Logistikdienstleistung: Kühne+Nagel mit weniger Umsatz nach Corona-Boom

(dpa) Der Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2023 ging um 40 Prozent auf 23,8 Milliarden Franken zurück.

Container stehen gestapelt auf einem Terminal im Hamburger Hafen. Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat im Geschäftsjahr 2023 wie erwartet nach dem Ende des Corona-Booms weniger umgesetzt. (Foto: Marcus Brandt/dpa)
Container stehen gestapelt auf einem Terminal im Hamburger Hafen. Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat im Geschäftsjahr 2023 wie erwartet nach dem Ende des Corona-Booms weniger umgesetzt. (Foto: Marcus Brandt/dpa)
Matthias Pieringer

Der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel hat im Geschäftsjahr 2023 wie erwartet nach dem Ende des Corona-Booms weniger umgesetzt. Der Nettoumsatz brach um 40 Prozent auf 23,8 Milliarden Franken ein, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das Betriebsergebnis (EBIT) halbierte sich auf 1,9 Milliarden Franken, ebenso der Reingewinn auf knapp 1,5 Milliarden.

Das Unternehmen sprach in seiner Mitteilung trotzdem von einem guten Jahresabschluss. Man habe Marktanteile in der Seefracht gewonnen. In der ersten Jahreshälfte 2023 hätten Kunden deutlich weniger bestellt, sagte CEO Stefan Paul in Zürich. Die zweite Jahreshälfte sei besser gewesen. „Wir können davon ausgehen, dass der Tiefpunkt im Volumen überschritten ist“, sagte er. Jetzt expandiert Kühne+Nagel in Asien. Das Unternehmen will die Firma City Zone Express mit Hauptsitz in Malaysia übernehmen, die Logistikdienstleistungen in Südostasien und bis nach China anbietet. Sie hat laut Kühne+Nagel eine Flotte von 260 Fahrzeugen, 500 Mitarbeiter und eine Lagerfläche von 80.000 Quadratmetern. Der Abschluss der Transaktion werde in den kommenden Monaten erwartet. Einen Preis nannte das Speditionsunternehmen nicht.

Umweg um die Südspitze Afrikas

Kühne+Nagel habe wegen der Angriffe von Handelsschiffen im Roten Meer rund 450 Schiffe umleiten müssen, die sonst durch den Suezkanal in Ägypten ins Mittelmeer gefahren wären. Durch den Umweg um die Südspitze Afrikas verlängere sich die Reise um rund zwölf Tage. Kunden hätten sich aber darauf problemlos eingestellt, sagte Paul. Nicht auf kurzfristige Lieferungen angewiesen zu sein, sei eine der Lehren aus der Corona-Pandemie gewesen. Die Nachfrage nach Luftfracht sei wegen der längeren Frachtreisezeiten nicht gestiegen. Wenn die Kundennachfrage aber weltweit deutlich zunehmen sollte, gäbe es einen Engpass bei Containern, sagte Paul. Dann könne der Bedarf an Luftfracht steigen. Die Herausforderung sei, dass dann genügend Kapazität zur Verfügung stehe.

Mehrheitsaktionär des Konzerns ist der aus Hamburg stammende Logistik-Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne (86). Er lebt in der Schweiz. Er hält unter anderem große Minderheitenbeteiligungen an der Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd und der Lufthansa.