Logistikdienstleistung: Dachser zieht positive Jahresbilanz

Dachser blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zurück.

Der Konzernumsatz ging leicht zurück, weil der Transport und das Warehousing von Industrie- und Konsumgütern schwächelte. (Foto: Dachser)
Der Konzernumsatz ging leicht zurück, weil der Transport und das Warehousing von Industrie- und Konsumgütern schwächelte. (Foto: Dachser)
Melanie Endres
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Trotz Corona-Jahr 2020 bleibt der Konzernumsatz des Logistikdienstleisters Dachser nahezu konstant, so die Kernaussage von Dachser in der Online-Pressekonferenz, die am 13. April stattgefunden hat. Für das Geschäftsjahr 2020 meldet Dachser einen konsolidierten Netto-Umsatz von 5,61 Milliarden Euro, der damit um nur 0,9 Prozent unter dem das Vorjahres liegt. Eine Bilanz, die Dachsers CEO Burkhard Eling als positiv wertet, angesichts des herausfordernden Jahres, auf das er zurückblickt. Erfreulich gut sei der Logistikdienstleister durch das vergangene Jahr gekommen, lautete sein Fazit.

„Dachser hat den Corona-Stresstest hervorragend gemeistert.“

Das Unternehmen habe die weltweiten Lieferketten seiner Kunden unterbrechungsfrei am Laufen gehalten und im Falle von Kapazitätsengpässen flexible Lösungen gefunden, heißt es auf der Pressekonferenz, die angesichts der aktuellen Lage erneut online stattfand. Eling bedankte sich insbesondere bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen, die für Dachser fahren.

„Sie haben den Corona-bedingten Zusatzbelastungen zum Trotz eine beeindruckende Leistung erbracht und sind der Verantwortung der Systemrelevanz jederzeit gerecht geworden.“

Auf ein gutes erstes Quartal seien die Lockdowns in vielen Ländern Europas gefolgt, mit zum Teil drastischen Sendungsrückgängen im Landverkehr, berichtet Eling.

„Ab Juni setzte jedoch eine deutliche Erholung ein, mit Volumina, die nahezu durchgehend über dem Niveau von 2019 lagen.“

Überlandtransporte gesunken

Dennoch blieben die Überlandtransporte um 2,2 Prozent hinter dem Ergebnis von 2019 zurück. Die Geschäftseinheit Luft- und Seefracht hingegen legte um 5,2 Prozent zu. Letztere habe die von eigenen Luftfracht-Charterkapazitäten und den hohen Frachtraten bei interkontinentalen Transportenprofitiert, so Eling. Die Sendungszahlen auf Konzernebene verringerten sich um 2,5 Prozent auf 78,6 Millionen, während die Tonnage um 2,9 Prozent auf 39,8 Millionen Tonnen sank.

Die Geschäftseinheit Überlandtransporte, in der Dachser den Transport und das Warehousing von Industrie- und Konsumgütern – European Logistics – sowie Lebensmitteln – Food Logistics – zusammenfasst, legte in der zweiten Jahreshälfte zwar wieder zu. Dennoch konnte sie ihre Lockdown-bedingten Volumenrückgänge in Europa bis zum Jahresende nicht mehr komplett aufgeholen. Von 4,6 Milliarden sank der konsolidierte Netto-Umsatz des Geschäftsfelds um 2,2 Prozent auf rund 4,50 Milliarden Euro.

Lebensmittellogistik 1,9 Prozent plus

Zurückzuführen ist das insbesondere auf die Geschäftseinheit European Logistics, dessen Umsatz um 3,2 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro zurückging. Ganz anderes entwickelte sich die Lebensmittellogistik, deren Umsatz um 1,9 Prozent auf 982 Millionen Euro stieg. In einem turbulenten Jahr mit Hamsterkäufen im Lebensmitteleinzelhandel und wiederholten Schließungen der Gastronomie, Hotellerie und der Event-Branche in Deutschland erhöhte sich die transportierte Tonnage um 1,6 Prozent.

Asien-Geschäft als Treiber in der Luft- und Seefracht

Der Umsatz im Bereich Luft- und Seefracht profitierte 2020 von knappen Kapazitäten und entsprechend hohen Frachtraten. Angetrieben vom Asien-Geschäft steigerte das Geschäftsfeld seinen Umsatz um 5,2 Prozent auf 1,20 Milliarden Euro.

„Wir haben schnell auf die Kapazitätsengpässe in der Luftfracht reagiert und eigene Kapazitäten mit Charter-Flugzeugen aufgebaut, erst für medizinische Hilfsgüter, dann auch für andere Waren unserer Kunden. Alles in allem haben wir 2020 rund 150 eigene Charter-Flüge zwischen Europa, Asien und den USA erfolgreich abgewickelt“, berichtet Eling.

Auch in der Seefracht sorgten knappe Kapazitäten und ein ausgeprägter Mangel an Leercontainern für einen volatilen Markt und stark steigende Frachtraten. Von der Entwicklung profitierten insbesondere die LCL-Verkehre, das sogenannte „Stückgut der Ozeane“.

„Für diesen anspruchsvollen Service sehen wir großes Potenzial. Wir werden daher weiter die Frequenz, Kapazität und Qualität unserer LCL-Verkehre ausbauen und die nahtlose Anbindung an unser europäisches Stückgutnetz vorantreiben.“

Weitere Investition in Wachstum

Der Firmenvorstand betont, dass – Corona zum Trotz – Dachser auch 2020 weiter in sein Wachstum investierte.

„Wir haben im vergangenen Jahr 142,6 Millionen Euro in unser weltweites Logistiknetzwerk investiert.“

2021 soll die Summe weiter steigen: auf 190 Millionen Euro. Im Fokus stehen dabei die Kontraktlogistik sowie die Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen. Außerdem soll dem Klimaschutz eine größere Bedeutung beigemessen werden. So will Dachser sein Konzept der emissionsfreien Citylogistik innerhalb der nächsten 24 Monate in mindestens elf europäischen Städten ausrollen, darunter Stuttgart und München.

Wasserstoff als Zukunft des Fernverkehrs

Zugleich engagiert sich der Logistikdienstleister im Bereich der Wasserstoff-Technologie, weil er da, so erklärt Eling, die Zukunft des Fernverkehrs sieht. Für diesen Wandel würden jetzt die Weichen gestellt.

„Wir werden aktiv unseren Teil dazu beitragen, auch durch unser Engagement im Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband.“

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