Logistik-IT: Bosch rollt Plattform L.OS für die Logistik- und Transportbranche international aus

Bosch hat den offiziellen Roll-out seiner digitalen Logistikplattform „L.OS“ zur Vereinfachung von IT-Prozessen in der Transport- und Logistikbranche bekannt gegeben. In Europa, Indien und den USA nutzen bereits 50 Kunden die Lösung, bei der die Einheit Mobility Plattform and Services mit Amazon Web Services kooperiert.

Bosch hat für seine digitale Logistikplattform L.OS zur Vereinfachung von IT-Prozessen in der Transport- und Logistikbranche schon 50 Kunden gewonnen. (Bild: Bosch)
Bosch hat für seine digitale Logistikplattform L.OS zur Vereinfachung von IT-Prozessen in der Transport- und Logistikbranche schon 50 Kunden gewonnen. (Bild: Bosch)
Gunnar Knüpffer
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Der Technologiekonzern Bosch hat seine digitale Logistikplattform „L.OS“ zur Vereinfachung von IT-Prozessen in der Transport- und Logistikbranche nun offiziell auf den Markt gebracht. In Europa, Indien und den USA habe man dafür bereits 50 Kunden gewonnen, teilte das Unternehmen am 6. Dezember in einer Presseaussendung mit. Zu den ersten „L.OS“-Kunden zählen demnach 20 Logistikunternehmen jeweils aus Deutschland und Indien sowie zehn aus den USA. Darüber hinaus laufe bereits die Integration von mehr als 50 Service-Providern in den digitalen Marktplatz. 

Bosch hatte die strategische Zusammenarbeit mit dem US-Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) zur Digitalisierung der Logistik 2022 bekanntgegeben. Bosch sieht die Transport- und Logistikbranche nach eigenem Bekunden als Rückgrat der Weltwirtschaft und erhofft sich deshalb für seine Logistikservices zur Effizienzsteigerung große Marktchancen. Bis 2030 soll damit weltweit ein Umsatz von rund 500 Millionen Euro erwirtschaftet werden.

„Bosch hat mit „L.OS“ das digitale Zeitalter für Frachtführer und Spediteure eingeläutet. Unsere Logistikplattform bietet ein komplettes Ökosystem und eine Softwareumgebung, in der Services verschiedener Anbieter nutzbar und kombinierbar sind. Für Bosch ist die Transport- und Logistikbranche ein strategisch wichtiges Feld“, sagte Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility.

LOGISTIK HEUTE hatte am 7. November bereits ein Online-Seminar mit Mobility Plattform and Services veranstaltet, bei dem H.J. Becker und Bosch erläuterten, wie kleine Speditionen mithilfe der Plattform „L.OS“ ohne eigene IT-Abteilung digitalisieren können.

Erst im Juli hatte Bosch seine neue, länderübergreifende Geschäftseinheit „Mobility Plattform and Services“ gegründet, die sich auf die Entwicklung digitaler Plattformen fokussiert. Mehr als 400 Mitarbeitende zeichnen in Europa, Indien und den USA für die Weiterentwicklung und Betreuung digitaler Plattformen von Bosch verantwortlich. Dazu gehört aktuell etwa der „Mobility Marketplace“, ein neutraler, digitaler E-Commerce-Marktplatz sowie „ParkZeus“, eine integrierte Parkmanagementplattform und das „Logistics Operating System“ „L.OS„“.

Über „L.OS“ erhalten Logistik- und Transportunternehmen auf der ganzen Welt Zugang zu IT-Services. Die Plattform steht dabei allen Anbietern von Logistiklösungen offen. In Indien etwa ist eigene Ortungslösung „TrakZeus“ zum Flotten- und Transportmanagement sowie zur Routen- und Parkplanung verfügbar. Mit „Digital CN“ lassen sich Transportdokumente wie beispielsweise Frachtbriefe digitalisieren und somit auch über das Mobiltelefon übermitteln. In Europa geht L.OS mit einer ersten Service-Integration in Betrieb, die die Buchung sicherer Lkw-Parkplätze als zusätzliches Feature für bestehende Transport-Management-Systeme ermöglicht, während in den USA ein spezielles Transportmanagementsystem die Abläufe für Flotten verwaltet.