Logistik-IT: Digitale Frachtdokumente für Wasserstraßen-Logistik

Im Rahmen des Forschungsprojektes SINLOG wurde eine Plattform mit Schnittstellen und Bedienoberflächen für die Akteure der Wasserstraßenlogistik entwickelt.

Das Forschungsvorhaben soll den Gütertransport über die Binnenschifffahrt attraktiver machen helfen. (Symbolbild: Markus Mohr / AdobeStock)
Das Forschungsvorhaben soll den Gütertransport über die Binnenschifffahrt attraktiver machen helfen. (Symbolbild: Markus Mohr / AdobeStock)
Therese Meitinger

Das Forschungsprojekt „SINLOG“ hatte sich laut einer Pressemitteilung vom 22. März auf die Fahnen geschrieben, die Binnenschifffahrt über digitale Frachtdokumente besser in multimodale Transportketten zu integrieren und so die Attraktivität des Güterverkehrs zu erhöhen. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde eine Plattform mit Schnittstellen und Bedienoberflächen für die Akteure der Wasserstraßenlogistik entwickelt. Im Ergebnis sei eine medienbruchfreie Weitergabe digitaler Frachtinformationen über die gesamte Logistikkette möglich, heißt es. In einem umfangreichen Feldtest habe sich die Praxistauglichkeit der SINLOG-Applikation erwiesen, mit „eFTI ready“ sei zudem eine mögliche Absicherung des Datenaustauschs durch die Blockchain-Technologie identifiziert und bewertet worden.

Das Forschungsvorhaben wurde nach Unternehmensangaben unter Leitung der Management- und Technologieberatung BearingPoint mit den Kooperationspartnern Fraunhofer-Institut FIT, Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen, der Mainschifffahrts-Genossenschaft MSG, dem Hafen Trier und der Beratungsagentur PMMG durchgeführt. SINLOG startete demnach im August 2019 und lief bis Oktober 2021; dabei wurde es durch die Initiative mFUND des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) mit einem Fördervolumen von 1.852.584 Euro gefördert. Der Feldtest wurde den Projektpartnern zufolge vom November 2020 bis Mai 2021 mit Partnern der Logistik unter Realbedingungen durchgeführt.

Für die Binnenschifffahrt bietet der Datenaustausch über SINLOG nach Überzeugung der Forschenden den Nutzen eines gemeinsamen Standards in den Frachtinformationen mit einer einfachen Datenübernahme in die eigenen IT-Systeme, um die Transportaufträge zu verwalten und zu steuern. Der digitale Austausch beruhe auf einem Rollen- und Rechtekonzept und wahre die individuellen wirtschaftlichen Interessen der einzelnen Unternehmen, so BearingPoint. Das in SINLOG definierte Datenaustauschformat zu Frachtinformationen habe damit zudem bereits im Vorgriff auf eFTI und die EU-Vorgaben zu zukünftigen digitalen Meldungen im Transportwesen seinen Praxisbezug demonstriert.

Alexander Schmid, Leiter des Projekts SINLOG bei BearingPoint:

„Unser SINLOG-Forschungsprojekt zeigt das enorme Potenzial des frachtbezogenen, digitalen Datenaustauschs. Indem Frachtdokumente digitalisiert und in den gesamten Logistikprozess integriert werden können, wird die Planung der Transporte und die Zusammenarbeit verschiedener Logistikanbieter optimiert und modernisiert. Es bedeutet für alle Beteiligten deutlich weniger Papierkram.“