Logistik-IT: Seeberger setzt auf Steuerungssoftware von EPG

Die Lösung SUBURBIA koordiniert die unterschiedlichen Intralogistikelemente bei dem Lebensmittelanbieter.

Ob FTS oder Stapler: Die EPG-Lösung SUBURBIA managt beim Nussanbieter Seeberger den Materialfluss. (Foto: EPG)
Ob FTS oder Stapler: Die EPG-Lösung SUBURBIA managt beim Nussanbieter Seeberger den Materialfluss. (Foto: EPG)
Sandra Lehmann

Um den Warenfluss zwischen Lager und Produktion zu optimieren und besser planen zu können, setzt Seeberger, ein Anbieter von Nüssen, Trockenfrüchten und Kaffee auf die zentrale Steuerungssoftware „EPG ONE SUBURBIA“ der Ehrhardt Partner Group (EPG). Das teilte der Softwareanbieter kürzlich in einer Pressemeldung mit. Die zentrale Planungs- und Steuerungsplattform koordiniert nach Anabieterangaben die unterschiedlichsten Transportfahrzeuge auf Basis des vorhandenen Auftragsvolumens und der Werksinfrastruktur. Im Zusammenspiel mit dem Lagerführungssystem „LFS“ der EPG sorge SUBURBIA für mehr Effizienz und Planbarkeit des Warenflusses.

Zuverlässige Vorplanung

Die Lösung breche die hohe Komplexität einer Multi-Ressourcen-Steuerung im Lager auf. Bei Seeberger ist der Parallelbetrieb mehrerer Gewerke bereits Standard. Fahrerlose Transportsysteme (FTS), Stapler und Fördertechnik müssen miteinander koordiniert, Aufträge zugeordnet und ohne Verzögerungen bearbeitet werden. Die zuverlässige Vorplanung erfolgt unter Einbeziehung der Aufträge und der Lagerinfrastruktur inklusive sämtlicher Lagerbereiche, Restriktionen und Fahrwege.

Am Ulmer Standort sorgt ein automatisches Hochregallager mit 23.000 Palettenstellplätzen für einen kontinuierlichen Nachschub an Nüssen, Rosinen oder Kaffeebohnen. Zunächst werden im Wareneingang die Rohwaren erfasst und automatisch eingelagert. Im Lager selbst stellt ein vollautomatisches, seitlich fahrendes Shuttlesystem die Paletten für die Regalbediengeräte (RBG) bereit. Der zielgerichtete Materialfluss erfolgt über fahr Fahrerlose Transportsysteme. Diese bewegen sich auf einer Brücke zwischen dem Hochregallager sowie einem manuellen Lager und der Produktion. Bislang steuerte Seeberger den kompletten Materialfluss über das LFS.

„Wir sind aufgrund unserer sehr ausgeprägten Transportlogistik mit dem Ziel an die EPG herangetreten, standardmäßig ein neues Leitsystem zu etablieren, das die kompletten Materialbewegungen zwischen unseren Produktionsprozessen über eine Plattform managt“, sagt Michael Nusser, Teamkoordinator Supply Chain und Technik bei Seeberger.

SUBURBIA vereine diese Anforderung, indem es herstellerunabhängig alle Gewerke so miteinander koordiniere, dass das Familienunternehmen künftig kostenintensive Warte- und Stillstandszeiten sowie Leerfahrten vermeiden kann.

„Unser Ziel war es, den kompletten Warenfluss am Standort zu betrachten und nicht jede neue Fördertechnik oder jedes neue Transportsystem einzeln einzubinden. Das ist uns mit SUBURBIA gelungen“, erklärt Nusser.

Im Vergleich beispielsweise zu einem Staplerleitsystem, das ausschließlich für die Koordination von Staplern zuständig ist, hat SUBURBIA den Überblick über alle Transportmittel und ist systemunabhängig. Bei der Einführung von SUBURBIA erstellte die EPG zunächst eine Warehouse Map: den digitalen Zwilling des Lagers. Diese Abbildung der Infrastruktur enthielt sämtliche Informationen über Wegstrecken und die Lagertechnik. Die EPG bezog auch Restriktionen des Lagers wie eine begrenzte Raumhöhe oder die Traglast der Böden mit in die Planung der Steuerungssoftware ein.

„Wir konnten so Lagerbereiche bei Seeberger definieren, in denen beispielsweise bestimmte Stapler oder FTFs auf keinen Fall fahren dürfen“, erläutert Lukas Schreiner, Manager Software Design Support bei der EPG.

Das LFS stellt bei Seeberger weiterhin die Auftragsdaten aus der Lagerverwaltung zur Verfügung, während SUBURBIA die Planung der einzelnen Beförderungssysteme übernimmt. Unabhängig von der jeweiligen Version des LFS kommuniziert es dabei ständig per TCP/IP-Telegrammschnittstelle oder in der neuesten Version 8 per Webservice mit SUBURBIA und übermittelt Livedaten. Das FTF wird so stets mit dem aktuellen Auftragsstatus an der Produktionsmaschine versorgt und sorgt bei Bedarf für Nachschub.