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Das Thema Logistik-Immobilien wird präsentiert von

Logistikimmobilien: Flexibilität wird immer wichtiger

E-Commerce bleibt weiter größter Treiber für Entwicklungen.
Logistikimmobilien standen im Fokus eines von der Logix-Organisation konzipierten Forums auf der transport logistic 2017. Foto: Jörgl
Logistikimmobilien standen im Fokus eines von der Logix-Organisation konzipierten Forums auf der transport logistic 2017. Foto: Jörgl
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Thilo Jörgl

Entwickler von Logistikimmobilien müssen künftig mit ihren Projekten noch flexibler als bisher her sein. So lautete die Kernaussage des Vortrags von Dr. Christian Jacobi, geschäftsführender Gesellschafter bei der Beratung Agiplan GmbH, auf dem Forum „Logistikimmobilie“ von der Logix-Organisation auf der transport logistic. Haupttreiber in diesem Bereich ist Jacobi zufolge immer noch der E-Commerce-Boom, der weiter anhalten werde. In Sachen künftige Bedarfe und Nachfrage nach Lagerflächen und Immobilien stellte der Berater sechs Thesen auf:

  • Entwickler müssen sich auf mehr Spezialanfragen und gleichzeitig mehr Flexibilität einstellen.
  • Der Bedarf an Lagerflächen in Citylage wächst.
  • Es wird mehr Brownfield-Entwicklungen geben.
  • Die Nachfrage nach klassischen Flächen sinkt.
  • Der Trend geht zum Mieten statt zum Kauf, gleichzeitig werden die Mietzeiten kürzer.
  • Die Zeiten für den Warenumschlag verkürzen sich, die Bestände werden niedriger.

Nach Aussage von Jacobi muss sich die Community in den kommenden Jahren auf mehrere große Herausforderungen einstellen. Zum einen werde die Nachfrage nach Flächen steigen, die Flächenverfügbarkeit aber sinken. Zum anderen werden die Baukosten für Lager und Co. weiter wachsen, weil die Generalunternehmen derzeit gut ausgelastet sind. Insgesamt geht der Logistikexperte davon aus, dass die Bereich Logistikimmobilien noch stärker wachsen wird als die gesamte Logistikwirtschaft.

Mehrstöckige Lager in Ballungsräumen

Eine Runde von Logistikexperten diskutierte unter der Leitung von Andreas Fleischer, Business Unit Director Northern Europe beim Developer Segro, über mögliche Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft. Dr. Claus-Peter Amberger, Vorstand beim Dienstleister Loxxess, betonte, dass mehrstöckige Lager teuer seien und sich nur in den deutschen Ballungsräumen lohnen würden, wo die Flächenpreise sehr hoch sind. Außerdem seien Rampen, die im Winter Eis- und Schnee bedeckt sind, für Transporterfahrer eine Herausforderung. In die gleiche Kerbe schlug Rainer Koepke, seit 2015 Leiter Industrie und Logistik beim amerikanischen Makler CBRE Group. Auch er betonte, dass mehrgeschossige Anlagen mit Rampen oder Schwerlastaufzügen teuer seien. Die bekannten mehrgeschossigen Lager in Asien sind Köpke zufolge auf Flächen errichtet worden, wo der Quadratmeter satte 2.000 Euro und mehr gekostet hatte.

Flexible Technik gefragt

Moderator Fleischer wollte von den Teilnehmern auf dem Podium zudem wissen, ob neue Technologien aus der Intralogistik die Situation etwas entspannen könnten. Loxxess-Manager Amberger vertrat die Meinung, dass künftig weniger große AKL in Logistikimmobilien verbaut werden. Er glaubt, dass zum einen platzsparende Lösungen wie etwa das „Autostore“-System vermehrt zum Einsatz kommen werden. Zum anderem würden Kunden immer öfter über flexible Lösungen nachdenken, die „in allen möglichen Immobilien“ zurecht kommen, also auch in Kellern oder älteren Hallen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf flexible, autonome Roboter des von Amazon gekauften Intralogistikers Kiva Systems. Sie fahren kleine Regale zu Kommissionierstationen.

Schnellere Genehmigungen

Consultant Jacobi glaubt auch, dass die Politik einiges tun könnte, um Logistikprojekte schneller über die Bühne gehen zu lassen. Seiner Meinung nach könnte so manche Verwaltung hierzulande deutlich schneller arbeiten, wenn es um von Entwicklern gut vorbereitete Anfragen und Genehmigungen geht. Also Vorbild könne man sich die Niederlande nehmen, so Jacobi: „Hier gilt das Prinzip, dass eine Genehmigung nicht länger als eine Schwangerschaft dauern darf, also rund neun Monate.“

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