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Logistik-Trends: Vor diesen Herausforderungen steht der Handel

Unter anderem sollen Datentransparenz und alternative Zustellkonzepte die Handelslogistik in Zukunft prägen.

Sieben Baustellen für die Handelslogistik hat Intralogistik-Spezialist Witron ausgemacht. (Foto: vege, Fotolia)
Sieben Baustellen für die Handelslogistik hat Intralogistik-Spezialist Witron ausgemacht. (Foto: vege, Fotolia)
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Therese Meitinger

Die Handelsunternehmen und ihre Logistikabteilungen stehen vor mannigfaltigen Herausforderungen; einige davon sind bereits seit Jahren bekannt. Der Intralogistik-Anbieter Witron aus dem Oberpfälzischen Parkstein hat die sieben aus seiner Sicht wichtigsten Baustellen des Handels zusammengefasst.

Omnichannel-Strategien

Auch wenn der Umsatz mit Lebensmitteln im Onlinehandel in Deutschland noch bei rund ein Prozent liegt, investieren die Retailer viel Geld und Zeit in Omnichannel-Strategien. Sowohl IT-Strukturen als auch Lagerprozesse und Transportsysteme müssten, argumentiert Witron, neu gedacht werden und auch moderne Technologien stießen an ihre Grenzen. Beispielsweise könne ein Roboter Papiertüten noch nicht zuverlässiger füllen als der Mensch.

„Hybride Logistikzentren, aus welchen sowohl das Filial-Geschäft als auch das Online-Geschäft mit derselben Technologie abgewickelt werden, sind aus unserer Sicht die Zukunft im Handel“, erklärt Helmut Prieschenk, Geschäftsführer von Witron. Das Lager lasse sich schnell an neue Geschäftsmodelle anpassen und büße dabei keine Leistung ein.

Fachkräftemangel

Die zweite Herausforderung für den Handel sieht Witron im Fachkräftemangel – im Lager und im Transport. Verbände und Unternehmen würben kräftig für Berufe in der Logistik, aber die Kampagnen verfiengen kaum in der Zielgruppe.

„Die Automatisierung gewinnt dadurch nochmal an Bedeutung, aber es macht wenig Sinn einen Menschen nur durch einen Roboter zu ersetzen, vielmehr muss man den Prozess grundsätzlich hinterfragen“, unterstreicht Helmut Prieschenk. Gleichzeitig stiege die Nachfrage nach IT-Systemen mit guter Usability. „Mitarbeiter in der Logistik müssen sich in den nächsten Jahren immer wieder schnell in neue Prozesse und Systeme einarbeiten können. Das fordert gute Bedienoberflächen, um Prozesssicherheit zu gewährleisten“, ergänzt der Oberpfälzer.

Nachhaltigkeit

Die dritte Herausforderung ist für Witron der Klimawandel und die Kundenforderung nach mehr Nachhaltigkeit in den Prozessen. Die Antworten der Branche seien unterschiedlich und reichten von Kräuterecken bis Elektro-Lkw.

„Es fahren immer noch zu viele Lkw durch die Stadt. Dazu kommt: Der Laderaum ist immer noch nicht optimal genutzt. Umso mehr Daten wir aus den Prozessen bekommen, umso nachhaltiger können wir die Logistik betreiben und Transporte besser organisieren“, fordert Helmut Prieschenk. „Das wird für uns ein Wettbewerbsfaktor.“

Datentransparenz

Nachhaltigkeit in der Logistik setzt Datentransparenz und Intelligenz voraus – für den Intralogistik-Anbieter die vierte Herausforderung für die Branche – denn in der Handelslogistik existieren immer noch viele Software-Insellösungen für den Transport, das Lager oder die Filiale. Die Abteilungen arbeiten kaum zusammen, die Daten werden getrennt voneinander analysiert.

Künstliche Intelligenz

Die fünfte Herausforderung ist laut Witron die Künstliche Intelligenz (KI). Dabei sei der Begriff „KI“ nicht günstig gewählt, es ist ein Hype-Begriff. Dem Intralogistik-Anbieter etwa gehe es nicht um die Nachbildung menschlicher Intelligenz. „Wir wollen aus Daten Warehouse Intelligence entwickeln“, definiert Prieschenk. Man setze auf machine und reinforcement learning, um im ersten Schritt die eingesetzte Technik in den Lagern zu verbessern und dann neue Warenflüsse und Geschäftsmodelle dem Kunden anzubieten. Das sei der nächste Schritt: Supply Chain Intelligence. Grundlage dafür seien wiederum Daten. Eine Optimierung der Lagerprozesse sei nur dann sinnvoll, wenn auch die ganze Supply Chain eingebunden werde. Bis heute gelinge das jedoch nur in seltenen Fällen.

Robotik

Die sechste Herausforderung sieht Witron in der Robotik. Kollaborative Systeme arbeiteten beispielsweise mit dem Menschen zusammen und versprächen mehr Flexibilität.

„Unsere Kunden kaufen keinen Roboter, sondern ordern eine versprochene Auslieferleistung. Wie wir diese erreichen, ist für sie in den meisten Fällen zweitrangig, da wir in vielen Fällen auch das Lager betreiben. Das Gesamtsystem muss den Kunden überzeugen“, relativiert Prieschenk den Robotik-Hype.

Alternative Zustellkonzepte

Auch alternative Zustellkonzepte – die siebte Herausforderung für den Intralogistik-Anbieter – setzen auf Robotiklösungen und autonome Agenten. Die Lebensmittel-Supermarkt-Kette Kroger werde ab Herbst etwa den Einsatz von autonomen Lieferfahrzeugen des Herstellers Nuro testen, so Witron.

Helmut Prieschenk: „Neue Zustellkonzepte verändern auch unsere Lagerlogistik. Wir binden bereits Bahntransporte bei Kunden an, aber entscheidend wird die Kommunikation und der Datenaustausch zwischen Nuro, Lkw oder Bahn und dem Logistikzentrum sein“.  

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