Logistikdienstleistung: Gebrüder Weiss steigert Jahresumsatz auf 2,5 Milliarden Euro

Ein Großteil des Umsatzwachstums stammt aus dem Bereich Air & Sea.

Der Logistikdienstleister Gebrüder Weiss konnte seinen Umsatz 2021 um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. (Foto: Gebrüder Weiss)
Der Logistikdienstleister Gebrüder Weiss konnte seinen Umsatz 2021 um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. (Foto: Gebrüder Weiss)
Sandra Lehmann

Der internationale Transport- und Logistikdienstleister Gebrüder Weiss erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen vorläufigen Nettoumsatz von 2,54 Milliarden Euro. Wie das Unternehmen mit Sitz im österreichischen Lauterach via Pressemitteilung bekannt gab, entspricht das einer Steigerung von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2020: 1,77 Milliarden Euro). Über 70 Prozent dieses Umsatzwachstums stammen demnach aus dem Air & Sea-Bereich. Wegen des weltweiten Laderaummangels waren die Frachtraten der Reedereien und Fluggesellschaften um ein Vielfaches angestiegen. Die Weiterverrechnung dieser Kosten habe maßgeblich zum Umsatzplus des Logistikers beigetragen – führte aber auch zu besonderen Herausforderungen.

„2021 war erneut ein Ausnahmejahr und geprägt von hoher Volatilität. Die Imbalance aus geringem Frachtraumangebot und hoher Nachfrage hatte drastische Auswirkungen. Nur mit hohem Aufwand und großem Einsatz ist es uns gelungen, für unsere Kunden trotz der Kapazitätsengpässe geeignete Transportlösungen zu realisieren. Ich bin stolz darauf, was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter den erschwerten Bedingungen geleistet haben“, sagt Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Gebrüder Weiss.

Für seine Kunden habe das Unternehmen 2021 vermehrt Luftfracht-Charter organisiert und dabei auch Prachter, zu Frachtflugzeugen umgerüstete Passagierflugzeuge, eingesetzt. Einen wichtigen Entwicklungsschritt für das weltweite Netzwerk stellte die Ende 2020 getätigte Übernahme des Ipsen Logistics-Geschäfts in Deutschland, Polen und Malaysia dar. Insgesamt erzielte der Unternehmensbereich Air & Sea und Logistik einen Umsatz von 1.030 Millionen Euro (2020: 470 Millionen Euro).

Der Bereich Landverkehr und Logistik konnte mit einem Umsatzplus von 16 Prozent auf 1.277 Millionen Euro (2020: 1.104 Millionen Euro) abschließen. Zur Effizienzsteigerung setzte Gebrüder Weiss nach Eigenangaben neue Technologien bei Transportplanung, Disposition und Frachtvermessung ein; eine Intermodalverbindung von Wien in das deutsche Ruhrgebiet wurde eingeführt. In allen Produktbereichen des Landverkehrs seien zudem neue Sendungsrekorde erzielt worden. Rund 1,74 Millionen Home-Delivery-Sendungen habe Gebrüder Weiss an Endkunden in Österreich sowie mehreren Ländern Osteuropas zugestellt (2020: 1,37 Millionen Sendungen). DPD Österreich, deren Mitgesellschafter der Gebrüder Weiss Paketdienst ist, versendete 2021 mehr als 66,5 Millionen Pakete. Das entspreche einem Zuwachs von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was vor allem auf das gesteigerte Privatkundengeschäft zurückzuführen sei.

112 Millionen Euro für Standorte

In Bayern verdichtete Gebrüder Weiss laut der Pressemeldung durch Akquisitionen sein süddeutsches Landverkehrsnetz. Weitere Firmenübernahmen tätigte das Unternehmen in Bulgarien und der Türkei, neue Niederlassungen entstanden in Ungarn, Tschechien sowie Südkorea. Insgesamt investierte der Logistiker 112 Millionen Euro in Standorterweiterungen und Neubauten (2020: 75,6 Millionen Euro) – das sei das bisher höchste Investitionsvolumen in der Unternehmensgeschichte. Mit dem Netzwerkausbau wuchs auch die Zahl der Beschäftigten: Sie erhöhte sich um acht Prozent auf rund 8.000 Mitarbeiter, so der Dienstleister.

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