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Logistik-Arbeitsmarkt: Frauenförderung hängt von der Unternehmenskultur ab

Laut einer Analyse der BVL und der transport logistic fehlt es an geeigneten Vorbildern.

Frauen sind in der Logistik immer noch eine Seltenheit. Das liegt einer Befragung zufolge auch an fehlenden Vorbildern. (Foto: Bavorndej/Adobe Stock)
Frauen sind in der Logistik immer noch eine Seltenheit. Das liegt einer Befragung zufolge auch an fehlenden Vorbildern. (Foto: Bavorndej/Adobe Stock)
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Sandra Lehmann

An der Qualifikation liegt es nicht, wenn die Frauen in der Logistik nach wie vor schwach vertreten sind. Vielmehr ist es eine Frage der Unternehmenskultur, ob Frauen sich von logistischen Tätigkeitsfeldern angesprochen fühlen. Und es fehlt immer noch an Vorbildern. Zu diesen Ergebnissen kommt die Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) auf der Basis einer Mitgliederbefragung und von Einzelinterviews, die im April 2019 im Auftrag der Fachmesse transport logistic durchgeführt wurden.

Logistik als Männerdomäne

Dabei bestätigte sich nach Angaben der BVL die Annahme, dass der Wirtschaftsbereich Logistik derzeit noch eine Männerdomäne ist. Bei den Bemühungen, mehr Frauen für die Logistik zu begeistern, sehen die Interviewten einzelne Unternehmen und den Wirtschaftsbereich in der Pflicht, Logistik bei potenziellen Kolleginnen bekannt zu machen und aktiv um diese zu werben.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Dazu vermuten der BVL zufolge einige, dass die Rund-um-die-Uhr-Mentalität für Frauen wenig attraktiv sein könnte. Dies wird umso deutlicher, wenn nach den Maßnahmen gefragt wird, die Unternehmen und Vorgesetzte ergreifen könnten, um die Geschlechter-Diversität zu steigern. Dort nennen die Meinungsgeber die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Noch wichtiger ist es jedoch offenbar, die Arbeitskultur für beide Geschlechter zu ändern, sodass Männer und Frauen in Absprache mit ihren Arbeitgebern ihre Arbeitsbedingungen entsprechend ihrer Lebensphase anpassen können.

Keine Frage der Qualifikation

Nahezu alle Befragten sind sich nach Studienangaben darin einig, dass die Logistik ein spannendes Arbeitsfeld ist. Ihre Attraktivität könne mit einer höheren Beteiligung von Frauen noch steigen, die die Männerdomäne um Empathie, positives Kommunikationsverhalten und Offenheit samt Lernbereitschaft bereichern. Denn eins hätten die Meinungsgeber in den Kommentaren zum Stimmungsbild klar geäußert: Die Qualifikationen der Frauen in der Logistik sind gleichwertig mit denen der männlichen Kollegen. Der Einstieg in den Wirtschaftszweig fiel den Frauen laut BVL fachlich nicht schwerer als männlichen Absolventen. Alle berichten von einem guten Start in das Arbeitsleben.

Als schwierig erwies sich den Befragten zufolge jedoch der generelle Weg in den Wirtschaftszweig, da es dort an weiblichen Karrierebeispielen fehle. Wie die BVL im Rahmen der Erhebung berichtet, gäbe es aber bereits etliche Unternehmen, die über flexible Arbeitszeiten, ergonomische Arbeitsplätze und Teilzeitvereinbarungen versuchen, den Bedürfnissen aller Arbeitnehmern entgegenzukommen.

Um über geeignete Ansätze dafür zu diskutieren und das Thema weiter zu vertiefen, findet auf diesjährigen transport logistic, am 5. Juni 2019 von 14.00 bis 15.30 Uhr, in Halle B2 Forum I, Ost die Session „Männerdomäne?! Chancen für und mit Frauen in der Logistik“ statt. Zu der Veranstaltung wird eine Begleitpublikation erscheinen.

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