmbH Häfele seit über drei Jahren bei der Logistikoptimierung, der Erweiterung der baulichen Strukturen und damit einhergehenden IT-Landschaft, sowie der Ausgestaltung seiner Europastrategie, heißt es in einer Pressemeldung von io-consultants.

„Die Werkserweiterung in Nagold schafft Kapazitäten für weiteres Wachstum und ist damit ein wichtiger Bestandteil für die langfristige Entwicklung der Logistik von Häfele“, erklärt Rainer Diez, Partner bei io-consultants.

Als Generalplaner mit den Gewerken Projektmanagement, Logistik, Bau und IT übernehme io-consultants die gesamte Planung – von der ersten Konzeption über die Feinplanung bis hin zur Vergabe. Des Weiteren betreut der technische Beratungsspezialist Häfele nach Eigenangaben bei der Realisierung sowie der Inbetriebnahme. Alle Maßnahmen erfolgen im laufenden Betrieb – ohne Beeinträchtigung der Auslieferfähigkeit von Häfele – was wiederum durch eine detaillierte Migrationsplanung sichergestellt wird.

Neues Hochregallager

Neben der reinen Erweiterung der Logistikkapazitäten erfolgt Häfele zufolge auch der erste Schritt zu einer sukzessiven Umstellung der Logistikprozesse. So werde in diesem Bereich des Lagers die Kommissionierung zukünftig nach dem Ware-zur-Person-Prinzip erfolgen. Durch das geplante siebengassige Hochregallager besteht die Möglichkeit, Laufwege zu verkürzen und Arbeitsplätze ergonomischer zu gestalten, so Häfele. In der Erweiterung des bestehenden Wareneingangs sollen die angelieferten Waren auf der Fläche mobil vereinnahmt, dekonsolidiert und über die Palettenfördertechnik in das Hochregallager eingelagert werden. Die Fördertechnik verbindet dabei laut Häfele die bestehenden sowie das neu geplante Hochregallager. Auf der anderen Seite des Hochregallagers erfolgt die Auslagerung- und Rücklagerung der Paletten für die Kommissionierung. Über eine Elektrobodenbahn werden die Paletten von der Hochregallager-Vorzone zu den Kommissionierarbeitsplätzen gebracht. Am Kommissionierarbeitsplatz werden die Waren auftragsbezogen von den Paletten entnommen und an Übergaberegalen für die folgenden Prozessschritte bereitgestellt. Eine Negativ-Kommissionierung ist dabei ebenfalls möglich, so die Häfele-Angaben.

„Nach der erfolgreichen Einführung des Standortes in Norddeutschland gehen wir nun mit dem Anbau der Lagerkapazitäten und des Wareneingangs auch die weitere Entwicklung des Standorts in Nagold an. Wir sind stolz, gemeinsam mit io-consultants diesen weiteren Meilenstein erreicht zu haben“, sagt Johannes Wünsch, tätig im Bereich Logistikplanung und -steuerung und Bauprojektmanager bei Häfele.

Besondere Herausforderungen

Die Entwicklung der Fördertechnikverläufe und der Kommissionierarbeitsplätze stellten dabei laut Häfele eine besondere Herausforderung dar. Um die neue Fördertechnik in die bestehenden Strukturen zu integrieren, musste an den Kommissonierarbeitsplätzen ein Zusammenspiel zwischen vorgelagerter automatisierter Palettenbereitstellung und den nachgelagerten manuellen Prozessen gefunden werden. Das System sei so aufgebaut, dass eine spätere schrittweise Erweiterung jederzeit möglich sei. Dies betreffe nicht nur die Lager- und Fördertechnik, sondern auch die Kommissionierarbeitsplätze, die sich zunächst in die bestehenden logistischen Konsolidierungs- und Verpackungsprozesse integrieren lassen. Mögliche zukünftige Veränderungen wurden bereits bei der Neugestaltung bedacht, so Häfele.

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